Geht das nicht auch mursredna?

Hier gibt es das Panorama auch als PDF: Panorama_#5_2025

 

wamiki-Hitliste

Was singen, summen, trällern, brummen,
jodeln … die wamikis a capella zum Heftthema?

Hört selbst:

Was findet ihr eigentlich ungerecht?

Wir haben 100 Fachkräfte gefragt:

• Dass Inklusion versprochen wird – aber nicht bezahlt.

• Dass Kinderchancen vom Kontostand abhängen.

• Dass Kinder mit Behinderung um Selbstverständlichkeiten kämpfen müssen.

• Dass geflüchtete Kinder „verwaltet“ werden statt anzukommen.

• Dass Armut als „Elternproblem“ gilt – nicht als Systemversagen.

• Dass wir Verantwortung tragen wie Profis – bezahlt werden wie Lückenfüller.

• Dass Ausbildung weniger zählt als „irgendwer hilft halt“.

• Dass Personalmangel als Normalzustand durchgewunken wird.

• Dass Kinder die Rechnung für die Unterbesetzung zahlen.

• Dass immer die gleichen sich kaputtmachen, weil sie einspringen.

• Dass Teilzeit heißt: weniger wert.

• Dass Leitung alles können soll – ohne Zeit, ohne Backup.

• Dass Politik über uns entscheidet – ohne uns zu hören.

• Dass Kinder Regeln lernen müssen – Erwachsene aber machen, was sie wollen.

• Dass Mehrsprachigkeit als Störung gilt, nicht als Stärke.

• Dass Essen diskutiert wird – ohne die Kinder zu fragen.

• Dass Eltern zwischen Druck und Anspruch zermahlen werden – und wir sollen’s richten.

• Dass Kinderrechte im Konzept stehen – und im Alltag scheitern.

• Dass wir Qualität dokumentieren, während sie gleichzeitig weggekürzt wird.

• Dass wir Demokratie lehren sollen – ohne Mitbestimmung im eigenen System.

• Dass Beziehung das Wichtigste ist – aber nie Zeit dafür bleibt.

• Dass „auffällig“ oft nur „überfordert“ bedeutet.

• Dass wir improvisieren müssen – und das „Professionalität“ genannt wird.

• Dass Durchhalten gefeiert wird, obwohl es krank macht.

• Dass gute Arbeit unsichtbar ist – bis etwas schiefgeht.

 

STUDIE

 

 

Wer bekommt in Deutschland das große Stück vom Kuchen – und was fühlt sich für uns eigentlich gerecht an? Die Gerechtigkeitsstudie der Bertelsmann Stiftung zeigt: Unser Gerechtigkeitsempfinden ist deutlich gespalten.

Quelle: Bertelsmann Stiftung (2022): Gerechtigkeitsempfinden in Deutschland, Online-Studie.

 

 

 

 

 

 

PLATTFORM

Warum täglich neue Runden im ­„Schon-wieder“-Karussell drehen?

Kommt lieber schon mal mit in die Zukunft:

Die Infothek für Realutopien stellt kostenfrei utopische Medien, Methoden und Konzepte bereit – und will Lust machen auf eine schönere, regenerative Zukunft Hinter der Plattform steht Reinventing Society – ein Think-and-Do-Tank für eine sozial-ökologische Transformation.

Grenzen sehen, Grenzen ziehen

Verletzendes Verhalten in Kitas ist längst kein seltenes „Ausrutscher-Thema“ mehr, sondern rückt immer stärker in den Alltag und in die Debatte. In den ver.di-Schriften zur Sozialen Arbeit schauen Elke Alsago (ver.di) und Nicolas Meyer (Hochschule Fulda) mit einer Studie genauer hin: Was passiert da eigentlich und warum?

Grundlage ist eine Online-Befragung von über 900 pädagogischen Fachkräften, die von ihren Erfahrungen mit Gewalt im Kita-Alltag berichten. Das Ergebnis: Gewalt ist kein Randphänomen, sondern hängt oft mit Strukturen zusammen, die knirschen, vom Fachkräftemangel über fehlende Schutzkonzepte bis hin zu einer Kultur, die Übergriffe (zu) leicht hinnimmt. Und die Studie bleibt nicht beim Alarm stehen, sondern zeigt: Wo müssen Praxis, Träger, Politik und Ausbildung ansetzen, damit Kinderschutz nicht nur gut klingt, sondern wirkt.

 

HÖREN

Ungerechtigkeit hat viele Gesichter im Alltag.
Was tun, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt? Mediative Tipps von Rene Träder

Zwischen Wickeln, Wut und Wegsehen

In einer Befragung berichten Kitamitarbeitende, dass sie relativ häufig Situationen beobachten, in denen sie eingreifen möchten, um Kinder vor seelischer Gewalt (Beschämen, Ausgrenzen), Vernachlässigung (Trost verweigern, zu selten wickeln), körperlicher Gewalt (Zerren, Schubsen, grobes Festhalten) oder auch sexualisierten Grenzverletzungen (gegen den Willen auf den Schoß nehmen, küssen) zu schützen. Konkrete Beispiele wurden nicht abgefragt, aber Lagemann nennt typische Alltagsszenen wie die Essenssituation, in der Kinder etwa immer noch fixiert werden oder „ruhig funktionieren“ sollen.

Für Beobachtende ist das stark belastend: Viele fühlen Mitgefühl, Ärger, Ohnmacht, Scham oder Resignation, teils sogar mit körperlichen Stressreaktionen.

Dass nur ein Fünftel verlässlich eingreift, erklärt sie vor allem mit Unsicherheit in der Einschätzung und mit Gruppendruck im Team (Angst vor Konflikten, Ausgrenzung, nicht ernst genommen zu werden) und betont: Der wichtigste Risikofaktor ist nicht „nur“ Stress, sondern die Qualität der Teamarbeit.

Besserer Kinderschutz braucht deshalb strukturelle Entlastung, aber auch in jeder Kita Raum für Reflexion, ansprechbare Leitung, Feedback- und Fehler­kultur sowie gelebte Schutzkonzepte, und Eltern sollen ermutigt werden, selbstbewusst nachzufragen, ohne pauschal zu misstrauen.

 

LESEN

 

Zwei Frauen aus unterschiedlichen
Generationen stellen ihre Bücher vor.
Thema Ungerechtigkeit. Über eine Welt,
die nicht fair spielt.

Zwei Seiten – Der Podcast über Bücher:

 

 

 

Foto: Caleb Woods, unsplash

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