Rabenrosa sieht nicht wie ihre Geschwister aus, sondern wie ein Menschenmädchen, was weder die Rabeneltern noch die Geschwister stört. Die anderen Tiere aber finden Rosa seltsam und hässlich. Da merkt sie erst, dass sie anders ist. Weiter lesen
Rabenrosa sieht nicht wie ihre Geschwister aus, sondern wie ein Menschenmädchen, was weder die Rabeneltern noch die Geschwister stört. Die anderen Tiere aber finden Rosa seltsam und hässlich. Da merkt sie erst, dass sie anders ist. Weiter lesen
Wie wir helfen können Weiter lesen
Chaos herrscht in Oles Kinderzimmer. Aber Papa Bär lässt sich von Oles Behauptung, das seien die wilden Affen gewesen, nicht beeindrucken. Und der Hinweis, dass die Dinos ihren Urwald auch nicht aufräumen, zieht ebenso wenig. Papa Bär erklärt dem Sohn, wie schrecklich es wäre, wenn die Bilder und Buchstaben in allem Gedruckten genauso wirr verstreut wären wie die Sachen in Oles Zimmer. Das überzeugt Ole nicht, und er entwirft einen symmetrisch geordneten Sternenhimmel. Auch schrecklich. Wenn Opa sagt, Ordnung sei das halbe Leben, kontert Ole: „Dann muss die andere Hälfte Unordnung sein.“
Zwei Cartoonisten haben eine witzige Geschichte zu diesem Alltagsthema geschrieben und sie anregend illustriert. Die Lösung des Konflikts: Papa hilft beim Aufräumen.
wamiki-Tipp: Sodtke, M./Butz, St.: Chaos im Kinderzimmer. Lappan 2013, ab 5 Jahren
In Wilds nördlichem Wald, in dem es Bären und Flüsse gibt, werden die Regeln komplett in Frage gestellt. Wild ist glücklich bis zu dem Tag, an
dem neue „Tiere“ in den Wald kommen und sie im Auto mitnehmen … Emily Hughes hat diese Geschichte mit großer Freude am Wildsein ins
Bild gesetzt. Schon auf dem Titel strahlt das wilde Mädchen, Blumen und Gräser im Haar, den Betrachter an. Und anders als sonst in Bilder- und Kinderbüchern üblich, wird die Wilde nicht gezähmt. Im Gegenteil: Sie führt Hund und Katze zu ihren Ursprüngen zurück. Das Buch erinnert zwar an Sendaks „Wo die wilden Kerle wohnen“, doch hier geht es nicht um ein Kind, das Wildheit in seinen Fantasien auslebt, sondern um ein Mädchen, das in der Wildnis zu
Hause ist. Man kann darüber philosophieren – auch mit Kindern.
wamiki-Tipp: Hughes, E.: Wild. Aus dem Englischen von Stephanie Menge. Sauerländer 2015, 36 Seiten, 14,99 Euro, ab 5 Jahre
„Oh nein, Paul!“ sagt die Stimme des Erzählers, weil Paul wieder genau das getan hat, was er nicht tun soll. Er soll nämlich brav sein, also alle Regeln befolgen, die Michi aufgestellt hat. Dazu gehört, dass er die Katze nicht jagen und die Erde nicht aus dem Blumenbeet buddeln soll, obwohl er das schrecklich gern tut. Brav zu sein gelingt ihm einfach nicht. Denn Paul ist ein Hund. Er muss brav sein, wenn er mit den Menschen lebt. Wäre er ein Wildhund in einer
Meute, würde er nach anderen Regeln leben … In einfachen Formen, mit wenig Text und so komisch wie überzeugend stellt Chris Haughton das Spannungsfeld des Konflikts zwischen den Bedürfnissen Pauls und den Regeln dar, denen er unterworfen ist.
wamiki-Tipp: Haughton, Ch.: Oh nein, Paul! Aus dem Englischen von Stephanie Menge. Sauerländer 2012, 36 Seiten, 14,99 Euro, ab 3 Jahren
In „Mag ich! Gar nicht! Ein Reim- und Magenbilderbuch“ geht es ums Essen. Den Text schrieb Werner Holzwarth, der Erfinder des Maulwurfs, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat. Die schrägen Bilder von Theresa Strozyk zeigen Kinder, die alles, was sie nicht mögen, dem Waldi geben, denn: „Der frisst alles, außer Fisch.“ Da Pute, Spinat, Pommes, Hühnerfrikassee, Döner, Milchreis, Cordon Bleu, Würstchen und Spaghetti – in dieser Reihenfolge – zu den ungeliebten Speisen gehören, ähnelt der anfangs schlanke Waldi schließlich einer Hunderolle und ist schon fast ein Fall für den Tierschutz. Nicht nur, dass das arme Tier ständig vom Tisch aus gefüttert wird, was sich nicht gehört – auf dem Schlussbild sitzt Waldi sogar am Tisch! Vor sich die heißgeliebte Pute mit Klößen. Unterm Tisch liegt Sophie mit ihrem geliebten Spinat.
Diesmal geht es also nicht um einen Suppenkaspar, sondern um Kinder, die gern essen. Nur nicht immer das, was die Erwachsenen wollen.
wamiki-Tipp: Holzwart, W./Strozy, Th.: Mag ich! Gar nicht! Ein Reim- und Magenbilderbuch. Klett Kinderbuch 2015, 28 Seiten, 12,95 Euro, ab 5 Jahren
Wenn Benimmregeln den Alltag beherrschen, tut es gut, sich darüber lustig zu machen und das Gegenteil zu tun. Mit diesem Umkehrprinzip spielen zwei Bilderbücher: Babette Cole, gewieft im witzigen Umgang mit ernsthaften Themen, stellt in „Das schlechte Gute-Manieren-Buch“ alle möglichen Alltags-Regeln auf den Kopf … „Benimm dich – bloß nicht“ warnt das zweite Bilderbuch, das der Verlag „Entspannungsratgeber“ nennt. Dieses Buch erschien im Klett Kinderbuch Verlag. Im Herbstkatalog beklagte die Verlegerin Monika Osberghaus, dass Korrektheitsvorschriften überhand nehmen, künstlerischer Freiheit den Garaus machen und dass deshalb langweilige Bücher entstehen. „Nicht mit uns!“ befand sie. Das sieht man dem Programm auch an.
wamiki-Tipp:
Cole, B.: Das schlechte Gute-Manieren-Buch. Sauerländer 1996, 36 Seiten;
Gehm, F./Klein, H.: Benimm dich – bloß nicht! Gute Gründe für schlechte Manieren. Klett Kinderbuch 2012, 32 Seiten,12,90 Euro, ab 5 Jahre
Jedes Tier hat seine Sprache: Die Katze macht Miau, der Hund macht Wuff, die Krähe macht Krächz, die Taube Gurr und der Spatz Piep. Das ist so und lässt sich auf den flächigen, aufs Notwendigste reduzierten und farbstarken Illustrationen deutlich erkennen. Doch eines Tages hatte der Spatz keine Lust mehr. Er wusste nicht, was er sagen sollte, und dann schmetterte er plötzlich ganz fröhlich: „Spriedel friedel!“ Die Krähe, groß und schwarz, fand das gar nicht komisch: „Was hast du gesagt?“ Erschrocken flüsterte der Spatz nur noch, doch kurz darauf tönte er: „Tiffel biffel und’n bissel miffel!“ Da war der Knoten geplatzt. „Ickel zickel! Pickel drickel!“ trillerte der rote Kardinal. Auch die Taube traute sich: „Urrpsli schnurrpsli!“ Alle wollten albern sein. Aber das war nichts für schwarze Krähen …
wamiki-Tipp: Portis, A.: Spriedel. Aus dem Englischen von Ebi Naumann. Aladin 2015, 32 Seiten, 12,90 Euro, ab 5 Jahren
Mut ist ein hoher Wert. Fürsorge und Selbstsorge auch. Nehmen wir das Spiel mit dem Feuer: Im „Struwwelpeter“ endete es mit einem Großbrand. Das Buch „BÄNG! 60 gefährliche Dinge, die mutig machen“ will nicht vor Gefahren warnen, sondern ermutigen, sich den Gefahren zu stellen. „Bäng“ nennen die Autorinnen eine solche Gefahr.
Dass man lernen muss, wie man ein Streichholz anzündet, wird jedem einleuchten. Aber wie man einen Fettbrand löscht, das weiß vielleicht nicht einmal jeder Erwachsener. Gefahren, die von Feuer, Wasser, Explosionen oder Werkzeugen ausgehen, können gemeinsam gemeistert werden. Zumindest lässt sich verhindern, dass Situationen außer Kontrolle geraten.
Doch auch der Umgang mit Angst – zum Beispiel vor Hunden oder vor Mobbing – kann geübt werden. Vom Springen aus größeren Höhen bis zur Nachtwanderung reichen die Alltagsabenteuer.
Jeder kann das Buch da anfangen, wo er will, und wird sich bald fragen, wie er ohne es auskommen konnte. Es sei auch Erwachsenen empfohlen, die sich mit seiner Hilfe ihrer Angst stellen können, dass den Kindern etwas passieren könnte. Das originelle, außergewöhnliche Sachbuch wird von einer pfiffigen Idee getragen. Deshalb mein Tipp für Erwachsene: Lassen Sie den großen Bäng zu und erleben Sie mit den Kindern, dass die Angst verschwindet.
wamiki-Tipp: Tinkerbrain: BÄNG! 60 gefährliche Dinge, die mutig machen. Beltz & Gelberg 2015, 158 Seiten, 19,95 Euro, ab 9 Jahren
Wer darf was? Und warum? Weiter lesen
Wie wir helfen können. Donata Elschenbroich und Otto Schweitzer haben mit „Ruhe auf der Flucht“ einen hochaktuellen Film gemacht. Ab sofort in unserem Shop zu bekommen.
Worum geht es?
Flucht ist ein universelles Thema der Menschheit und Flucht ist heute Alltag auf vielen Kontinenten. In der Erfahrung von Gewalt und Vertreibung gibt es immer wieder Momente, in denen die Unruhe aussetzt: dann, wenn andere Menschen helfen. Diese Hilfe muss mehr sein als das Dach über dem Kopf und Mahlzeiten für die nächsten Tage. Das beobachtet der Film in Flüchtlingscamps in Afrika (Uganda), in Asien (Myanmar) und in Europa (Schweiz und Deutschland). Der Film zeigt Beispiele, wie Ehrenamtliche abgeben von dem, was sie haben und was sie können. Jeder zweite Deutsche kann sich das vorstellen als eine gute Erfahrung für beide. Das Ermöglichen des Tätigseins, der Teilhabe ist der Leitgedanke von vielen Initiativen bei uns.
Der Film beobachtet, wie ohne großen Aufwand solche Momente von Kindern und Erwachsenen als „Ruhe auf der Flucht“ erlebt werden, bei einer Naturbeobachtung, mit dem Skateboard, beim Malen, bei Yoga-Übungen, beim Erkunden einer Orgel. In einem Kindergarten in Baden-Württemberg werden Flüchtlingsfrauen als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen beschäftigt.
Das Kultusministerium Baden-Württemberg unterstützt diese und andere Initiativen, wie Mütter- und Familienzentren. Beraten wird am Runden Tisch, gegründet von der Staatssekretärin Marion v. Wartenberg.
Ruhe auf der Flucht
Ein Film von Donata Elschenbroich und Otto Schweitzer
2015, 45 Minuten 24,90 Euro
Hier gehts zum Shop.
Von Liebe ist in „Besuch“ keine Rede, sondern von Einsamkeit. Ganz allein wohnt Elise in ihrem kleinen Haus und ist viel zu ängstlich, um hinauszugehen.