NEU: Mahlzeit! The Best of Besteck

Seit dem Start unserer pädagogischen Fachzeitschrift #wamiki heißt es in jedem Heft: Teuer muss nicht sein, aber kreativ! Michael Fink inspiziert Ausgesondertes, um nach Dingen zu suchen, die kaum etwas kosten, aber Kinder anregen, kleine Forscher oder Künstler zu werden.

Wir wamikis haben gedacht, diese zahlreichen Ideen zum kreativen Gestalten mit einfachsten Mitteln sollten wir einfach einmal aus dem Archiv holen und auf dem Blog all jenen anbieten, die gerade zwangsweise zu Hause verbringen müssen – Stichwort #Corona-Pandemie. Viele der Dinge könnten bei Euch herumliegen, andere lassen sich sehr leicht und kostengünstig beschaffen.

Wir wünschen Euch kreative Anstöße mit den tollen 1€-Gestaltungsideen von Michael Fink. Diesmal hat er Plastikbesteck für sich entdeckt.

Achja: die Artikel könnt ihr Euch unten ganz einfach als PDF herunterladen!

 

Jegliches hat seine Zeit, verspricht die Bibel. Andy Warhol prophezeit sogar konkret, wie viel persönliche Zeit jeder erhält, um ein Mal im Leben berühmt zu sein: 15 Minuten.

Unser heutiger Rubrikengast bekommt ein wenig mehr Zeit für seinen größten Auftritt: Durchschnittlich 17 Minuten dauert der Außer-Haus-Verzehr, bei dem Plastikbesteck und Pappteller uns so nahe sein dürfen wie sonst nie. Trotz der Kürze dieses Ruhms wird vielen Plastikgabeln und -löffeln danach Unsterblichkeit zuteil, wandern sie doch über Flüsse ins Meer und dämmern in dessen Tiefen auf umweltschädlichste Weise bis zum Jahr Unendlich vor sich hin. Autsch!

 

Woran liegt’s? An unserer Dummheit und Gedankenlosigkeit. Denn wir könnten Gabel, Messer und Löffel für den Außerhausverzehr in einem Bestecktäschlein leicht mit uns führen. Ja, aber… Das nach dem Essen durch Ablecken nur unvollkommen gereinigte Essbesteck müssten wir mit nach Hause nehmen – in unseren hochwertigen Taschen, in denen sich unsere Smartphones, zerbrochene Kajalstifte, Portmonees, zerfetzte Taschentuchpackungen und in Nanopartikel zerbröselte Stückchen der veganen Gemüsequiche tummeln, die wir neulich nicht aufgefuttert hatten. Tja, wer sich vor seiner Spucke ekelt, hat nun ein Problem. Da es unlösbar ist, versaut er lieber die Weltmeere.

Mein Tipp: Solange es Plastikbesteck gibt, sollte man es nach dem Benutzen abspülen und verbauen. Bearbeiten lässt es sich gut, etwa beim Verkleben mit Heißkleber oder doppelseitigem Klebeband. Erhitzt man die Spitze des Kastanienbohrers eine Minute über einer Kerze, lassen sich Löcher in Gabel, Löffel oder Messer bohren. Hält man sie mit etwas Abstand über die Kerze, lassen sie sich schon nach kurzer Zeit verformen.

Und was baut man? Gut machen sich die in verschiedenen Farben erhältlichen Besteckteile als Plastik-Land-Art-Blütenblätter, als Tischbeine oder waghalsige Turm-Konstruktionen, als Vogelfederkleid oder Skelett. Kombiniert mit einem Pappteller, werden sie zur Uhr, die ohne Worte sagen kann, was die verehrte Kollegenschaft uns jeden Mittag entgegenbrüllt:

„Mahlzeit!“

  Fotos: Michael Fink

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