Buchstaben versenken

Performative Zugänge zu Chris van Allsburgs Bilderbuch »Das Z zerplatzt« Kaum zu glauben, aber es gibt sie wirklich! Es gibt Bilderbücher, die si ch ausgesprochen redlich um die Vermittlung des Alphabets bemühen und trotzdem spannende Geschichten erzählen — bis zur letzten Seite. »Das Z zerplatzt« von Chris van Allsburg ist so ein Bilderbuch, das jeden…

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Vom Zauber des Schreibens

Wie Kinder zwischen zwei und acht Jahren den „Code“ des geschriebenen Alphabets recherchieren   Sehr früh im Leben erkennen Kinder die Formen des Schreibens, die die Kultur, in die sie hineingeboren wurden, sich selbst gegeben hat. Sie versuchen, diese zu interpretieren, sie haben Ideen und stellen sich Fragen dazu. Es ist wichtig, Kindern zu gestatten,…

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Das Haus und die Zeit

Geflüchtete Kinder aus Syrien und Afghanistan, 2016 gerade erst in Deutschland ­angekommen, bekamen im Rahmen des „Deutsch als Zweitsprache“-Unterrichts an einer Grundschule in Hessen die Möglichkeit, sich langsam an die neue Umgebung zu gewöhnen. Die Sprache, die Menschen, denen sie begegneten, und die Regeln des Umgangs miteinander – alles war ihnen fremd. Claudia Jirka berichtet,…

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Treppenstimmen

Im Dialog mit Orten: Eine Metalltreppe verwandelt sich in eine Musiktreppe Akteure: Kinder zwischen 3 und 5 Jahren, Kindergarten 8. März in Reggio-Emilia/Italien Künstler*innen: Maura Rovacchi, Carmine Scianguetta Lehrer*innen: Lorenza Bianchi, Anna Preite Pädagog*innen: Alessia Forghieri, Annalisa Rabotti Mitarbeiter*inner: Filippo Chieli, Elena Giacopini, Michele Pauli Die Kinder hatten das Malaguzzi-Zentrum besucht und dort eine Treppe…

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  • Die Mitter­nachtsmaus und der ­Wolkenkratzer
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Die Mitter­nachtsmaus und der ­Wolkenkratzer

Ein Sprachspiel, das Geschichten aufwecken kann Weiter lesen…

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Reimereien

„Eene meene mei, flieg los, Kartoffelbrei! Hex hex!“ So klingt es seit Wochen durch Kita und Garten. Mit den Besen können die Kinder weder Sand noch Laub fegen, weil sie als Hexenfluggeräte gebraucht werden. Bibi Blocksberg ist das Vorbild für die Kindergartenhexlein und -zauberer, die auf ihren Besen durch den Garten sausen und immer neue Zaubersprüche erfinden. Sogar beim Mittagessen wird gezaubert: „Eene meene brat, hier steht der Spinat.“

Als sich die Faschingszeit nähert, überlegen wir: Welche Themen begeistern die Kinder? Sollen wir wieder einen Zauberfasching feiern wie vor drei Jahren? Die Kinder, die damals dabei waren, sind nun schon in der Schule…

Doch dann gibt es einen neuen Vorschlag: Reim­fasching. Reimereien durchziehen unseren Kita-Alltag. In vielen Lieblingsbüchern der Kinder sind die Texte gereimt. Bewegungsspiele und Lieder, Reimmemory und Tischsprüche sind auch beliebt. Und gereimt kommt sogar die Aufforderung zum Aufräumen manchmal gut an.

Aber: Was für Kostüme könnten wir anziehen? Wo steckt in der Verkleidung der Reim? Das beschäftigt eher die Erwachsenen. Denn die Kinder wissen: Sie können kommen, wie sie wollen. Es wird sich schon ein Reim finden für den Piraten, die Prinzessin, den Hasen oder den Clown.

Am Faschingsdienstag, das Haus ist mit Luftballons, Luftschlangen und Reimbildern geschmückt, begeistert uns Nikita mit seinem Kostüm. Er ist als Reimmemory gekommen. Die Memorykarten kann man aus den Taschen seines Kostüms ziehen. Wer findet das passende Paar? Elise ist eine Katze. Kratzt sie mit ihrer Tatze? Maus Lennya fürchtet sich ein wenig vor ihr. Aber der Pirat Luis beschützt sie. Noch eine Katze kommt in die Kita – das ist die Katze Rita. Und dort kommt ein Dieb mit Sieb. Aber was reimt sich auf Roboter? Kein Problem, denn Toni ist als Roboter eine Art Reimmaschine. Reimereien fallen Toni leicht. Von ihm stammt das Reimpaar „Ritter – Splitter“ und auch das folgende Gedicht:

Für den Ritter
war das Leben bitter,
denn er hatte einen Splitter.

Was sollte er machen?
Er fragte den Drachen.

Der Drache biss zu,
zog den Splitter im Nu.

Als alle Faschingsgäste im Haus sind, beginnt das Frühstück. Ein gereimtes Büffet zu zaubern, das ist uns nicht gelungen. Aber immerhin reimt sich Fisch auf Tisch. Kleine Salzgebäck-Fischlein schwimmen nämlich um Teller und Schüsseln.

Nach dem Frühstück versammeln wir uns im Bewegungsraum. Mit Gesang und Reimereien werden die Kostüme vorgestellt. Hase Finn hat einen Zettel dabei. Seinen Reim lesen wir laut vor:

Ich bin ein Hoppelhase.
Schau mal meine Nase
Und hinten mein weißer Schwanz –
Wie cool ich tanz!

Für Prinzessin Paula hat der große Bruder Santiago gereimt:

Die Prinzessin trägt ´ne Krone,
Denn aus dem Haus geht sie nie ohne.

Als sich alle Feiernden in ihren Verkleidungen gezeigt haben, machen wir ein Reimspiel, bei dem die Kinder raten können, was sich worin befindet.

Was ist in der Tasche? Eine Flasche.
Was ist unter der Decke? Eine Schnecke.
Was ist im Topf? Ein Zopf.
Was ist im Schuh?

Das errät Rabia als erste und ruft: „Eine Kuh!“ Tatsächlich findet sich eine kleine Spielzeugkuh im Kinderschuh.Nach dem Raten gibt es Musik und Tanz. Wer genug gefeiert hat, kann sich ausruhen, spielen, malen oder mit Freunden Kostümteile wie Hexenbesen, Kronen oder Gummisäbel tauschen.

Mittags steht Spinatsuppe auf dem Tisch. Da passt der Spinatreim. „Lecker“, findet Selma, die heute zwar eine Chinesin ist, für die Suppe aber den Löffel nimmt.

StadtRebellen – 1 km2 x anders

Ein Kooperationsprojekt von kleine baumeister & Labyrinth Kindermuseum Berlin*

Gespräch mit Jessica Waldera (kleine Baumeister)

 

Das Projekt

Auf der ganzen Welt leben heute ca. 1,8 Milliarden Kinder unter 15 Jahren.

Nach Schätzungen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen – UNICEF wachsen weltweit mittlerweile rund eine Milliarde Kinder und Jugendliche in Städten auf – das ist fast die Hälfte aller Kinder. Das heißt, die Stadt ist für viele Kinder das unmittelbare Lebensumfeld, in dem sie prägende Erfahrungen machen und ihre Sicht auf die Welt entwickeln. Die Bedürfnisse, die Kinder in einer Großstadt haben, unterscheiden sich in vielen Punkten von denen der Erwachsenen. Dass Kinder ernstzunehmende Expert*innen in eigener Sache sind, davon ist vermehrt in politischen Strategiepapieren und Aktionsplänen zu lesen. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist eine Querschnittsaufgabe, Beteiligung macht fit für die Zukunft und schärft den wachen, kritischen Blick auf unsere Gesellschaft und unsere Städte.

Genau hier setzt das Projekt „Stadt-Rebellen – 1 km2 x anders“ an. Das Einmischen und die Partizipation von „Kindesbeinen“ an sind die Grundgedanken dieses Kooperationsprojektes des Labyrinth Kindermuseum Berlin und der kleinen baumeister. Die Stadt „rebellisch“ mit zu gestalten, ist für Mädchen und Jungen Herausforderung, Spaß und essentielle Lernerfahrung zugleich. Nacheinander erforschen in sechs Berliner Stadtteilen jeweils eine Kita-Gruppe und eine Grundschulklasse als Tandem einen Quadrat-Kilometer Stadt in ihrer unmittelbaren Umgebung. Dabei lernen die Kinder, wie eine Stadt entsteht, wie sie funktioniert und wie sie selbst aktiv in dieses Stadtgefüge eingreifen können. Nach der Forschungsphase im Kiez stellen die Mädchen und Jungen in einer öffentlichen Zwischenpräsentation die aus ihrer Sicht wichtigsten Probleme ihres Stadtumfelds vor. Sie stimmen hier demokratisch ab, welches der präsentierten Probleme sie dauerhaft angehen möchten. Auf dem Weg zur nachhaltigen Pro­blemlösung, die wiederum in einer Abschlusspräsentation der Öffentlichkeit vorgestellt wird, treten sie immer wieder mit kreativen Aktionen im Stadtbild in Erscheinung.

Damit ist ein wichtiger Teil des Projektes bereits benannt: Die Kinder werden sichtbar und hörbar – die StadtRebellen formulieren ihre Sicht auf die Stadt und vertreten mit lauter Stimme ihre Wünsche für einen kinderfreundlicheren Ort.

Methoden und Umsetzung

1_ Einführen & Fragen

Was ist eine Stadt? … und „Wie entsteht eine Stadt?“ sind die grundsätzlichen, ersten Fragen, die wir uns stellen. Die Antworten werden je nach Altersstruktur als großflächige, gemeinsame Zeichnungen, kleinteilige „Post-it“-Notizen, Piktogramme oder Wörter, Geräusche oder digitalisierte Gespräche gesammelt und festgehalten. Individuelle Spiele und Mitmachgeschichten zum allgemeinen Thema der Besiedlung von Land lassen die Kinder in das Thema eintauchen und die Komplexität der Entwicklung vom Dorf zur Großstadt mit all ihren Feinheiten, „Fallstricken“ und ihrer künstlerischen Freiheit begreifen. Über die Zeichnungen so genannter „mental maps“, individueller Schul- und Kitaweg-Pläne erarbeiten sich die Kinder die zweidimensionale Darstellung von Stadtplänen und Landkarten, die die Welt auf Papier strukturieren und kategorisieren. Darüber hinaus lassen sich individuelle Fragen und Forschungsgebiete durch die „mobile Fach-Bibliothek“ der kleinen baumeister beantworten. Je nach Alter setzen mathematische Einheiten zu Längen, Höhen und Breiten von städtebaulichen Elementen oder auch naturwissenschaftliche Exkursionen zu Pflanzen und Tieren in der Stadt weitere Impulse. Mit den Fragen „Was gefällt mir an meiner Stadt?“ und „Was gefällt mir nicht an meiner Stadt?“ gehen wir zum Projektabschnitt Nr.

2_ Forschen & Erkunden

Die standardmäßige Forschungsausrüstung der StadtRebellen besteht aus Kameras, Stiften, Laufmessrad, Diktiergeräten, Schallpegelmessgeräten, Sprühkreide, StadtRebellen-Schriftzug-Schablone und Stadtplänen des 1km2 großen Umfeldes der jeweiligen Schule bzw. Kita. Diese Grundausrüstung wird durch individuelle Dinge wie Luftballons, Müllzangen, Skizzen- und Tagebücher erweitert. Die wichtigsten Bestandteile bleiben jedoch die wachen und offenen Augen und Ohren der Kinder, die mit scharfem Blick und einer neuen, kritischen Perspektive ihre vertraute Umgebung untersuchen. Akribisch ergründen sie Unorte, Wohlfühlorte, Beschilderungen, Baustellen, Kreuzungen, Übergänge, Ampeln, Müll, Kunstobjekte, Pflanzen, Tiere, Geräusche, Entfernungen, Interessantes oder Skurriles. Alles wird festgehalten, vor Ort markiert, dokumentiert, katalogisiert und später in individuellen Darstellungen, wie zum Beispiel Plakaten, Infotürmen, Installationen oder auf Karten, festgehalten und ausgewertet.

3_ Präsentieren & Wählen

Nach der Auswertung ihrer jeweiligen Erkundung wählt jede Kindergruppe maximal zwei städtische Situationen bzw. Orte, die sie verändern möchte. Diese werden anschaulich, bisweilen künstlerisch gestaltet und sind ein erstes direktes Eingreifen in das gewohnte Stadtbild. Erste Ergebnisse in Form zum Beispiel dreidimensionaler Kunstobjekte tauchen in der Stadt auf, machen aufmerksam auf die Belange und Anliegen der Kinder. Die Zwischenpräsentation bietet zum einen Ort und Gelegenheit für den Austausch zwischen den beiden Altersstufen und bedeutet zum anderen das erste öffentliche Auftreten der StadtRebellen in ihrem km2 Umfeld. Die Zwischenpräsentation ist auch Ort der demokratischen Entscheidung, denn hier wählen die Kinder zwischen allen präsentierten Forderungen eine aus, die sie dann gemeinsam angehen wollen. Aus einem Kita- oder Grundschulvorschlag wird nun ein gemeinsames Thema der jeweiligen StadtRebellen.

4_ Umsetzen & Intervenieren

Mit der Zwischenpräsentation ist der Gestaltungsprozess angestoßen, die Umsetzung der gewünschten Veränderungen im Rahmen der finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten des Projektes steht nun im Vordergrund.

Es folgt der kreative Prozess des Entwickelns, Entwerfens und Bauens. In Kleingruppen diskutieren die Kinder Lösungsentwürfe. Die kleinen baumeister sorgen für den Austausch zwischen Kita und Grundschule bis eine Umsetzungsidee feststeht. Dann geht es ans Organisieren und Bauen. Teilweise müssen auch bürokratische Hürden in Angriff genommen werden, wie zum Beispiel die Beantragung eines Zebrastreifens. Den Abschluss bildet ein gemeinsames Präsentations- und Abschlussfest, zu dem eine breite Öffentlichkeit, Eltern, Expert*innen und Freund*innen eingeladen werden. Die Idee einer temporären oder auch nachhaltigen Umgestaltung der Stadt im öffentlichen Raum wird aufgebaut, präsentiert und erprobt.

Beispiele aus dem Projekt

Die StadtRebellen waren nacheinander in sechs Berliner Stadtteilen aktiv: So vielfältig wie die Bezirke sind auch die Ergebnisse.

Von Hundebaumgürtel-Service-Station in Wilmersdorf über StadtRebellenMobil in Schöneberg zu Ohr-Oase in Pankow – die Kinder haben die Situation in ihren Kiezen erfasst und blitzartig verbessert. Viele der Ideen sind absolut übertragbar und sind zur Nachahmung empfohlen. Alle Anregungen und Bauanleitungen sind auf dem Blog www.stadtrebellen.berlin einzusehen – Nachmachen erwünscht!

 

Beispiel 1: Wilmersdorf

Hunde-Service – einmal leermachen, bitte!

Der Startschuss des Projektes fällt für eine Kitagruppe und eine Grundschulklasse in Wilmersdorf. Während die Schüler*innen ihren 1km2 großen Bezirk in alle Richtungen nach vier selbstgestellten Themen ablaufen und analysieren, markieren die Kitakinder in forschem Tempo auf einer Strecke von 578m mit Luftballons ihre Lieblingsorte. Was wir nicht mögen, da zeigen wir drauf!

Weil die Kinder ihre Zeigefinger nicht im Stadtraum lassen können, stellen sie Gipsabdrücke ihrer Finger her und heben unschöne Zustände im Kiez damit hervor. Die Sammlung aller „Das-mag-ich-nicht“- Fotos wird schnell zur performativen Installation – wir drucken sie auf ausrangierte Kinder-T-Shirts und hängen sie für die Zwischenpräsentation auf eine 10m lange Wäscheleine auf dem Ludwigkirchplatz zwischen Spielplatz und Cafes. Die erste Rebellion hinterlässt ihre Spuren! Sie regt in den folgenden Wochen im Kiez eine fröhliche Diskussion über die Unorte der Kinder an. Die Abstimmung der Kinder ergibt, dass Lösungen für zu viele Zigarettenkippen und Hundehaufen hermüssen! Für alle Kinder ist es sonnenklar, dass hier die Hunde keine Schuld trifft, sondern die Halter sich besser um die Hinterlassenschaften kümmern müssen. Also wollen sie diese mit mehr Schaufeln, Tüten und Hinweisen zu Mülleimern ausstatten.

Nach Recherchen, dass viele Haufen an Blumen liegen, beschließen die Kinder, „Hundebaumgürtel-Service-­Stationen“ zu bauen. Um die Baumstämme gewickelt, versorgen diese die Hundebesitzer mit Säuberungsmaterial. Die Kitakinder wählen Bäume aus, messen deren Umfang, organisieren Tüten. Die Schulkinder schneiden, hämmern und nähen die Gürtel. Parallel werden Prototypen von Zigarettenschachteln entwickelt, in die Aschenbecher integriert sind und somit ein „In-die-Gegend-­werfen“ verhindern sollen. Die betreffenden Ideen schicken wir an Firmen der Zigarettenindustrie.

 

Beispiel 2: Schöneberg

StadtRebellen in Fahrt!

Parallel schauen sich fünf Gruppen ihren Kiez genauer an und finden erstaunlicherweise drei große Oberthemen: Sie entdecken unglaublich viel Verschmutzung und Müll, laute und gefährliche Straßenkreuzungen mit kurzen Ampelphasen bzw. zu wenig Zebrastreifen sowie zu wenig Orte, die zum Verweilen und Ausruhen einladen. Schon in der Erkundungsphase hinterlassen die Kinder ausrangierte und bemalte Kinderschuhe mit Fähnchen im Stadtbild oder verwandeln Poller mit Klebeband zu auffälligen Kunstwerken.

Beide Interventionen sollen auf nicht einsehbare Einfahrten oder wild parkende Autos hinweisen, die die Sicht der Kinder einschränken. Gleichzeitig bewundern alle aber auch farbige und großformatige „Street Art“-Kunstwerke freier Künstler an vielen Hauswänden.

Auf der gemeinsamen Zwischenpräsentation an der stark befahrenen Hauptstraße tauschen sich die Gruppen mit dem Megaphon aus und lassen aus dem gefundenen Müll eine Gipsskulptur entstehen, die später im Museum zu sehen sein wird. Sie wählen fast einstimmig, sich um die gefährlichen Straßenübergänge zu kümmern. In der Realisierungsphase werden Ampelphasen gestoppt und gefilmt. Mithilfe einer Verkehrspolizistin werden Gefahrensituationen analysiert und Verkehrs-und Präventionstraining mit Kitakindern und MELO-Schülern absolviert. Da die Beantragung eines Zebrastreifens nach Erkundigungen der Kinder im Rathaus sehr viel länger dauern würde, als das Projekt Zeit hat, wird ein „Verkehrssicherheitsmobil“ entwickelt: Auf einem umgebauten Bollerwagen finden sich verlängerte Spiegel, um über parkende Autos zu schauen, Schablonen zur Markierung unübersichtlicher Einfahrten auf Fußwegen, Stopp-Kellen zur Straßenabsicherung und ein 6 m langer ausrollbarer Zebrastreifen zur Straßenüberquerung. Zur gemeinsamen Abschlusspräsentation gibt es neben Ampelmännchen-Keksen und Theaterstücken der MELO-Schüler*innen also auch einen kurzzeitigen Stau auf der Motzstraße, als die Kinder mit ihrem nigelnagelneuen Zebrastreifen die Straße überqueren!

 

Beispiel 3: Lichtenberg

Bücher wachsen an Bäumen!

Vom Süden Berlins erreichen die StadtRebellen nun den Osten – mit all seinen faszinierenden Plattenbauten, deren Fensterformen und Fassadenmuster die Kinder auf der Kiezbetrachtung sofort dokumentieren. Schon unmittelbar vor unseren Expeditionen formulieren die Kitakinder einen Missstand: Es gibt viel zu viele Hundehaufen und Glasscherben rund um ihre Kita! Also gehen wir ausgerüstet mit Sprühkreide und Eisschirmchen los, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Alle Scherben werden auf dem grauen Asphalt leuchtend grün hervorgehoben und alle Haufen bekommen ein Schirmchen. Dekoriert fallen die Haufen nicht nur sofort ins Auge, es sieht auch fast hübsch aus und ein Kind flüstert leise: „Ach, wenn doch jedes Häufchen eine Blume wäre!“ Die Schulkinder formulieren auf den von ihnen im Anschluss angefertigten Zeichnungen in Sprechblasen ihre Wünsche: Solarbetriebene und fliegende Fortbewegungsmittel, fröhlichere Fußwege und kostenlose Bücher für alle Alle! Bei der Zwischenpräsentation werden die Anliegen der Kindergruppen illustriert durch bunte Gläser und Bilder in großflächiger Folie, aufgespannt zwischen den noch kahlen Winterbäumen im benachbarten Park. Sie sind Entscheidungsgrundlage für die Abstimmung. Schnell ist klar: Alle Kinder wünschen sich kostenlose Bücher! Jetzt benötigen wir Buchspenden und Orte, an denen sie getauscht werden können: Kein Problem für die StadtRebellen. Ausrangierte und oft gelesene Werke finden ihren Weg in die Sammelkiste. Als Tauschort wäre der Park toll, denn da kommen die meisten Kinder auf dem Hin- und Rückweg zur Kita und Schule vorbei. Wir verwerfen die Idee, die vielen Bäume im Park als Orte für den Buchtausch zu nutzen, da wir die Bäume nicht verletzen wollen – also entwerfen wir kurzerhand einen eigenen, robusten und pflegeleichten „Baum“!

Aus vielen geraden, gebogenen und verzweigten Regenrohren entsteht ein Baumgebilde. Schnell Beton anrühren und damit den „Baumstamm“ in einem Baueimer fixieren – fertig! Damit der Baum auch auffällt, erhält er eine Dekoration aus neonfarbigen Klebeband-Streifen. Nun fehlen nur noch die Bücher: Farbig sortiert nach Alter wie in der Schulbibliothek wandern alle Buch- und Spielzeug­spenden in regendichte, durchsichtige Beutel mit Reißverschluss. Diese befestigen die Kinder mit leuchtend bunten Bändern in von ihnen vorgebohrten Löchern der „Äste“.

Ein Rollbrett sorgt für die nötige Mobilität des „Buchtauschbaums“ – schon bei der Abschlusspräsentation werden die Bäume zwischen Kita und Schule, Präsentationsort und abschließendem Buffet hin und her geschoben.

 

 

Grenz­erfahrungen

Eine Expedition entlang der deutsch-polnischen Grenze

Drei Erwachsene — Udel Best, Christa Preissing und Andreas Münzer — wollen sich auf eine Forschungsreise begeben. Alle drei verbindet das Interesse am gemeinsamen entdeckenden Lernen, sie verstehen sich als fragende, neugierige Erwachsene und haben Lust auf Unbekanntes. Aber wohin soll die Reise gehen?

Udel liefert bei der Projektplanung das Stichwort: Ränder! Irgendwann richten sich die Blicke auf den östlichen Rand Deutschlands, und zwar auf die deutsch-polnische Grenze entlang der Flüsse Neiße und Oder.

Dass die Reise ein Abenteuer werden würde, ist den dreien klar. Andreas beschreibt es so: „Diese Grenze tut ein bisschen weh, ist mit Vorurteilen belastet. Sie hat mit Schuld und Vertreibung zu tun.“ Zugleich birgt die Reise die Chance, „innere Bilder und Bilder von außen zu reflektieren“, findet Udel. „Deshalb ist nichts besser, als hingehen, offen sein, Eindrücke aufnehmen und mit den Menschen sprechen, die wir treffen werden.“

Beginnen soll die Reise an der Stelle, an der sich die Länder Tschechien, Polen und Deutschland treffen, also im Dreiländereck an der Neiße. Dem Fluss will man folgen, bis er sich mit der Oder vereint. Danach soll die Grenzführung bis zur Ostsee der Orientierung dienen. Zahlreiche Reiseführer, die über Natur, Kultur und Geschichte auf beiden Seiten der Flüsse informieren, werden zu Rate gezogen, und die Rollen werden verteilt: Udel fotografiert, Andreas filmt und Christa schreibt das Log-Buch.

Eine Expedition ist kein Urlaub. Sie muss geplant und vorbereitet werden. Es kann auch nicht schaden, sich Gedanken darüber zu machen, was jeden Reisenden am meisten interessiert, bevor es losgeht. Was immer unterwegs dann passiert…

Dies ist ein Auszug aus einem größeren Bericht in wamiki 6/2017, unserem pädagogischen Fachmagazin, den wir für den Blog freigeschaltet haben. Den ganzen Artikel könnt Ihr Euch hier als PDF herunterladen. Viel Spaß beim Lesen!

Grenzerfahrungen

Eine Expedition entlang der deutsch-polnischen Grenze

Drei Erwachsene — Udel Best, Christa Preissing und Andreas Münzer — wollen sich auf eine Forschungsreise begeben. Alle drei verbindet das Interesse am gemeinsamen entdeckenden Lernen, sie verstehen sich als fragende, neugierige Erwachsene und haben Lust auf Unbekanntes. Aber wohin soll die Reise gehen? Udel liefert bei der Projektplanung das Stichwort: Ränder! Irgendwann richten sich die Blicke auf den östlichen Rand Deutschlands, und zwar auf die deutsch-polnische Grenze entlang der Flüsse Neiße und Oder.

Der Artikel ist wegen der Erreichbarkeit der ihn ihm enthaltenen weiterführenden Links als PDF downloadbar: Grenzerfahrungen_#6_2017

Coffee for life Oder Social Entrepreneurship

Erstens: Ich komme, reicher Vater hin oder her, aus sehr armen Verhältnissen, die High Society langweilt mich; es ist besser, mit den Armen zusammenzuarbeiten, als den Reichen zu helfen, noch reicher zu werden.
Zweitens: Ich bin lieber meine eigene Unternehmerin als gutbezahlte Marionette in Firmen, deren Macken ich mittragen soll.
Drittens: Ich heirate nicht, denn ich will auch keine Marionette in privaten Verhältnissen sein.
Viertens: „Think big“; wenn ich etwas anfange, dann nicht auf kleiner Flamme.

Das ist die Geschichte vom armen thailändischen Mädchen Praewa, das zur reichen Unternehmerin wurde und den armen Kindern Gutes tut.

Aufgeschrieben hat sie für unsere Fachzeitschrift #wamiki 5/2017 zum Thema Konsum/Kaufen  Jürgen Zimmer, emeritierter Professor für Erziehungswissenschaft und Mitgründer der School for Life Chiang Mai/Thailand (2003); Präsident der School for Life Foundation/Thailand und Mitgründer und pädagogischer Leiter der Beluga (später Hanseatic) School for Life Phang Nga/ Thailand (2005).

Hier könnt Ihr den vollständigen Artikel von Jürgen Zimmer als PDF herunterladen

Viel Spaß beim Lesen!

Auf dem Basar

Musikalische Spielgeschichten sind fantasievolle Erzählungen, in die musikalische Elemente eingeflochten werden. Sie können in Morgenkreisen oder in der Angebotszeit eingesetzt und als Musiktheaterstücke aufgeführt werden. Die Kinder begleiten die Geschichten mit Instrumenten, rhythmischen Sprechgesängen, Tänzen, Liedern und Stimmklängen.
Bei den Geschichten kommt es nicht auf jedes Wort an. Sie können gekürzt oder durch Ideen der Kinder verändert werden. Es braucht lediglich Erzählfreude, damit die Kinder den Geschichten neugierig folgen, die Stimmklänge mit Entdecker-Lust ausprobieren und die Rhythmus-Verse mitsprechen. Die Geschichte vom orientalischen Basar beginnt nicht mit Worten, sondern mit Gesten. Die Hand wird zum fliegenden Teppich, der durch die Luft saust, Kurven macht und sich auch mal hinter dem Rücken versteckt. Dabei werden die Kinder neugierig. Erst recht, wenn Stimmklänge den Flug des Teppichs begleiten.

 

Das interaktive PDF bitte hier downloaden und mit dem kostenlosen Acrobat-Reader öffnen, um die integrierten Audiodateien abspielen zu können. Die Audio Aufnahmen nahmen die Autorinnen Eva Biallas und Dorle Lemke gemeinsam mit ihrem Kollegen Kai Schnabel auf.

alle Audiofiles als .zip zum Download:

Bienen diskutieren nicht…

Bienenstöcke im Garten einer Kita – das ist doch viel zu gefährlich. Ist es nicht, wenn man es so macht wie im Kinderhaus Waldlaubersheim. Weiter lesen…

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