Gegen den Begriff der Schulfähigkeit

Warum soll man nicht mehr von Schulfähigkeit reden?

Ein Katalog der Schulfähigkeiten ist eine Art Eingangstest, bevor ein Kind in die Institution Schule aufgenommen wird. Also schaut man in diesen Tests, auf welchem Stand ein Kind mit fünf oder sechs Jahren ist. Zum Glück bricht die Idee sich langsam Bahn, dass Bildungseinrichtungen individuell arbeiten müssen.

Wir wissen, dass die Entwicklungsstände der Kinder stark divergieren können. Es ist völlig normal, dass Kinder eines Alters große Entwicklungsunterschiede aufweisen. Auf diese Unterschiede müssen sich die Bildungseinrichtungen einstellen und nicht etwa sagen: Wenn die Kinder das und das können, dürfen sie in die Schule gehen. Die Schule hat vielmehr den Auftrag, alle Kinder so zu fördern, dass sie auf unterschiedlichen Niveaus lernen können. Kurz: Die Schule muss kindfähig sein, nicht das Kind schulfähig.

Frauke Hildebrandt

ist Professorin an der Fachhochschule Potsdam. Sie forscht zu kognitiv anregender Interaktion und arbeitet mit Kitas und Grundschulen zu den Themen „Sprachbildung“ und „Übergang Kita-Grundschule“.

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