Wie ist das mit dem Recht am eigenen Bild?

Freiheit.EingangC Gute Frage

In den Kita-Verträgen gibt es eine ganze Seite zu diesem Thema: Stimmen die Eltern zu, dass ihre Kinder fotografiert und die Fotos in der Kita, auf der Kita-Webseite oder in pädagogischen Publikationen veröffentlicht werden dürfen? Da können sie ankreuzen, was sie erlauben.

Ich fotografiere gern, um unsere Arbeit sichtbar zu machen, und hänge die Bilder oft aus. Manche Fotos kommen in die Bildungsbücher der Kinder oder in unser Kita-Buch. Wenn ich weiß, dass Bilder außerhalb der Kita verwendet werden, bin ich vorsichtig und bemühe mich, dass möglichst keine Kinder zu erkennen sind. Ich knipse sie von hinten, nur die Hände oder nur die Füße, um hinterher nicht nachschlagen zu müssen, welches Kind fotografiert werden darf und welches nicht.

Als ich vor 20 Jahren in der Kita anfing, gab es dieses Gewese noch nicht. Klar, Handys waren noch nicht verbreitet, und das Internet war Zukunftsmusik. Aber die Sorge heutiger Eltern, welches Bild vom letzten Kitaausflug auf den Pferdehof von wem wozu missbraucht werden könnte, finde ich absurd. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand etwas Böses mit solchen Bildern tut? Was sollte das sein? Schließlich mache ich ja keine pornografischen Bilder aus dem Kita-Alltag.

22 FRAGEN, die man sich mal stellen kann

 

Wäre das Bildungssystem grundsätzlich besser und gerechter, wenn Sie ein höheres Gehalt bekämen?

 

Gibt es eine pädagogische Partei?

 

Was würde sich im Bildungssystem ändern, wenn die Kultusministerkonferenz ausschließlich aus Schulversagern und Schulverweigerern bestünde?

 

Angenommen, die privaten Fernsehsender müssten eine Verblödungssteuer zahlen – wie hoch sollte sie sein? Wie begründen Sie, dass dieses Geld direkt ins Bildungssystem fließen muss?

 

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Was müssen wir im Bildungssystem ändern, damit alles so bleibt, wie es ist?

 

Wie viel der Wertschätzung, die Sie nicht von der Gesellschaft für Ihre Arbeit bekommen, entziehen Sie Ihren Lernenden?

 

Werden Sie die Bildungsrevolution noch erleben? Wann zetteln Sie sie an?

Wie sehr verhindert die Verbeamtung, eine eigene Meinung zum Bildungssystem zu haben?

Glauben Sie, dass das Bildungssystem sich verändert, wenn Sie die höheren Bildungsbehörden verfluchen?

 

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Gibt es pädagogische Korruption?

 

Welche Berufsgruppe ist Ihnen sympathischer – die der Politiker oder die der Pädagogen?

 

Wie definieren Sie Politik aus pädagogischer Sicht?

 

Welche bildungspolitische Veränderung würden Sie sofort auf den Weg bringen, wenn Sie morgen Kultusministerin werden würden?

Darf man die Wörter „Hoffnung“ und „Politik“ in einem Satz nennen?

Haben Sie sich schon mal für eine politische Entscheidung fremdgeschämt?

Haben Sie sich schon einmal für eine politische Überzeugung eingesetzt?

 

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Verbindet das Verhältnis zur Wahrheit Pädagogen und Politiker?

 

Wem verzeihen Sie eine Lüge eher – sich selbst oder einem Politiker?

 

Kennen Sie pädagogisch erfolgreiche Politiker?

 

Warum eignet sich das Prinzip der Demokratie gar nicht für ihre Einrichtung?

 

Wie viel politische Wertschätzung verdient Bildung tatsächlich?

 

Wenn Sie im Bundestag vor allen Abgeordneten drei Sätze sagen dürften – welche wären das? Würden Sie anschließend beklatscht oder ausgebuht?

 

Braucht eine Kita viel Schmuck?

Nein. Der Schmuck sind die Kinder, die Erzieherinnen und Erzieher, die anregenden Materialien. Wenn die Wände und Fensterscheiben leer sind, weil gerade renoviert wird, ist das auch mal schön. Erstens zum Innehalten und Durchatmen, zweitens zum Neugierig-Sein: Was kommt eines Tages an die Wände, auf die Fensterborde? Was wird die Kinder und uns beschäftigen? Was werden wir dokumentieren?

 

Was wäre für Sie ein gutes Team?

In einem guten Team steckt man einander mit Begeisterung für das an, was einen gerade interessiert, und bekommt Feedback zu dem Prozess, in dem man sich gerade befindet, denn ohne negatives Feedback ist man orientierungslos.

Negatives Feedback bedeutet: Wo komme ich vom Kurs ab? Sagt jemand zu mir: „Christian, da schießt du übers Ziel hinaus“, dann kann ich meinen Kurs kontrollieren und überlegen, ob ich den richtigen Weg eingeschlagen habe. Positives Feedback – „Das hast du gut gemacht!“ – veranlasst mich nicht zu einer Kurskorrektur.

Bestätigen Ausnahmen die Regel?

„Kein Bier vor vier“, sagt Otto beim Frühstück und setzt sogleich das Glas an, denn: Ausnahmen bestätigen die Regel. Der Satz mit der Ausnahme von der Regel gehört zweifelsohne zu den universell einsetzbaren Sprichwörtern, aber wie viel Wahrheit liegt in ihm? Und worauf bezieht er sich bloß? Weiter lesen

Brauchen Kinder unter drei Jahren eine Nestgruppe?

Von Pädagoginnen werde ich immer wieder gefragt, warum wir keine Nestgruppe haben, denn kleine Kinder brauchen doch unbedingt ein Nest. Ich finde es wichtig, dass sie so eine Hypothese aufstellen, aber sie müssen sie überprüfen, müssen sich fragen, ob die Hypothese richtig ist. Wenn nicht, müssen sie sie korrigieren.

Wir haben festgestellt, dass die Kinder die Nestgruppe nicht brauchen. Sobald sie krabbeln können, bewegen sie sich aus dem Raum in den großen Flur und machen uns deutlich: Wir schlüpfen aus. Versucht man nun, die Kinder in ihrem Raum festzuhalten, lernen sie nicht von anderen Kindern. Ihre Neugierde und ihr Explorationsverhalten werden zumindest stark eingeschränkt. Deshalb haben wir entschieden, die Kinder auf ihren Forschungstouren zu begleiten, um zeitnah auf ihre Bedürfnisse nach Sicherheit und Körperkontakt reagieren zu können.

Wie überprüft man eine Hypothese?
Man muss schauen, was die Kinder machen, wie sie mit Herausforderungen umgehen. Sobald unsere Kleinen robben konnten, machten sie sich auf den Weg. Und der große, lange Flur, den wir den Jüngsten nicht sofort zugemutet hätten, wurde ihr Lieblingsplatz. Dort konnten sie krabbeln, so weit sie wollten, die Treppe erklimmen … Also besserten wir nach, und der ehemalige Nestraum ist jetzt ein Rückzugsort mit Liegeflächen, Kissen und Materialien, mit denen die Kinder Höhlen bauen und sich auch gut verstecken können. Das machen alle gern, die Jüngsten wie die Ältesten.

Edeltraud Prokop, Leiterin des Kinderhauses Felicitas Füss-Straße, München ∫
Was interessiert dich? Stell deine eigene Frage unter www.wasmitkindern.de