Moor Myrte und das Zaubergarn

Bilderbuch

Sid Sharp erzählt von zwei Schwestern, die in bitterer Armut leben – und doch kaum unterschiedlicher sein könnten. Beatrice ist freundlich, neugierig und erfinderisch. Magnolia dagegen mürrisch, eigennützig und grausam, nicht zuletzt zu den Spinnen, denen sie genüsslich die Beine ausreißt.

Gerade diese Spinnen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Sie fangen Fliegen im zugigen Haus der Schwestern, spinnen Zauberseide und werden schließlich zu Arbeiterinnen, die sich gegen Ausbeutung wehren. Denn Beatrice erhält von der geheimnisvollen Moor Myrte – einem fabelhaften Spinnenwesen – magische Seide, aus der sie für Magnolia einen wunderbar warmen Pullover strickt. Als dieser zum Verkaufsschlager wird, will Magnolia mehr. Die Spinnen aber streiken.

Magnolia macht sich selbst auf die Suche nach neuer Zauberseide und trifft dabei auf Moor Myrte, die keinerlei Ausbeutung duldet. Alles im Wald hat seinen Platz, nichts ist entbehrlich. Als Magnolia schließlich auch noch den liebevoll gestrickten Pullover mit Füßen tritt, ist das Maß voll: Moor Myrte verwandelt sie in eine Fliege – und frisst sie.

Beatrice hingegen erschafft sich aus Spinnweben und Rattenschwänzen eine neue Schwester und lebt mit ihr weiter. Märchenhaft? Ja. Harmlos? Keineswegs. Mit grellen, grotesken Bildern und scharfem Humor hält Sid Sharp unserer Gesellschaft den Spiegel vor. Das Buch erzählt von Macht und Gier, von Ausbeutung und Widerstand – und davon, wie wichtig Umsicht, Solidarität und Mut sind.

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