Tanzen

 

DER JUNGE tanzt. Hip Hop. Eine nette Gruppe, eine nette Trainerin.

Aber seit den Ferien tanzt er nicht mehr mit. Er steht nur am Rand und schaut zu. Die Trainerin ist besorgt. Was ist denn los? Der Junge zuckt nur mit den Achseln.

Die Mutter sagt: „Lassen Sie ihm Zeit! Das wird schon wieder…“ Auch in der Schule, bei der Musik und schon früher im Kindergarten gab es diese Phasen.

„Der ist ganz klar überfordert“, sagten damals die einen. „Der müsste in eine Gruppe für Kinder mit speziellen Bedürfnissen“, sagten andere. „Die Schere zu den normalen Kindern geht eben immer mehr auf“, sagten die nächsten.

Und die Mutter sagte das, was sie auch jetzt sagt: „Haben Sie bitte Geduld!“

Nun steht eine Tanzaufführung bevor. Nur noch zweimal Tanztraining…

„Unglaublich!“, sagt die Trainerin, als die Mutter den Jungen abholt, „heute hat er sich sofort zu den anderen gestellt und alles mitgemacht! Und er konnte alles!“

Dann lacht sie: „Na ja, lange genug angeschaut hatte er sich die Tanzschritte ja auch.“

Die Mutter lächelt.

Und dann sieht sie es bei der Aufführung selbst: Wie der Junge alles fröhlich mittanzt. Nur manchmal sind seine Arme nicht da, wo sie hingehören.

Immer dann, wenn er der Mutter zuwinkt.

Mehr auf ihrem Blog: kirstenmalzwei.blogspot.de

Kirstenmalzwei

sind Kirsten Ehrhardt und Kirsten Jakob. Beide haben Kinder mit Behinderung und sind in Elterninitiativen für Inklusion aktiv. Jede Woche schreiben sie in ihrem Blog kirstenmalzwei.blogspot.de über Inklusives und weniger Inklusives.

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