Einladung zum Fair Play

Über Ungerechtigkeit muss man im Kinderkreis reden, weil „die anderen uns
immer was wegnehmen. Nee, umgekehrt, weil wir denen…“

Oder man inspiriert spielerische Auseinandersetzungen über Momente im Alltag,
in denen es Ungerechtigkeit gibt, um mit Kindern zu erforschen: Geht das auch fair?

Hier gibt es die Spielwiese als PDF: Spielwiese_#5_2025

 

Spielt Gericht!

Gern spielen Kinder Polizei und verhaften einander wegen diverser Regelverstöße – aber wer ermittelt eigentlich in gründlichen Verhandlungen, wogegen Piraten verstoßen und warum die eitle Prinzessin mal einen Dämpfer brauchte? Stellt im Rollenspiel-Raum ein Richterpult auf und inspiriert die Kinder, Prozesse zu führen: Plüscheule gegen Stoffmaus, Hausschwein gegen Metzger, Baum gegen Bagger…

 

Erkundet die Stadt!

Findet heraus, wie gerecht es beim Wohnen zugeht. Hier bei uns in der Einfamilienhaus-Siedlung ist alles schnuckelig und gepflegt. Drüben im Hochhaus-Ghetto eher nicht. Ist das fair? Ergründet die ewige Kinderfrage: Hatte ich einfach Glück, in die richtige Welt geboren worden zu sein?

Erforscht, wer an Süßigkeiten verdient!

Schokolade ist schon wieder teurer. Sind die Kakao-Bauern zu gierig? Erkundet, woher Lieblings-Leckereien der Kinder stammen, wer dafür wie viel arbeitet und wer daran wie viel verdient.

 

Sucht nach Gerechtigkeits-Helden!

Manche Menschen regten sich so über Ungerechtigkeit auf, dass sie irgendwann beschlossen, dagegen zu kämpfen. Ein Gefühl, das viele Kinder nachvollziehen können. Lest Kinderbücher über Heldinnen und Helden. Findet heraus, ob es in eurer Gegend Leute gibt, die sich für mehr Gerechtigkeit einsetzen. Fragt sie, ob sie euch im Kinderkreis erzählen würden, warum sie das tun und was sie dabei erleben.

Sammelt Geld!

Lasst Kinder erleben, dass es gut tut, ärmeren Menschen etwas zu geben. Überlegt, wer Geld oder gute Lebensmittel gebrauchen könnte. Stellt euch mit einer Sammelbüchse, vielleicht sogar als Kita-Orchester, auf den Marktplatz und kommt mit Vorübergehenden ins Gespräch, die sagen: „Finde ich gut, was ihr macht.“ Oder auch: „Was soll der Quatsch?“

Foto: photocase

Michael Fink ist Autor und Fortbildner.

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