Der geniale Schwamm

Seit dem Start unserer pädagogischen Fachzeitschrift #wamiki heißt es in jedem Heft: Teuer muss nicht sein, aber kreativ! Michael Fink inspiziert Ausgesondertes, um nach Dingen zu suchen, die kaum etwas kosten, aber Kinder anregen, kleine Forscher oder Künstler zu werden.

Wir wamikis haben gedacht, diese zahlreichen Ideen zum kreativen Gestalten mit einfachsten Mitteln sollten wir einfach einmal aus dem Archiv holen und auf dem Blog all jenen anbieten, die gerade zwangsweise zu Hause verbringen müssen – Stichwort #Corona-Pandemie. Viele der Dinge könnten bei Euch herumliegen, andere lassen sich sehr leicht und kostengünstig beschaffen.

Wir wünschen Euch kreative Anstöße mit den tollen 1€-Gestaltungsideen von Michael Fink. Diesmal nimmt er den Haushaltsschwamm als Material zum kreativen Gestalten.

Achja: die Artikel könnt ihr Euch unten ganz einfach als PDF herunterladen!

 

 

Tisch mit Schwämmen und Farbe
Tisch mit Schwämmen und Farbe

 

Schwämme verwendet der Mensch schon ewig. Lange vor der Erfindung des Schaumstoff-Schwamms wurden die Skelette einer Meeresschwamm-Art aus dem Wasser gefischt und getrocknet, um sie zum Beispiel als Badeschwämme zu benutzen. Der Bibel entnehmen wir, dass dem am Kreuz dürstenden Jesus ein in Essig getränkter Schwamm gereicht wurde.

Wie der Naturschwamm hat auch der heutige Putzschwamm eine sehr geringe Dichte, die ihn leicht macht. Sein durch Aufschäumen von Kunststoff entstandenes Gewebe kann viel Wasser aufsaugen. Das gilt auch für manche Pilze, denen man in Süddeutschland und Österreich deshalb den Namen dieses praktischen Meeresbewohners verlieh: Schwammerl.

In der Kreativwerkstatt entdecken Kinder schnell: Schwämme sind toll! Das weiche Material lässt sich leicht schneiden – entweder in Stücke oder in Blöcke, um wie ein Bildhauer allmählich Formen oder Köpfe freizulegen, äh, freizuschnibbeln. Zum Kleben eignen sich Schwämme ebenso gut, denn der Klebstoff wird sofort aufgesaugt und dringt tief in die zu verbindenden Stücke ein. Am schnellsten verbindet lösungsmittelhaltiger Kleber die Schwämme. Weil sie so leicht sind, haften selbst Schwammstücke aneinander, die nur ganz kleine Klebstellen haben.

Besonders praktisch: In Schwämme kann man spitze Dinge pieken – zum Beispiel Zahnstocher. Sie helfen, wenn der Kleber zu langsam trocknet, und erlauben, ganze Schwamm-Gebilde zusammenzustecken. Sogar ohne Kleber und Zahnstocher haften Schwämme aneinander und lassen sich wie Bausteine miteinander verbinden. Weil sie so wenig wiegen, ist das bei höheren Bauten jedoch eine fragile Angelegenheit.

Darüber hinaus eignen sich Schwammstücke auch gut zum Drucken, denn sie saugen Farbe schnell auf und geben sie leicht wieder ab. Weniger angenehm ist, dass kleine Schwammstücke der elektrostatischen Aufladung wegen an der Kleidung haften. Darüber tröstet ihre allgemeine Harmlosigkeit, Leichtigkeit und Weichheit jedoch hinweg. Deshalb: Wie wäre es mit einer Schwamm-Schlacht?

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