Kalender: Dein Jahr auf den Punkt gebracht

Hurra, da ist er wieder – seit 2015 haben wir den tollen Kalender von dem kleinen Berliner Label BOB AND UNCLE in unserem Shop – der Kalender zum Planen von kleinen Freuden und zum Sammeln von großen Erinnerungen. Tage am Meer, Termine, Lottogewinne, Herzenssprünge, zufällige Begegnungen, überwundene Schweinehunde und alle sonstigen geplanten und ungeplanten Höhepunkte des Jahres können im Kalender farbig markiert und festgehalten werden. Je nach Wahl auf Schwarz oder Weiß. Dafür gibt es je 150 Klebepunkte in vier leuchtenden Farben, die vier individuell definierbaren Kategorien zugeordnet werden können.
Für Spaß und farbenfrohe Tage!

now is better Kalender 2019

BOB AND UNCLE hat sich mit Hingabe der Gestaltung von Papierprodukten verschrieben hat. BOB AND UNCLE liebt das Analoge, den Geruch von Farbe auf Papier und gutes Wetter. In diesem Sinne arbeitet BOB AND UNCLE mit Feuereifer daran, den Produkten jede Menge Entschleunigungspotential, Sinnesvielfalt und Klarheit mitzugeben.

Und hier gehts zu Deinem Kalender 2019

Das „Kinderbuch der Woche“ bei wamiki

Bücher für Kinder von null bis zu zwölf Jahren und für ihre Erwachsenen – von Gabriela Wenke empfohlen. Jeden Donnerstag bis zur Frankfurtter Buchmesse 2019!

 

Als Larson das Glück wiederfand

Eines Abends klingelt es an der Tür des alten Larson. In seinem Haus, das zugewachsen ist – nicht wie Dornröschens Schloss, sondern wie ein von Wurzeln durchzogener Tierbau –, erklang die Klingel schon lange nicht mehr. Als Larson zornig öffnet, steht ein kleiner Junge vor ihm, hält ihm einen Blumentopf mit Erde hin und bittet ihn, auf die Blume aufzupassen. Verblüfft nimmt der alte Larson den Topf entgegen.

Der Junge fährt mit seiner Familie in den Urlaub, und Larson gießt – anfangs widerstrebend – die Erde im Blumentopf. Doch das weckt Erinnerungen an seine Frau, an die Bilder, die sie gemalt hatte, und an glückliche Tage.

Nun füllen Blumen seine Träume. Larson träumt, er sei ein Samen in der Erde des Blumentopfes, aus dem zauberhafte Mohnblumen wachsen. Wie der Samen seine Triebe, entfaltet sich auch Larson wieder, holt Licht und Sauberkeit in sein Haus zurück. Während die Pflanze im Topf des Jungen wächst, fasst Larson wieder Zutrauen in sich und sein Leben. Sogar der Kater, der dieses trostlose Haus verlassen hatte, kommt zurück.

Auf einer Doppelseite sieht man Larsson mit einer Laterne inmitten eines wild wuchernden Dschungels unter der Knospe einer Mohnblume stehen, die gerade aufplatzt, und nach dieser Traumsequenz entfaltet die Blüte sich Seite für Seite.

Als der Junge seinen Blumentopf mit der schönen Blüte nach dem Urlaub abholt, lädt er Larson ein, im Haus der Eltern ein Glas Wein zu trinken. Larson nimmt die Einladung an.

Emilia Dziubak hat traumhaft schöne Bilder für die Gefühle und Stimmungen des alten Mannes geschaffen. In seinem verwahrlosten, in Brauntönen gehaltenen Haus scheint er in der Erde zu versinken, umgeben von Wurzelwerk und vertrockneten Pflanzen. Licht spenden nur Erinnerungen, besonders die an seine Frau, die – jung geblieben und in Sonnenlicht getaucht – durch seine Gedanken tanzt. Doch der kleine Junge vor der Tür ist überzeugt, dass Larson sich um den Blumentopf kümmert. Dass die erblühende Pflanze den alten Mann wieder ins Leben holt, ahnt der Junge nicht.

Dieses Aufblühen hat Emilia Dziubak mit symbolischen wie realistischen Darstellungen gestaltet und ein Kunstwerk mit Tiefgang geschaffen, das die Betrachter berührt. Unbedingt anschauen – am besten mit Kindern!

Gabriela Wenke

 

wamiki-Tipp: Martin Widmark/Emilia Dziubak: Als Larson das Glück wiederfand. Aus dem Schwedischen von Ole Könnecke. arsEdition 2018, 36 Seiten, 15,00 Euro, ab 5 Jahren

 

Das „Kinderbuch der Woche“ bei wamiki

Bücher für Kinder von null bis zu zwölf Jahren und für ihre Erwachsenen – von Gabriela Wenke empfohlen. Jeden Donnerstag bis zur Frankfurtter Buchmesse 2019!

Pinsel- und Farbspiele
Mal-Buch

Man nehme das Buch, den bekannten Kasten mit sechs Wasser- oder Deckfarben – und lege los. Das ist ganz leicht und deshalb besonders geeignet für Menschen, die beim Malen Ermutigung brauchen, aber auch für diejenigen, die Lust haben, etwas dazuzulernen. Junge Künstler brauchen nicht gleich Tipps zur Perspektive oder zum Rahmen, sondern lernen lieber, wie man durch Druck auf den Pinsel zu unterschiedlichen Linien und Punkten kommt, die sich mit ein paar Strichen aus Patschen in Krallen verwandeln lassen. Sie können direkt ins Buch hineinmalen, denn der größte Teil ist auf Aquarellpapier gedruckt, und sollten schon lesen können, damit sie alle Tipps, Ermutigungen und Informationen in ihrem eigenen Tempo verarbeiten können.
Dabei entstehen Pinselspiele, in denen ein rascher Strich zu leuchtenden Farben führt, aus gedankenverlorenen Kringeln seltsame Wesen werden und nur Schwarz gebraucht wird, um ein schwarz-weißes Bild zu malen. All das und vieles mehr wirkt selbst auf Kinder, die nur ab und zu gern malen, reizvoll und anregend. Wer diesem Ideenfeuerwerk widerstehen kann, dem ist wahrscheinlich wirklich nicht zu helfen.
Leider kann das Buch nur einen Besitzer haben, weil man es nur einmal „malen“ kann. Insofern ist es ein kostbares Geschenk, aus dem ein noch wertvolleres Gesamtkunstwerk werden kann. Denn nach den „Pinselspielen“ können spielerisch ernsthafte Ausblicke auf Perspektiven gewagt, Stillleben gemalt und ganze Bildgeschichten erzählt werden.
Das Buch erschien erstmals 1992 in den USA; die überarbeitete Neuauflage kam 2017 heraus. Dennoch ist es frisch wie am ersten Tag – und sehr zu empfehlen.

Superhelden #wamiki 4/2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast Du einen Helden? Als wir mit der Arbeit an dieser wamiki-Ausgabe begannen, stellten wir uns diese Frage – und die Antwort war ein klares „Nö“.

Menschen, die wir gut finden, gibt’s natürlich schon einige, und manche bewundern wir sogar ein bisschen für ihre alltäglichen oder auch mal außergewöhnlichen Taten. Aber dann vom „Held“ oder der „Heldin“ zu sprechen, das kam uns reichlich albern vor. Es klingt nach staubigen ­Uralt-Kinderbüchern, nach Zeigefinger-Pädagogik, nach kleinen Menschen mit unerreichbaren Idealen. Wörter wie „Idol“ und „Vorbild“ machen es kaum besser.

Hattest Du Helden?

Uns sind dann doch noch Helden eingefallen – aus Kindertagen. Einige Hauptfiguren aus Büchern oder Filmen nahmen wir damals als eine Art „Helden“ wahr – vielleicht den oberschlauen Wicki, den gutaussehenden Winnetou oder Trupp-Chef Timur. Zumindest bei den Ostdeutschen unter uns gab es noch in Jugendjahren Helden wie Angela Davis oder Che Guevara.
Was die Frage aufwirft: Hat man sich Helden selbst ausgesucht? Oder wurden und werden sie uns verordnet beziehungsweise untergejubelt?

Brauchen wir keine Helden mehr? „We don’t need another hero“, sang einst Tina Turner, und später behauptete die Band „Wir sind Helden“ schon mit ihrem Namen, dass das Heldentum in eine demokratische Gesellschaft nicht mehr passt.

Nun versuchen hier und dort Populisten, die Sache mit der Demokratie zurückzudrehen. Kommen dann auch die Helden zurück? Braucht es in einer Zeit voller Maulhelden wieder „gute Helden“, die mit ihren Schiffen Flüchtlinge retten, erbittert für das Klima kämpfen und rechten Verschwörern Paroli bieten? Oder ist es zeitgemäßer, ab und zu mal selbst einen „heldenhaften Moment“ zu haben, in dem man sich sagt: „So, jetzt mache ich das. Weil ich weiß, es ist gut“?

Brauchen Kinder heute Helden? Und welche bieten wir ihnen an? Egal, wie wir zu Helden stehen – Kinderliteratur, Filme, die Spielzeugindustrie und Computerspielehersteller beackern das Heldenthema emsig, sodass Kinder heute ein großes Repertoire an Heldenfiguren zur Auswahl haben – manche kennen wir kaum. Ist Käpt’n Sharky ein ethisch vertretbarer Seeräuber?
Was kann „Prinzessin Lilifee“ an Werten vermitteln? Welche Folgen hat es, im Ballerspiel ein einsamer und erst im höheren Level sterbender Held zu sein? Wie viel uralte Kraftmeierei und – offen ausgesprochen – Menschenverachtung – steckt in den modernen Kinderzimmerhelden?

Heroische wie demütige Momente wünschen

Deine wamikis

Das „Kinderbuch der Woche“ bei wamiki

Bücher für Kinder von null bis zu zwölf Jahren und für ihre Erwachsenen – von Gabriela Wenke empfohlen. Jeden Donnerstag bis zur Frankfurtter Buchmesse 2019!

Ungleiche Freunde

Huhn und Hund müssen gleich auf die Bühne, ihr Stück spielen. Durch einen Spalt im Vorhang kann man schon die neugierigen Zuschauer erkennen. Der Vorhang geht auf, das Buch beginnt und damit auch das Theaterstück, die Geschichte von Hund und Huhn, von „Fell und Feder“.
In der Bilderbuch-Neuzeit ist Kathrin Schärer die beste Erzählerin von Tiergeschichten in Bildern. Und Lorenz Pauli fallen tatsächlich immer wieder kleine Geschichten ein, die eine Botschaft ohne pädagogischen Zeigefinger, aber mit raffiniert doppeltem Boden haben. Komisch sind sie auch, voller hintersinnigem Humor.
Worum es geht? Huhn sehnte sich nach der großen Freiheit und floh aus dem Hühnerhof. Es wollte Abenteuer erleben und einen Schatz finden. Als es Hund kommen hört, flüchtet es – Abenteuer hin oder her – hinter einen Busch und hört, wie Hund sich etwas wünscht: einen Freund, groß und stark und schön und… Da sagt der Busch, er sei ein Wunschbusch, und – Hund hat noch gar nicht alle Einzelheiten des gewünschten Freundes aufgezählt – da wuschelt es im Busch. „Tataa!“ Das Huhn erscheint und präsentiert sich als Wunschfreund. Hund ist ein bisschen irritiert. Er hat sich den Freund ganz anders vorgestellt. Schließlich zeichnet er, wie er sich den Freund vorstellt, und hofft, dass Huhn ihm hilft, den Freund zu finden.
Also geht Huhn auf die Suche und bringt tatsächlich einen Freund auf die Bühne, aber das ist: der Hund. Während Hund noch immer nach dem idealen Freund sucht, hat Huhn schon einen Freund gefunden: den Hund. Da begreift auch Hund, worauf es wirklich ankommt und dass Huhn der beste Freund ist, den man sich vorstellen kann. Denn ein Freund, der anders ist als man selbst, ist wirklich ein Abenteuer. Nach der Theatervorstellung gehen Hund und Huhn zusammen nach Hause. „Zu dir oder zu mir?“
Eine augenzwinkernd erzählte Geschichte von einem, der auf der Suche nach dem idealen Freund ist, und dem schlauen Huhn, das Abenteuer sucht. Huhn kapiert schnell, dass es mit Hund Abenteuer erleben wird, und Hund versteht schließlich, dass seine Suche nach dem idealen Freund von falschen Voraussetzungen ausgeht.
Die Theateraufführung, in der die beiden ihre Geschichte erzählen, beweist Darstellern, Zuschauern im Saal und den Kindern, denen das Buch vorgelesen wird, dass Freunde nicht immer so aussehen müssen wie man selbst und einen anderen Charakter haben sollten, damit es nicht langweilig wird.
Ein wunderbares Buch zum Vorlesen, Anschauen und Reden. Es basiert auf der gleichnamigen Kinderoper, die Lorenz Pauli (Libretto), Randolphe Schacher und Charlotte Perrey (Musik) im Auftrag von „argovia philharmonic“ geschrieben haben.
Gabriela Wenke

Das „Kinderbuch der Woche“ bei wamiki

Bücher für Kinder von null bis zu zwölf Jahren und für ihre Erwachsenen – von Gabriela Wenke empfohlen.

Hinaus ins Leben!
Ein Bilderbuch

Auf dem Titel des Buches schauen sich der blaue Pudel und der rötliche Kater, der einen Käfig mit einem gelben Vogel trägt, ängstlich um. Sie gehen aufrecht, sind angezogen wie Menschen-Kinder und kommen aus einem Einfamilienhaus, in dem sie von der alten Frau Lieb – nomen est omen – verwöhnt und beschützt wurden. Frau Lieb hat Angst vor den Gefahren der Welt. Deshalb blieben sie und ihre drei Schützlinge immer zu Hause.
Doch eines Tages passiert ein Unglück. Frau Lieb wird mit dem Rettungswagen abgeholt und kommt ins Krankenhaus. Die Tiere entdecken, dass Frau Lieb ihre Kette vergessen hat – ein Talisman, ohne den sie gewiss nicht gesundwerden kann. Also überwinden sie ihre Furcht und folgen dem Krankenwagen. Tapfer durchqueren sie den dunklen Wald voller unheimlicher Geräusche. „Hier kommt nur weiter, wer wirklich etwas wagt“ wird ihr Wahlspruch.
Unterwegs treffen sie einen Riesenkeiler und eine Rotte furchteinflößender Wildschweine, die sich über die braven Haustiere amüsieren. Bei der Überquerung eines Bachs landet der Kater mit dem Vogel, der immer noch in seinem Käfig sitzt, im wilden Wasserlauf. Ihre Hilferufe hören die wilden Tiere und beschließen: „Los, Leute kommt, da helfen wir! Ein verwöhnter Kater ist auch nur ein Tier!“
Auf Zuspruch der Krähen gebraucht der Vogel endlich seine Flügel, verlässt den Käfig und kann den Haustieren schließlich den Weg zum Krankenhaus weisen. Frau Lieb freut sich über die drei und gibt sogar zu: „Es macht Spaß, das Leben, wenn man was wagt.“
Mit munteren Reimen, kräftigen Farben und scheinbar naiven Strichen schickt Nele Palmtag Pudel, Kater und Vogel ins abenteuerliche Leben. Vielen Details ergänzen den Text mit Bildinformationen: zum Beispiel das Medaillon-Foto eines „wilden“ Mannes, von dem die drei wohl stammen, denn als Babys schauen sie aus seinem Hut heraus. Kurz: Eine fröhlich gestaltete, humorvolle Ermutigungsgeschichte über den Aufbruch ins Leben.

Das „Kinderbuch der Woche“ bei wamiki

Bücher für Kinder von null bis zu zwölf Jahren und für ihre Erwachsenen – von Gabriela Wenke empfohlen.

Was man liebt, muss man freilassen

 

Die Klavierlehrerin Frau Treuherz heißt, wie sie aussieht: treuherzig. Eines Tages begegnet ihr ein weißer Erpel, der sie Hilfe suchend anschaut, denn ihn erwartet nach dem Verkauf beim Geflügelhändler nichts anderes als ein Bratofen. Sie weiß sofort, dass der Erpel Ellington heißen muss, nach dem Jazzmusiker Duke Ellington. Sein Blick und der Name, den sie ihm gab, lassen ihr keine andere Wahl: Sie muss ihn kaufen.
Ihre kindlichen Klavierschüler sind besonders entzückt, als sie merken, dass Ellington musikalisch ist und zu allen Stücken tanzt, die mit Federvieh zu tun haben. Als die aufmüpfigen Zwillingsmädchen ihm das Lied aus „Peter und der Wolf“ vorspielen, in dem der Wolf eine Ente verschluckt, wird Ellington wütend. Er versteht die Musik also.
Zwar ist Ellington froh über seine Rettung, doch ihm fehlt die Freiheit. Schließlich nimmt Frau Treuherz ihn an die Leine und geht mit ihm in den Park, wo er sich in eine kleine braune Ente verliebt. Natürlich will er zu ihr, aber Frau Treuherz will ihn nicht an eine Ente und den See im Park verlieren. Sie sperrt ihn wieder in die Wohnung ein, woraufhin Ellington erst randaliert und dann in schwärzeste Trauer fällt.
Der erwachsene Klavierschüler Herr Straubinger, ermuntert durch den Lebensgeist, den Ellington Frau Treuherz eingehaucht hat, verliebt sich ein bisschen in die Klavierlehrerin und bringt ihr ein Ständchen. Als er „Ich wollt ich wär ein Huhn“ singt, stimmt sie ein, tanzt mit ihm, und da mischt plötzlich auch Ellington wieder mit. Das rührt Frau Treuherz so, dass sie den Enterich freilassen kann. „Ellington lächelte, so gut ein Enterich eben lächeln kann“, und Herr Straubinger geht mit zum See, um nicht zu verpassen, wie Ellington mit seinem Ententanz das Herz der Angebeteten erobert.
Schlussbild: Herr Straubinger und Frau Treuherz sitzen in einem Tretboot, dem Ellington, die kleine braune Ente und einer Schar gelb-brauner Küken folgen. Happy End.
Die Geschichte darüber, dass man aus Liebe oder Bewunderung niemandem die Freiheit rauben darf, ist ein Klassiker. Dass es diesmal um eine treuherzige Klavierlehrerin und einen Erpel geht, lässt Erwachsene zwar schmunzeln, aber die Botschaft, von Marlies Bardeli poetisch vermittelt, kommt trotzdem an. Der von mir bewunderten belgischen Illustratorin Ingrid Godon gelingt es mit wenigen gut gesetzten Strichen und sanften Farben, Gefühle, Stimmungen und Charaktere der Menschen und Tiere hinreißend und komisch zu Papier zu bringen. Selten hat jemand eine Ente so überzeugend zum Leben erweckt und tanzen lassen wie Ingrid Godon den Ellington. Ein herausragend schönes Bilderbuch, an dem Kinder ab vier Jahren ihren Spaß haben werden. Selbst jüngere werden dem Treiben des musikalischen Enterichs vergnügt folgen.
Gabriela Wenke

Das „Kinderbuch der Woche“ bei wamiki

Bücher für Kinder von null bis zu zwölf Jahren und für ihre Erwachsenen – von Gabriela Wenke empfohlen. Ab heute 52 Mal.

Während in Frankfurt am Main die Buchmesse stattfindet, stellen wamiki und Gabriela Wenke das „Kinderbuch der Woche“ vor: Es ist ein herausragendes Bilderbuch aus dem österreichischen Verlag Jungbrunnen, der es immer wieder wagt, Bücher zu veröffentlichen, die nicht den Mainstream bedienen. Das „Buch der Woche“ heißt „ Das Kleine“, illustriert von der Argentinierin Isol, und manche Erwachsene mögen rätseln, für welches Alter es gedacht ist. Der Verlag sagt: ab 4 Jahren.
Immer, wenn Bilderbücher auch Erwachsene entzücken, weil Strichführung wie Text begeistern, taucht die Frage auf: Ob das Kindern gefällt? Seit Jahrzehnten antwortet Gabriela Wenke: Ja!

Natürlich muss so ein Buch nicht allen Kindern gefallen. Und nicht allen Erwachsenen. Ganz davon abgesehen, dass Erwachsene und Kinder nicht unbedingt das Gleiche berührt, denn: Jeder Mensch – wie alt oder jung er auch sei – hat seine eigene Lesart. Aber die Ankunft eines Kindes in einer Familie, in der man es so freudig und voller Neugier willkommen heißt wie in „Klein“, dieses Wunder berührt tatsächlich alle.
Überzeugen Sie sich – Sie finden unstenstehend die Rezension und übrigens auch in der aktuellen Ausgabe von wamiki (4/2018). Das Buch gibt es in Ihrer Buchhandlung. Oder man bestellt es dort für Sie.
Zurück zum „Buch der Woche“: Meist wird es sich um Neuerscheinungen handeln. Aber manchmal lohnt auch der Rückgriff auf vergangene Jahre, findet Gabriela Wenke, die das jeweilige Buch auswählt. Sie war Mitglied in zahlreichen Jurys und entscheidet nun allein. Das traut sie sich zu, weil sie viel Erfahrung mit Kinderliteratur hat. Urteilen Sie in den nächsten zwölf Monaten selbst, ob Sie – und die Kinder – mit Gabriela Wenkes Empfehlungen zufrieden sind.
Die wamikis und Gabriela Wenke sind gespannt auf Ihre Reaktionen und freuen sich, wenn Sie die Bücher mögen.

Und hier Gabrielas erstes Buch der Woche:

Vom Auf- und In- die-Welt-Kommen

Bilderbuch

Wenn eine Ausnahmekünstlerin wie ISOL ein Buch über die Ankunft eines Kindes in der Welt malt und schreibt, dann wird das kein Babybuch. Es erzählt vom Anfang eines Menschen und zeigt völlig kitschfrei, wie ein „Kleines“ vom Himmel fällt. Mama und Papa haben alle Hände voll zu tun, um es nicht fallenzulassen. Es schreit, und das ist gut so, damit alle merken: Es ist da. Alle staunen, als wäre es das erste seiner Art: so winzig, so perfekt, so geheimnisvoll, wie es da durch die Luft zu schwimmen scheint.

Von der ersten Zeit eines solchen „Kleinen“ wird so berichtet, dass kleine und große Leser sich zu erinnern scheinen, wie das war, in die Welt zu kommen. Mit sanfter Ironie und herzlichem Humor überlegt ISOL, ob das „Kleine“ am Anfang seiner Reise wusste, wohin es wollte: Wir sehen, wie es an einem Steuerrad im Bauch der Mutter sein Ziel avisiert.

Doch die Erinnerungen an das Vorher sind aufgehoben, als das „Kleine“ ankommt. Wir erfahren, wie es die Welt sieht und wie die Welt es sieht. Zum Beispiel hat es wunderbarerweise zwei Zipfel an den Seiten des Kopfes – wie Antennen, die Geräusche transportieren. Das ist ebenso aufregend wie das Trinken und Pinkeln, das Schauen und Rülpsen, das Kotzen und die Kackfee, vielleicht eine Schwester der Zahnfee.

Das eine „Kleine“ bleibt nicht allein – es gibt viele „Kleine“. Sie sind unterschiedlich, bringen andere zum Lächeln und weinen mit, wenn andere weinen. Man kann ihnen nichts vormachen. Sie bekommen unendlich viel mehr von ihrer Umgebung mit, als die „Großen“ merken.

Das Buch ist eine Liebeserklärung an das „Kleine“ und dadurch auch an die Menschen, die sich aufmerksam auf es einlassen und ihr „inneres Kind“ wiederentdecken. Dieses „Kleine“ in jedem Erwachsenen – dargestellt durch blaugestrichelte Figuren –, macht es den neuen „Kleinen“ leichter, sich in der Welt wohlzufühlen.

ISOL kann auch bittere Geschichten erzählen. Aber in diesem Buch, das man allen werdenden Eltern überreichen sollte, feiert sie auf feine und sensible Weise das Wunder, das jedes Kind ist, und ist überzeugt, dass die „Großen“ noch Erinnerungen an das Kleinsein haben. Kindern sagt das Buch: Auch du bist so ein Wunder, das auf diesem Planeten landete. Auch du wirst gebraucht und geliebt.

In einfacher Sprache, mit kurzen Sätzen erzählt ISOL von alltäglichen Beobachtungen. Krakellinien mit gedoppelten Umrissen geben den Bildern etwas zart Zittriges. Die wenigen Farben auf einem Packpapier-Hintergrund verleihen den Aussagen hohe Emotionalität.

Da das Titelbild das kühlste Bild von allen ist, sollte man das Buch unbedingt aufschlagen. Lässt man sich von den anrührenden Szenen führen, wird man feststellen: Das ist große, originelle Bilderbuchkunst.

Naturverhältnisse #wamiki 3/2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie ist Dein Verhältnis zur Natur?

In diesem wamiki-Heft laden wir Dich ein, über unsere Beziehungen zur Natur nachzudenken. Es ist interessant und führt weiter, sich dieser Beziehungen mit Fragen zu widmen, die sonst für zwischenmenschliche Relationen gedacht sind: Führst Du eine feste Beziehung mit der Natur? Oder bevorzugst Du gelegentliche Flirts mit umso mehr Herzklopfen? Vergötterst Du die Natur? Oder siehst Du auch ihre Schattenseiten? Willst Du ihr nach jahrelanger Ferne wieder näher kommen? Zurück zur Natur?

Was erwartest Du von Deiner Beziehung? Soll Dich die Natur im Innersten berühren, Dir beim Auftanken helfen und Dich mit ihrer Schönheit bezaubern? Oder hast Du eher das Gefühl, von der Natur gebraucht zu werden, weil sie ohne Deine Hilfe immer mehr in die Schieflage gerät? Glaubst Du, sie retten zu müssen – oder denkst Du, sie käme ohne Dich und all die anderen Menschen vielleicht viel besser klar?

Betrachtest Du Dich als einen Teil der Natur, sozusagen als ein Familien­mitglied? Oder siehst Du uns zivilisierte Wesen, die angesichts der Digitalisierung immer mehr in virtuelle Welten abtauchen, eher als verlorene Söhne und Töchter?

Welche Rolle spielen Kinder in Deiner Beziehung? Findest Du, dass man die Kleinen vor der Natur schützen muss, weil sie in all ihrer Rohheit und Unberechenbarkeit kreuzgefährlich werden kann? Oder denkst Du, dass sie die eigentliche Pädagogin, eben ein Naturtalent und uns stets überlegen ist – auch im Waldkindergarten?

Fragen, auf die es natürlich viele Antworten gibt. Wir stellen sie trotzdem – aufgrund unserer Pädagogen-Natur – und warten auf Deine Antwort.

Deine wamikis

 

Und hier gehts zur aktuellen Ausgabe unserer Fachzeitschrift wamiki

Schreib doch mal! #wamiki 2/2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

erinnere Dich, wie Du genau das wurdest – Leserin oder Leser?
Hast Du die Welt der Schrift begeistert und aus eigenem Antrieb erobert?
Hast Du vielleicht schon lange darauf gewartet, das Geheimnis der Buchstaben endlich lösen zu können? Oder warst Du gar nicht scharf auf Buchstaben, sondern auf Zahlen?

Wie war das mit dem Schreiben? Kam es vor dem Lesen zu Dir?
Merktest Du, dass Dir plötzlich eine neue Sprache zugänglich wurde, um etwas von Dir zu erzählen? Hast Du sofort Zettel mit Krakelbuchstaben gefüllt, um den ersten Brief zu verfassen? Oder erinnerst Du Dich an mühsames, sinnlos erscheinendes Üben sonderbarer Zeichen, von deren Bedeutung Du nichts wissen wolltest?

Wie ging es weiter? Hast Du Dich nach anfänglichem Fremdeln mit dem Schreiben versöhnt? Oder ist der dem Anfang innewohnende Zauber längst der Ernüchterung gewichen? Ist Schrift für Dich kreatives Ausdrucksmittel – oder eher das, was man in Dokumentationsbögen und Eltern-Mails eingeben muss, statt miteinander zu sprechen? Hast Du andere Sprachen entdeckt, mit denen Du Dich klarer, persönlicher, ehrlicher und deshalb lieber ausdrückst?

In dieser wamiki-Ausgabe widmen wir uns dem Thema „Schreiben“ mit seinen vielen Facetten. Als Zeitschriften-Leute tun wir das natürlich, indem wir darüber schreiben und Dich zum Lesen einladen.
Obwohl wir gern schreiben und diese Begeisterung teilen möchten, dämmert uns doch, dass es nur eine von vielen Möglichkeiten ist, einander Gedanken und Gefühle mitzuteilen.

Lass uns also schreiben, sprechen, singen, malen oder vielsagend schweigen.

Deine wamikis

Susanne Ries im Mercedes-Benz-Museum

„Mathe-Queens und Mathe-Kings“ im Mercedes-Benz Museum

Heute öffnet im Mercedes-Benz Museum die Mitmach-Ausstellung „Mathe-Queens und Mathe-Kings“ (bis 23. März 2018).
Die Museumspädagogin Susanne Ries freut sich schon, die Jüngsten auf eine spannende Entdeckungsreise in das Land der Mathematik mitzunehmen!
Sortieren, Muster bilden, Zählen, Formen unterscheiden: So werden im Handumdrehen aus Kindergartenkindern echte „Mathe-Queens und Mathe-Kings“.
Die Teilnahme ist für die 3- bis 6-jährigen Rechenkünstler kostenfrei.

Kontakt und Reservierung

Mercedes-Benz Classic Kontakt Center
Telefon: +49 711-17 30 000
Fax: +49 711-17 30 400
E-Mail: classic@daimler.com