Gärtnern im Minibeet

Sachbuch

Radieschen, Basilikum, Tomaten oder Petersilie … Kinder brauchen keinen großen Garten, um ihre eigenen Pflanzen und ihr eigenes Gemüse zu ziehen! Dieses bunt illustrierte Sachbuch zeigt Kindern in einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit vielen Tipps und Tricks, Anekdoten und Rezeptideen, wie man erfolgreich auf dem Balkon, im Minibeet oder im Blumentopf gärtnert. Der Rhythmus der Jahreszeiten wird dabei ebenso spielerisch vermittelt wie botanische Fakten und Fachbegriffe. Eine komplette Einführung in das Gärtnern für alle Kinder mit grünen Daumen! Ab 5.

 

 

KinderGarten

Sachbuch

Hast du deine Nase schon mal in eine duftende Rose gesteckt und die Finger in krümelige Erde? Fragst du dich manchmal, wie eine Blume eigentlich trinkt und woher sie weiß, wo oben und unten ist? Die Fotografin Julia Hoersch und die Autorin und Grafikerin Gesa Sander haben gute Ideen, Wissenswertes und Nützliches rund ums Gärtnern für Kinder in einem umfangreichen, schön gestalteten Buch versammelt. Die Mehrzahl der vorgestellten Pflanzprojekte und Ideen wie kleine Anzuchtstationen, Insektenhotel oder bunte Saatbomben lassen sich auch ohne eigenen Garten leicht nachmachen. Schon Balkon oder Fensterbank bieten genügend Raum dafür. Ab 7.

 

 

Lasst Blumen sprechen

Sachbuch

Wie lassen sich leere Milchtüten in Blumentöpfe verwandeln? Welche Materialien benötigt man für ein Insektenhotel? Und wie sieht eigentlich das Innenleben einer Blume aus?

In „Grüner wird’s nicht!“ finden Kinder gute Ideen zum Lernen, Beobachten und Selbermachen sowie spannendes Hintergrundwissen zu Flora und Fauna. Die kindgerechten Anleitungen von Kirsten Bradley und die farbenfrohen Zeichnungen der Illustratorin Aitch zeigen jungen Lesern, wie sie Schritt für Schritt und mit wenigen Materialien selbst zu kleinen Gärtnern werden können. Geeignete Orte zum Pflanzen und Ernten lassen sich schließlich überall finden, ganz gleich, ob im Garten, auf der Fensterbank oder im Hinterhof. Ab 5.

 

 

Das Weidenbaubuch

Sachbuch

 

Die Kunst, lebende Bauwerke zu gestalten: Aus Weidenruten entsteht auf einfache Weise lebendige Architektur. Der Klassiker von Micky Remann und Marcel Kalberer weckt mit einer Fülle von Beispielen die Lust am natürlichen Bauen.

 

Mythos Bildung

Sachbuch

In diesem Buch analysiert Aladin El-Mafaalani die Probleme und paradoxen Effekte des Bildungssystems, seine Dynamik und seine Trägheit. Eine umfassende Diagnose, ein Plädoyer dafür, soziale Ungleichheit im Bildungs­wesen endlich in den Fokus der Bildungspolitik und -praxis zu rücken. Darüber hinaus gibt der Autor Handlungsempfehlungen und findet Lösungsansätze. „Denn es geht“, so der Autor „um eine Verringerung von Chancenungleichheit, um die Erweiterung von Erfahrungshorizonten und Zukunftsperspektiven für alle Kinder und um die Vorbereitung der nächsten Generationen auf die unbekannten Herausforderungen einer zunehmend komplexer werdenden Gesellschaft. Nur darum geht es. Nicht mehr und nicht weniger.“

Wenn Recht auf Pädagogik trifft

Ein ungleiches, aber starkes Paar

Hier gibt es den Artikel als PDF: Rechthaber_Buch_wamiki_#5_2021

Recht und Pädagogik pflegen eine lockere Fernbeziehung miteinander. Im Alltag kommt man gut ohne einander klar und denkt nur selten darüber nach, was der jeweils andere für richtig halten würde: „Ist das jetzt eigentlich korrekt, was ich tue?“

Nur in besonderen Momenten kommt es zum intensiven Zusammentreffen von Recht und Pädagogik. Und wie in allen Fernbeziehungen geht es dann darum, ob die Ansprüche der beiden Beteiligten in Einklang zu bringen sind: „Also, aus meiner Pädagoginnen-Sicht wäre es wichtig, dass… Was sagst du als Jurist dazu?“

Gut, dass es Menschen gibt, die beide Sprachen verstehen und deshalb zwischen den ungleichen Partnern vermitteln können. Lars Ihlenfeld ist als Jurist und Kita-Experte genau der richtige Mann, bohrende Fragen zu wichtigen Rechtsthemen in der Kita zu beantworten. Anknüpfungspunkt sind dabei Sätze, die häufig fallen, wenn sich die Pädagogik plötzlich an ihren Beziehungspartner Recht erinnert.

„Als Erzieherin stehst du eigentlich mit einem Bein im Knast.“

Immer wieder hört man in Kitas diesen Satz. Gibt es denn tatsächlich viele Fachkräfte, die im Gefängnis landeten? Oder zumindest zu hohen Geldstrafen verurteilt wurden?

Die Wahrscheinlichkeit, im Knast zu landen, bewegt sich bei Fachkräften, die mit angemessener Ernsthaftigkeit arbeiten, gegen 0. Allein in Kitas werden immerhin zurzeit täglich rund 3,8 Millionen Kinder von mehr als 750.000 Pädagoginnen und Pädagogen betreut. Zu einer Verurteilung durch ein Gericht kommt es pro Jahr – Pi mal Daumen – in ein bis zwei Fällen.

Damit klar ist, welches Maß an Nachlässigkeit man aufbringen muss, um ins Gefängnis zu kommen: Während eines Kita-Ausflugs starb vor wenigen Jahren im Umland von Bremen ein Kind im Schwimmbad, nachdem eine Betreuerin dem Nichtschwimmer-Kind die Schwimmflügel abgenommen hatte und es anschließend unbeobachtet in das Schwimmerbecken gehen ließ. In diesem Fall grober Fahrlässigkeit wurden die betreuenden Kräfte „nur“ zu einer Freiheitsstrafe von wenigen Monaten verurteilt, die auch noch zur Bewährung ausgesetzt wurde.

„Verletzung der Aufsichtspflicht!“

Egal, ob im Elternchat oder in der Teamrunde: Das scheint der am häufigsten in Kitas zu hörende Rechtsbegriff zu sein. Er klingt furchtbar deutsch und streng, schon weil man sich unter „Aufsicht“ vorstellt: Den ganzen Tag muss man jedes Kind bei jeder Beschäftigung mit Argusaugen bewachen. In einer offen arbeitenden Kita mit vielen Freiräumen für Kinder ist das schwer vorstellbar. Da erhebt sich die Frage: Wie kommt man der „Aufsichtspflicht“ juristisch korrekt nach, ohne jedes Kind mit Bodycam und Peilsender auszustatten?

Ein wirklich guter Ratgeber, der zurzeit auf vielen Feldern des gesellschaftlichen Zusammenlebens zunehmend aus der Mode zu kommen scheint, ist der gesunde Menschenverstand. Zumindest deutsche Gerichte pflegen ihm in aller Regel noch Gehör zu schenken, wenn sie formulieren, dass das zu tun ist, was im konkreten Fall nach vernünftigen Anforderungen von einer aufsichtspflichtigen Person zum Schutze des Kindes verlangt werden kann – immer unter Berücksichtigung des obersten Bildungsauftrags, der Erziehung zur Eigenverantwortlichkeit.

„Da würde ich aber einschreiten, bevor was passiert.“

Über die moderne Kindheit ist zu lesen: Kinder haben immer weniger Umgang mit Risiken. Auch Kitas scheinen immer mehr auf Sicherheit zu achten. Liegt das an immer strengeren Vorschriften? Haben Kinder das Recht, gefährliche Dinge zu erproben? Kann man sich als Fachkraft mit der „Etwas-Zutrau-Pflicht“ herausreden, wenn sich ein Kind in Gefahr begibt?

Seit Einführung der Gurtpflicht zum 1. 1. 1976 scheint das allgemeine Sicherheitsbedürfnis stetig zu steigen, und Kitas sind immer auch ein Spiegel ihrer Zeit. In den Vorschriften finden sich jedoch kaum direkte Anhaltspunkte in Bezug auf die Möglichkeit, Kinder auch gefährliche Dinge selbst erproben zu lassen. Doch die umfangreiche Regulierung zu den räumlichen Gegebenheiten, Prüfpflichten von Geräten und ein Überangebot an Rechtsanwälten erhöhen vermutlich die Risikoaversion. Dabei wollen gerade die Unfallkassen der Länder, die die Gefahren in den Kitas absichern, dass Kinder lernen, mit Risiken umzugehen, auch damit sie später als Erwachsene weniger Kosten für die gesetzlichen Unfallversicherungsträger produzieren. Die Formulierung des Bundesgerichtshofs in einer Entscheidung vom 24. 3. 2009 – es ging um den Zeitraum, in dem ein siebenjähriger Junge ohne direkte Aufsicht sein darf – zielt in eine ähnliche Richtung: „Andernfalls würde jede vernünftige Entwicklung des Kindes, insbesondere der Lernprozess im Umgang mit Gefahren, gehemmt.“

„Da stehen gleich die Eltern auf der Matte!“

Diese Drohung hört man immer wieder, wenn in der Kita jemand etwas Ungewohntes ausprobiert. Was für eine Matte ist das eigentlich? Falls es nur die vorm Kindergarten-Eingang ist – was sollte man tun, damit sie nicht zur Fußmatte der nächsten Rechtsanwaltskanzlei wird?

Sofern das Kita-Konzept auch Ungewohntes ermöglicht – was überwiegend der Fall sein wird –, hilft sicher eine Vorabinformation über das Vorhaben, verbunden mit der Einladung, Fragen zu stellen und Vorschläge zu machen. Möchte man eine konzeptionelle Änderung vornehmen, sollte man die jeweiligen Elterngremien beteiligen. Die meisten Landes-Kita-Gesetze sehen hier lediglich Informations- und Anhörungsrechte vor, sodass Eltern nicht übermäßig viel Einfluss nehmen können, auch wenn manche das gern versuchen.

„Können die nicht besser auf die Sachen der Kinder aufpassen?“

So seufzen Eltern, obwohl bei ihnen zu Hause bestimmt auch mal was wegkommt. Doch wir wissen: Oft sind es eher Nebensächlichkeiten, aus denen die größten Dramen entstehen – zum Beispiel verlorene Hausschuhe oder schmutzige Designerklamotten. Gilt die Aufsichtspflicht auch in Bezug auf die Unversehrtheit des Glitzer-Pullis von Lisa oder Levis mitgebrachten Gummi-Ritter?

Die Haftung der Aufsichtspflichtigen ist in dem Abschnitt des BGB geregelt, der sich mit Schadensersatz befasst. Daher umfasst die Aufsichtspflicht auch Schäden, die dem Kind oder außenstehenden Personen entstehen. Ob aber eine Verletzung dieser Pflicht als Voraussetzung für eine Haftung – also die Erstattung der Kosten für die Neubeschaffung des Gegenstands – vorliegt, können Eltern nur sehr schwer beweisen. Hinzu kommt, dass der zu erstattende Betrag selbst für einen Designer-Pulli so schnell schmilzt wie ein Ü-Ei in der Mikrowelle. Denn sobald der Pulli gekauft wurde, das Geschäft verlassen und einen Einsatz in der Kita hinter sich hat, bleibt vom Kaufpreis nur noch etwa die Hälfte übrig, Tendenz sinkend. Und wenn man dann noch das sogenannte Mitverschulden – wer Designer-Pullis in die Kita mitgibt, ist selber schuld – abzieht, bewegen wir uns in ganz abgespeckten Euro-Gefilden.

„Das geht einfach nicht so weiter mit denen!“

Dieser Satz bezieht sich auf Eltern oder Teammitglieder, die einfach nicht zum Konzept der Kita passen. Zwar sind Fachkräfte dafür bekannt, es auch in hoffnungslosen Fällen immer noch mal miteinander zu probieren. Aber es gibt Fälle, in denen Hopfen und Malz verloren zu sein scheint. Besser sauber trennen, als sich jahrelang die Haare auszureißen?

Da gibt es unterschiedliche Schmerzgrenzen. Hat man geprüft, ob die Einwände der Eltern oder Teammitglieder nicht vielleicht doch eine sinnvolle Ergänzung oder Abwandlung sein könnten, und ist mit sich selbst im Reinen, findet also die Vorschläge nicht nur deshalb unbrauchbar, weil man den Urheber nicht mag, dann sollte man einen Trennungsprozess einleiten. Vielleicht kann man dem Betroffenen sogar helfen, eine besser passende Stelle oder Kita zu finden.

„Wir sind selbst schuld, dass wir unter diesen Bedingungen noch arbeiten!“

Ständig beklagen Fachkräfte schlechte Personalschlüssel und nicht in der Arbeitszeit zu lösende Zusatzaufgaben. Wäre es effektiver, sich nicht immer nur zu be-klagen, sondern auch mal wen zu ver-klagen?

Sich nur zu beklagen, das bringt ja keine Punkte. Verklagen dauert allerdings sehr lange. Hier ein paar Tipps aus der rechtlichen Trickkiste:

1. Bei dauerhaft zu geringer Fachkraft-Kind-Relation eine Überlastungsanzeige an den Träger schicken. Das reduziert das eigene und erhöht das Haftungs­risiko des Trägers.

2. Laut über die Gründung eines Betriebsrates nachdenken oder sogar einen gründen. Die dadurch entstehenden Unbequemlichkeiten für den Träger könnten ihn zu bisher verweigerten Zugeständnissen bewegen.

3. Mit den Füßen abstimmen, also die aktuelle Beschäftigungssituation nutzen und zu einem anderen Träger wechseln.

„Da bleibt nur der Gang vor Gericht.“

Was kann man tun, um sich diesen Gang zu ersparen – während eines Konflikts oder am besten, bevor er entsteht?

Das Zauberwort in diesem Zusammenhang ist Partizipation: Eltern frühzeitig, kontinuierlich und offen gegenüber ihren Ideen einbeziehen. Grundsätzlich viel kommunizieren per Newsletter, Foto-Dokumentation, Eltern-App. Das kostet zwar Zeit, aber kann Freude machen und spart mit Sicherheit die Zeit ein, die bei Missverständnissen und Misstrauen wegen zu geringer Kommunikation aufgewendet werden muss.

In Bezug auf die Teammitglieder heißt Beteiligung: Macht-Hierarchien abbauen oder gegen Wer-kann-was-gut-­Hierarchien eintauschen, auf Augenhöhe kommunizieren, Transparenz auch in finanziellen Dingen walten lassen und Verantwortung verteilen, so dass das Gerede über Diedaoben und der Seufzer Wennmannichtalles­selbermacht unterbleiben.

„Das darfst du nicht!“

Meistens geht es bei Rechtsfragen um Konflikte zwischen Eltern und Fachkräften, Team und Träger oder um kollegiale Konflikte. Dabei ist es mindestens genauso wichtig, sich um die Rechte der Kinder zu kümmern. Oder?

Wäre es cool, eine Gruppe Vierjähriger wegen „Verletzung des Rechts auf Nichteinnahme von Quark mit Stückchen“ oder wegen „Zum Mittagsschlaf verdonnert werden“ zu vertreten?

Klar wäre es cool, vor einem Kita-Gericht aufzutreten und damit auch dem Recht auf Beschwerde in eigenen Angelegenheiten Geltung zu verschaffen. Sollte es allerdings tatsächlich dazu kommen, müsste ich wohl auch dem Träger zu Hilfe eilen und stünde in einem handfesten Interessenkonflikt. Denn zumindest die wiederholte Anordnung zur Einnahme von Quark mit Stückchen, womöglich sogar verbunden mit der Anordnung, den Spinat immer aufzuessen, dürfte ein Anzeichen für eine schwerwiegende Kindeswohlgefährdung sein. Das ruft die Kita-Aufsicht auf den Plan und kann sogar die Betriebserlaubnis kosten.

Ausblick

Ist es gut, dass Recht und Pädagogik diese Fernbeziehung führen, in der man sich nicht gegenseitig auf die Nerven geht? Oder wäre dem Paar zu wünschen, dass es mehr voneinander mitbekommt?

Ehrlich? Die führen doch gar keine Fernbeziehung! Sie sind viel enger miteinander verbunden, als sie sich eingestehen wollen. Zum eigenen Besten und zum Wohle der Beziehung sollte die Pädagogik endlich anerkennen, wie zuverlässig das Recht auf sie aufpasst und wieviel Freiheit es ihr in Wirklichkeit gewährt. Dann könnte sie vielleicht auch leichter darüber hinwegsehen, dass das Recht gelegentlich recht kleinlich sein kann.

Ärger mit Sie wissen schon

In diesem Extra werden Rechtsfragen aus der Pädagogik verhandelt: Michael Fink erzählt von typischen Konfliktsituationen und ihren Protagonisten im Kita-Alltag, von Problemen in der Kommunikation mit Kindern, Eltern, Trägern, Kolleg*innen …

Hinter mehr als 25 anschaulich geschilderten Ärger-Anlässen verbergen sich spannende Rechtsfragen, die Lars Ihlenfeld jeweils prägnant und fundiert beantwortet. Weiterführende Tipps und Links vertiefen die Auseinandersetzung. Das Extra hilft, professionelle Lösungen für schwierige Situationen im Alltag zu finden und dabei nicht den Humor zu verlieren.

 

Lars Ihlenfeld, Michael Fink

Ärger mit Sie wissen schon – Rechtsfragen aus der Pädagogik

128 Seiten, mit Fotos, ISBN 978-3-96791-006-3, 19,90 Euro

Erscheint im Januar 2022 bei wamiki

 

Die Autoren:

Lars Ihlenfeld ist Rechtsanwalt, dreifacher Vater, Waldkindergarten-Gründer, Familienmensch und co-leitet eine Kita in Hamburg.

Michael Fink ist Fortbildner, Kunstpädagoge, Autor, dreifacher Vater, wamiki-Mitgründer und lebt in Berlin.

 

Text: Michael Fink und Lars Ihlenfeld

 

Lass die Kindheit hinter Dir

Ratgeber

Ein entlastendes Plädoyer fürs Loslassen und Vergeben.

„Warum bin ich so, wie ich bin? Und wäre ich anders, wenn meine Kindheit glücklicher verlaufen wäre?“ Viele Menschen machen negative Erlebnisse in ihrer Vergangenheit für gegenwärtige Probleme verantwortlich. Tatsächlich: Wir alle werden von unserer Kindheit geprägt – doch sie ist nicht allein ausschlaggebend für unser späteres Glück oder Unglück. Die Psychologin Ursula Nuber plädiert dafür, sich nicht als hilfloses Opfer zu sehen, und zeigt, wie die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit uns neue Kraft geben kann. Ein hoffnungsvolles Buch, mit dem es gelingt, sein Leben in die Hand zu nehmen.

Es geht rund

Sachbuch

In Natur und Technik sind Kreisläufe ein Grundprinzip. Die mitunter komplexen Zusammenhänge und wiederkehrenden Strukturen wahrzunehmen und ihre Wandelbarkeit zu verstehen, ist nicht immer einfach. Umso verblüffender, mit welcher Leichtigkeit Johannes Vogt und Felicitas Horstschäfer diese Abläufe in ihrem Sachbuch bereits jungen Leserinnen und Lesern näherbringen. Der Clou ist dabei zweifellos die gestalterische Idee, die ebenso genial wie einfach erscheint: Hier werden Kreisläufe in einem Buch präsentiert, das aufgeklappt selbst kreisrund ist. Auf stabiler Pappe, die im Zusammenspiel mit dem Sonderformat zum Drehen und somit auch zum sinnlichen Erfassen einlädt, werden insgesamt neun verschiedene Kreisläufe vorgestellt – von Tages- und Jahreszeiten, Nahrungs- und Nährstoffkreisläufen über Fortpflanzung (am Beispiel Frosch) bis hin zu Mehrwegflaschen und Recyclingpapier.

Wozu hat der Apfel Kerne? Wer frisst wen? Wohin kommen all die Schnipsel? – Prägnante Fragen leiten die knappen, nah an der kindlichen Lebenswelt formulierten Erklärtexte zu den einzelnen Abschnitten ein. Deren visuelle Gestaltung wird durch den pointierten Einsatz von Schmuckfarben in den sonst blau-grau gehaltenen Bildern abgerundet. Ab 5 Jahren.

Nominiert für den Kinder-und Jugendliteraturpreis 2021

Die vollständige Liste aller 2021 nominierten Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbücher gibt es unter: https://www.jugendliteratur.org

Papa werden und sein

Väter sind essenziell und dieses Buch erzählt Dir, warum.

Das Buch überwindet die alten Stereotype der Vaterschaft in einer unterhaltenden und informativen Reise durch die historischen Rollen des Vaters und hilft Dir zu entscheiden, was für ein Vater Du sein willst. Dies ist ein Buch für alle – für die, die gerade erst Vater werden; für die, die es schon lange sind; für die, die ihre Beziehung zu ihrem Vater reflektieren wollen; für angehende Päda­gog*innen und Soziolog*innen, die über diese Rolle nachdenken, für eine Gesellschaft, in der sich das Vaterbild rasant verändert.

Die evolutionäre Anthropologin Anna Machin erzählt die Geschichte der Vaterschaft von ihren evolutionären An­­fängen vor einer halben Million Jahren bis heute und erkundet anhand von neuesten Studien aus der Neurowissenschaft, Genetik, Biologie, Soziologie und Psychologie, was es bedeutet, Vater zu sein, und welche besondere Rolle Väter im Leben ihrer Kinder spielen.

Mama Superstar

 

Vor einem Jahr veröffentlichten Melisa und Manik ihr gemeinsames Buch „Mama Superstar“. Darin sammelten sie die Geschichten von elf Frauen und ihren Migranten-Müttern. Auch die Autorinnen wurden von „Migrant Mamas“ aufgezogen: Melisa kam mit fünf Jahren mit ihrer Familie aus Peru nach Italien und lebt heute als Community-Managerin in Berlin. Manik ist Tochter indischer Eltern und arbeitet mittlerweile als Projektmanagerin in Frankfurt. Ihr Leben als „Migrant Daughters“ war nicht immer leicht. Als Kinder schämten sie sich oft für ihre Mütter, die anders als die ihrer Mitschüler waren. Erst als junge Erwachsene lernten sie, stolz auf ihre Herkunft zu sein. Manik und Melisa wollen die Diversität in unserer Kultur sichtbar machen und jungen Menschen Vorbilder geben. Menschen sollen sich nicht verstecken, sondern ihre Kulturen als Geschenk wahrnehmen. Die erste Auflage von „Mama Superstar“ war bereits nach vier Wochen ausverkauft. Doch das war nicht der einzige Erfolg: Ihr Projekt „Migrant Mama“ und die damit angestoßene Bewegung gewann den 2. Deutschen Integrationspreis. Jetzt soll ein zweites, noch größeres Werk folgen: In „Mama Superstar – Community Edition“ wollen die beiden Autorinnen die Geschichten von rund 100 Frauen erzählen.

Mehr Infos: www.migrantmama.com

Vom Verfaulen und Vergammeln

Bilderbuch

Ihr Name ist Schimmel, Susi Schimmel. Sie hat eine Mission, sie ist unerbittlich und sie ist nicht allein: Susi Schimmel. Sie und ihre Artgenossen haben sich dem Verfaulen und Vergammeln verschrieben und es gibt nur wenig, vor dem sie Halt machen. Sie lauern in Jausenboxen, hinter Schlafzimmerschränken, in dunklen Keller­ecken und sogar auf Babypopos und zwischen den Zehen. Leonora Leitl hat mit Susi Schimmel eine neue Antiheldin gefunden, die sich nach „Gerda Gelse“ und „Willi Virus“ freudig in das erfolgreiche Genre der Sachbilderbücher einreiht. Informativ berichtet sie aus ihrem Pilzleben, schwärmt von den wunderbaren Farben, mit denen sie Lebensmittel und Wände überzieht, schimpft über ihre ruhmsüchtigen Verwandten, die bei der Erzeugung von edlem Käse und Penicillin mithelfen, und berichtet von so mancher großer Errungenschaft. Beim nächsten Blick in die Jausenbox denkt an mich! Servus, eure Susi Schimmel.

Fertig! ESSEN!


wamiki-Lieblingsbuch

 

„Für alle, die gerade mit dem Kochen beginnen, die schon immer gern gekocht haben und die sich gerne bekochen lassen …“ hat Kat Menschik dieses kleine Rezeptbuch mit Herz und Seele geschrieben und gezeichnet. Nicht nur in Familien, auch in der wamiki-Ausstellung: „Die Kuh im Kühlschrank“ gehört das Buch zu den Lieblingsbüchern. Denn mit „Essen essen“ bringt Kat Menschik selbst die größten Küchenmuffel zum Kochen. Erst recht, wenn wie im Buch Orangen kleine Füße kriegen,Tomatensauce als grinsendes Monster auf den Nudeln sitzt, Lauch und Möhren vor der Gabel die Flucht ergreifen, Bohnen und Eier wilde Tänze aufführen und Fische sich grimmig in Töpfe werfen.