Pädagogik aufräumen

Jalousie

Pädagogik lebt von Ritualen, heißt es. Erzieher, Lehrer und *innen machen alles Mögliche, weil es nun mal derzeit üblich oder sogar vorgeschrieben ist. Egal, ob es Sinn hat oder nicht. Sinnvoll ist es aber auf jeden Fall, ab und zu auszumisten. Deswegen stellt diese Rubrik pädagogische Gewohnheiten aufs Tapet und fragt ganz ergebnisoffen: Ist das pädagogische Kunst, oder kann das weg?

Anonyme Evaluationsbögen

Wer sich gern durch RUMSCHREIEN Luft macht, findet im Kindergarten eine brauchbare Alternative zum Internet-Forum oder der Kommentar-Spalte unterm Youtube-­Video: Bei der jährlichen, „selbstverständlich anonym ausgewerteten“ Elternbefragung kann man mal richtig die Sau rauslassen.

Pädagog*innen profitieren eher nicht vom Wissen, dass Eltern – vielleicht dieser Vater von Merle oder die super-freundliche Mutter von Jim – den „Scheiß-Kindergarten kein zweites Mal auswählen würden“. Auch viele traurige Smileys auf der Einschätzskala helfen nicht, die Frage zu beantworten, was besser zu machen wäre, verunsichern aber zuverlässig.

Wäre vielleicht besser: Genaue Adressierung, um über Kritik sprechen zu können. Und ein offenes Gespräch auf dem Sonder-Elternabend zum Thema: Was können wir verbessern?

Oder was meinst du?

Foto: Mr. Nico / photocase.de

Michael Fink

Michael Fink ist Autor und Fortbildner.

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