Zwischen Inklusion und Nixklusion

Erlebnistag der Klasse im Wald. Gemeinsam mit einem Trainer geht es um Teambildung. Die Kinder sollen eine freistehende Leiter besteigen.
Die Leiter wird von den Kindern selbst gut gesichert, ist aber ziemlich wackelig.
DAS MÄDCHEN mag steile Treppen, Leitern und ähnliches überhaupt nicht.Trotzdem geht es nach vorne.
„Super“, freut sich der Trainer.
„Du schaffst das!“, ruft die Klassenlehrerin. Die Mitschüler feuern das Mädchen an. Es steigt die Leitersprossen hoch.
„Du entscheidest, wie weit“, sagt der Trainer.
„So weit“, sagt das Mädchen, lässt sogar mit einer Hand los und winkt den anderen zu. Die klatschen noch lauter.
Als das Mädchen wieder unten ist, wird es von allen fröhlich abgeklatscht.
Die Lehrerin nimmt es in den Arm.
Als Erinnerung hat sogar jemand ein Foto gemacht: Wie das Mädchen da steht,
ganz stolz, auf der dritten Leitersprosse.

Mehr Geschichten gibt es auf dem Blog:
kirstenmalzwei.blogspot.de





Eine junge Syrerin hatte während ihres Studiums in Damaskus ein Praktikum in einer Kita absolviert. In Damaskus, wohlgemerkt. Vor zwei Jahren war sie geflüchtet, begleitet nun eine Fortbildnerin hin und wieder bei deren Aktivitäten im brandenburgischen Arbeitskreis „Mehrsprachigkeit“ und berichtet den Teilnehmerinnen, dass es in Syrien ein Schulsystem und Vorschul-Kitas gab. Dafür waren ihr die hiesigen Erzieherinnen dankbar, denn sie können sich jetzt erklären, was sie erleben: Etliche syrische Eltern aus den Flüchtlingsunterkünften bringen ihre Kinder mit gepackten Ranzen in die Kitas, weil sie davon ausgehen, dass die Kinder in der Kita schreiben und lesen lernen. Bekommen die Eltern mit, dass das nicht so ist, beschweren sie sich.