Das Kinderbuch der Woche: „Der Kinderkalender“ mit 53 Gedichten

Bücher für Kinder von null bis zu zwölf Jahren und für ihre Erwachsenen – von Gabriela Wenke empfohlen. Jeden Donnerstag bis zur Frankfurter Buchmesse 2019!

Das Buch dieser Woche ist ein Kalender:

Neues Jahr, neues Reim-Glück

Dass der Kalender mit 53 Gedichten aufwartet, ist Grund genug, ihn in Kinderzimmern, Schul- und Kita-Räumen aufzuhängen.
Seit Jahrzehnten bemühen sich deutsche Verlage, die Freude am gereimten und rhythmischen Text durch Bilderbücher und Gedichtbände zu fördern und zu stärken. Niemand scheint zu bezweifeln, dass Kinder sich Reime gut, gern und lustvoll merken. Warum werden dann so wenig Gedichtbände und gedichtete Bilderbücher verkauft?
Also, Leute: Lest Gedichte vor, so oft wie möglich. Sucht nach Lyrik in Buchhandlungen und Bibliotheken, wenn Ihr zu Hause zu wenig Auswahl habt, und besorgt Euch diesen Kalender. Er bietet eine lyrische Weltreise an, immer begleitet von einer Illustration aus der Original-Veröffentlichung. Zum Beispiel:

Frühlingsnächte rufen
Schneehühner fliegen
Singschwäne ziehen
hin zum Horizont
Die Sonne winkt rot
hinterm Fjäll

Das ist ein Gedicht aus Nordnorwegen, geschrieben und gemalt von Nils-Aslak Valkapää. Auf roten Grund sieht man Vögel, tanzende Menschen und kryptische Zeichen, die der Sprache der Nordsamen entstammen. Erstmals wurde diese Sprache in den Kalender aufgenommen. Eine andere sprachliche Seltenheit stammt aus den Bergen Algeriens: der Berberdialekt Taqbaylit.
Gedichte aus allen Erdteilen sind im Kalender zu finden, Verse unserer Nachbarn ebenso wie solche aus fernen Ländern. Sie lassen uns rätseln, staunen, sind mal verspielt und mal komisch wie der folgende Zungenbrecher von Moni Port:

Klitzekleine Katzen kotzen klitzekleine Kotze.
Klitzekleine Kotze kotzen klitzekleine Katzen.

Dazu hat Philipp Waechter eindrucksvoll kotzende Katzen gemalt. Man findet sie im März, am Rosenmontag.
Viel Spaß beim Blättern, Suchen, Lesen, Vorlesen, Schauen und Selber-Machen: Ein Blatt ist nämlich frei für eigene Dicht- und Malkunst.

Gabriela Wenke

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