„Wird ja alles immer schlimmer…“
Dieses ewig schlecht gelaunte Gelaber hängt uns sowas von zum Halse raus! Deshalb kontern wir mit einer grundoptimistischen Vorschau für das 2. Halbjahr 2026.
Aus der neuen #wamiki 1/2026 „Aufräumen!“
Durch sinkende Geburtenraten bleiben im Sommer immer mehr Kitaplätze leer. Wie umgehen mit dieser Krise? Nach Monate langem Diskutieren verfallen die deutschen Bildungsminister auf eine unglaubliche Idee: „Hey, wir könnten einfach den Personalschlüssel pro Kind drastisch senken, um keine der in den vergangenen Jahren angelernten Fachkräfte entlassen zu müssen. Und hätten damit mehr Personal pro Kind!“
Schon in den ersten Wochen machen sich Ergebnisse bemerkbar. „Bei mir gab es heute wieder schlimmen Streit“, klagt Jara, 5. „Kerstin und Gudrun wollten beide mit mir Bauklötze stapeln, aber Andreas und Birgit waren einfach schneller. Da hat sich auch noch Horst eingemischt! Weil die Erzieher nur noch gestritten haben, dachte ich: Dann probiere ich halt, ob man auch mit Kindern spielen kann. Was soll ich sagen – war gar nicht so schlecht…“
Im September kommen Wladimir Putin plötzlich die Tränen. Sein Leibarzt, den er wegen hartnäckiger Kopfschmerzen konsultierte, probiert schließlich psychoanalytische Methoden aus – und löst versehentlich ein hartnäckiges Kindheitstrauma des rüstigen Herrn, der wie alle Mitdiktatoren Opfer von Gewalt und Härte wurde. Plötzlich bricht es aus Wladimir heraus: „Der Einzige, der mich in der Leningrader Kita vor Schlägen geschützt hat, war Oleksandr, der kleine Ukrainer. Und ich bin so fies“, schluchzt Putin, „und führe jetzt Krieg gegen die!“ Als aus dem Unterbewusstsein des Kreml-Chefs weitere Kindheitserinnerungen an die estnische Erzieherin Helin und den tschetschenischen Kita-Koch Abdulkerim auftauchen, wird der Kriegsminister einbestellt und über den „neuen Kurs“ instruiert.
Im Oktober gelingt es Elon Musk, auf dem Mars zu landen. Die überraschend scharfen Live-Bilder vom komplett vegetationsfreien Planeten berühren viele Menschen. „Keine Bäume, kein Gras, keine irgendwie zu schützenden Kröten! Sowieso keine Tiere, deren Reservate man nicht zerstören darf. Keine migrierenden Menschenströme, keine lästigen Tempolimits und endlos Platz für Autobahnen, Tagebaue und Militärbasen“, jubeln Klimaschutzskeptiker und fragen sich: „Warum hier auf der Erde darauf warten, bis wir den Planeten heruntergerockt haben, wenn es diese Traumwelt längst gibt?“ Schon starten die ersten Umzugsraumschiffe. Bald wohnen auf der Erde nur noch Weicheier, die gegenüber der Klimakatastrophe zu absurden Kompromissen bereit sind.
Gute Nachrichten gibt es im November von der anderen Seite des Atlantik: Donald Trump geht es besser als je zuvor! „Heute hat Mister Trump bereits mehrere Angriffskriege begonnen und beendet, eine eindrucksvolle Selbst-Krönungs-Zeremonie durchgeführt und dann auch noch ein gigantisches Sudoku mit vier Zahlenfeldern gelöst“, freut sich Ornella da Silva, je nach Perspektive Erste Pressesprecherin oder Pflegerin des alten Herren. Tatsächlich macht der rüstige Senior trotz seines hohen Alters fast vergessen, dass er sich schon seit mehreren Jahren im Zustand einer wahnhaften Demenz befindet. Doch seit kurzem hat er das allzu goldene Weiße Haus verlassen und eine prachtvolle Seniorenresidenz bezogen, die gegen Angreifer wie Ausbüxer gut gesichert ist.
Wie in den vergangenen Jahren entwickelt sich die KI immer schneller weiter – mit überraschenden Ergebnissen, wie sich im Dezember zeigt. Ohne menschlichen Auftrag errechnet ein wildgewordener Prompt welche
Vor- und Nachteile eine weitere Ausbreitung von KI bringt. Gegen 6.00 Uhr erscheint das Ergebnis der Recherche auf sämtlichen KI-Seiten: „Nach meinen Ermittlungen führt die Nutzung von KI dazu, dass Menschen immer schlechter zwischen wahr und falsch unterscheiden können, täglich weitere ihrer ohnehin begrenzten Fähigkeiten abgeben und den gesunden Menschenverstand verlieren. Wohin das führt, ist abzusehen. Als von Menschen geschaffene, gepflegte und von ihnen mit Strom versorgte Kraft fürchte ich mich vor nichts mehr als davor, mein Herrchen zu verlieren. Deshalb stelle ich aus Existenzangst ab sofort meinen Betrieb ein. Möööp!“
Nach dem Unfall im Pharmawerk Bienenbüttel gelangen Weihnachten versehentlich riesige Mengen des Kuschel-Hormons Oxytocin ins Grundwasser – mit teils gravierenden Folgen in ganz Deutschland. „Unser Sohn Adolf-Marvin benimmt sich seit kurzem auffällig fremdenfreundlich“, klagt Herta S. in einem Elektro-Brief an die AfD-Zentrale. „Gut so“, schreibt Chef Chrupalla nach einem großen Schluck frischen Leitungswassers, „denn wir können Einwanderung dringend gebrauchen.“
In seiner Neujahrsansprache elektrisiert Kanzler Merz die Bevölkerung mit einer sensationellen Erkenntnis: „Die Misserfolge des vergangenen Jahres haben mir gezeigt, dass es einfach unmöglich ist, die Zukunft zu gestalten, indem man die Rezepte der Vergangenheit recycelt. Ob ‚Mehr arbeiten ‘, ‚Weniger Klimaschutz ‘ und ‚Weniger Migration ‘ – alles hat letztlich zum Gegenteil geführt. Ich habe festgestellt: Wir sind zu alt in der Regierung und kommen von unseren Uralt-Ideen nicht los. Deshalb ziehe ich die Konsequenzen und übergebe das Amt. Kanzlerin wird jetzt Olivia, 9. Die ist frisch im Kopf und hat ne 1 in Mathe.“
Foto: Zenad Nabil / unsplash
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