Die wamikis auf der Didacta in Köln

Muede Messies klein

Die Didacta ist die größte Bildungsmesse Europas, die immer zwischen den Städten Hannover, Stuttgart und Köln hin und her wechselt. Und wir waren natürlich, wie schon im vergangenen Jahr, dabei, diesmal in Köln.

Mit dabei natürlich auch wieder unser rotes Sofa!
Mit dabei natürlich auch wieder unser rotes Sofa!

Das Prinzip vom letzten Jahr, unsere Besucher_innen durch die  Bilderrätsel von Marie Parakening (hier zu erwerben!) aktiv einzubeziehen, hat ein weiteres Mal bestens funktioniert. Dies, eine originelle Standgestaltung und vor allem unsere kreativ-unterhaltsame Ausstellung „Dialog über Räume“ haben uns viele Sympathien und großen Zuspruch gebracht.

8:55 Uhr ... Ruhe vor dem Sturm!
8:55 Uhr … Ruhe vor dem Sturm!
Ein wenig später ...
Ein wenig später …

Auf rund 100 qm Ausstellungsfläche konnten Besucher_innen durch ein Labyrinth der heimlich gelebten Raumkonzepte wandeln, sich im Ideen-Reich an bester Praxis bilden und ko-konstruktive Methoden der Veränderung entdecken. Täglich wurden Workshops angeboten, in denen wir mit 2-10 Personen den Raum Didacta erforschten. Grundlage waren Methoden der künstlerischen Raumforschung, genannt Raumstrategien. Raumforschung ist eine Art praktische Sozialwissenschaft, die Spaß machen soll, aber auch mit ernsthaftem Forschungswillen an die Dinge herangeht.

workshop_taktiken des sehens_34workshop_taktiken des sehens_20workshop_taktiken des sehens_26workshop_taktiken des sehens_1

Daneben gab es wieder viele Begegnungen mit Leserinnen und Lesern, zahlreichen Interessent_innen sowie potentiellen Autor_innen und anderen Mitstreiter_innen. Im vergangenen Jahr waren zum Beispiel Claudia Jirka und Martina Nadansky an unseren Stand gekommen, die beide inzwischen zum festen Autorinnenstamm gehören.

Bei allem Interessanten und Schönen ist eine solche Messe aber auch ziemliche Knochenarbeit, denn 100 Quadratmeter Ausstellung und ein Messestand wollen aufgebaut und am Ende auch wieder abgebaut werden. Und fünf Tage lang jeweils neun Stunden am Stand oder in der Ausstellung zu stehen hat uns auch körperlich einiges abverlangt. Dazu viele Gespräche, Fragen beantworten, ständig neue Gesichter … und dann wollten unsere Bücher, Zeitschriften, Plakate und anderen Produkte ja auch verkauft werden – Langeweile hatten wir also keine und selten eine kleine Pause zum Aufatmen oder um mal kurz einen fremdem Messestand zu besuchen.

Tasche signiert Superuschi!
Tasche signiert Superuschi!

Doch Eure Sympathie, Euer Interesse und Eure Begeisterung waren ein schöner Lohn dieser Anstrengungen. Danke dafür, dass Ihr alle da wart!

Zur Ausstellung und speziell zu den Workshops wird es in Kürze einen Extrabeitrag geben, hier folgen noch ein paar Eindrücke von anderen wamikis, die auch auf der Messe waren:

 

Michael Kobbeloer, Autor und Trainer und Vortragsredner

Die didacta 2016 war … für mich zum einen ein Zeichen für den riesigen Bedarf an emotionalen, lebendigen und kre-aktiven Lernideen- und methoden und gleichzeitig ein Rückschritt in die industrielle Didaktik, in dem wir glauben, eine Tafel mit Stecker wäre schon eine Lerninnovation.

Michael Fink, Autor und Fortbildner

Die Didacta war… liebens- und hassenswert wie immer – mit ihrem Dauer-Krach, der Mief-Luft, manchem abschreckenden Messestand einerseits – und dann den vielen tollen Gesprächen mit Leuten voller Ideen zwischen den Pappen unserer Raum-Ausstellung!

 

Und Tasche hat natürlich ihren Satz gezeichnet:

Die Didacta 2016 war klein

 

Haro Senft ist tot

Noch vor wenigen Tagen haben wir E-Mails ausgetauscht, nun mussten wir erfahren, dass der Filmemacher Haro Senft plötzlich gestorben ist.

Haro Senft (1928-2016) war ein Autorenfilmer der ersten Stunde und einer der Unterzeichner des Oberhausener Manifestes von 1962, mit dem Filmemacher unter dem Motto „Papas Kino ist tot“ der seichten Nachkriegsfilmproduktion aus Heimatfilmen und Liebesschnulzen den Kampf ansagten. „Seine Kurz- wie Autoren- wie Kinderfilme waren prägend und sind unvergessen“, teilte seine Agentur mit.

Haro Senft hat zwischen 1954 und 1997 über 40 Filme gemacht, als Produzent, aber meistens als Autorenfilmer – Produzent, Regisseur und Autor in Personalunion.

In der diesjährigen Berlinale-Retrospektive ”Deutschland 1966 – Filmische Perspektiven in Ost und West“ wird endlich wieder sein Spielfilm ”Der sanfte Lauf“ auf der großen Leinwand gezeigt. In diesem Film bekam übrigens Bruno Ganz seine erste große Hauptrolle. Schade, dass Haro Senft, der 2012 die Berlinale-Kamera der Berliner Filmfestspiele erhielt, dies nicht mehr miterleben kann.

Ab 1971 widmete sich Senft überwiegend der Regie und Produktion von Kinderfilmen, beispielsweise für die ZDF-Serie „Rappelkiste“. 1978 war er Mitgründer des „Fördervereins Deutscher Kinderfilm“ und bis 1998 auch Mitglied des Kuratoriums. Von 1980 bis 1984 leitete er in Südamerika, Asien, Afrika und Europa Seminare über „Kinder und Medien“ für das Goethe-Institut, für das er 1990 und 1991 auch einige Filme drehte.

Seine wichtigsten Kinderfilme wird der Verlag Was mit Kindern demnächst gesammelt herausgeben, daher der E-Mailverkehr zwischen uns und dem Regisseur. Leider können wir durch den plötzlichen Tod nun Haro Senft nicht mehr für das DVD-Booklet befragen, wie wir das eigentlich geplant hatten und unsere Ausgabe wird zu einer posthumen. Wir freuen uns trotzdem, dass wir durch die Veröffentlichung vielen Menschen eine Wiederbegegnung mit Filmen ihrer Kindheit ermöglichen werden und hoffen natürlich auf viele neue Haro Senft-Fans auch unter Jüngeren. Das hätte ihn sicherlich gefreut.

Können Kostüme diskriminieren?

Februar ist Faschingszeit! Das Faschingsfest ist mit seinen Kostümierungen ein beliebtes Highlight im Kita- und Grundschul-Alltag. Was jedoch, wenn der Spaß des einen Kindes verletzende Botschaften über die Familie des anderen enthält? Was, wenn Kostüme Stereotype über Geschlecht, Hautfarbe oder Familienkulturen aufgreifen und wiederholen? Weiter lesen