Kinderbuch der Woche: Abschied

Bücher für Kinder von null bis zu zwölf Jahren und für ihre Erwachsenen – von Gabriela Wenke empfohlen. Jeden Donnerstag bis zur Frankfurter Buchmesse.

„Dies ist kein Buch über das Sterben, sondern über das Leben – zu dem ohne Zweifel auch das Sterben gehört“, schreibt der Autor Werner Holzwarth in seinem Vorwort zu „Mein Jimmy“. Von Anfang an ist klar, dass die Geschichte von Jimmy, dem Nashorn, und Hacki, dem Madenhacker, von den letzten Tagen ihrer Freundschaft erzählt. Aber auch davon, wie viel Spaß die beiden miteinander hatten.

Jimmy ist sehr alt, und beide Freunde wissen, dass er nicht mehr lange leben wird. Aber er versucht, dem kleinen Vogel zu sagen, dass all das Schöne, das sie zusammen erlebt hatten, deswegen nicht aufhört, schön gewesen zu sein, und dass Hacki bald wieder neue Freunde haben wird.

Werner Holzwarth erfand 1989 die geniale Geschichte vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat. Nun erzählt er eine Geschichte vom Abschied.

Mehrdad Zaeri gelang es, den großen Jimmy so ins Bild zu rücken, dass er keine Angst macht, sondern wie ein Schutzwall wirkt, während Hacki wie ein winziges Strichmännchen auf ihm herumturnt. Ganz langsam wird von Seite zu Doppelseite aus Jimmy eine schwarze Masse im Dunkel der afrikanischen Nacht unter dem tief-blauen Sternenhimmel. Beim ersten Morgenlicht fliegt Hacki davon. Auf den letzten Bildern sehen wir ihn mit neuen Freunden, den Madenpickern, auf dem Rücken eines Zebras stehen und von seinen Abenteuern mit Jimmy erzählen.

Diese beeindruckende Geschichte zweier ungleicher Freunde kann ich allen großen und kleinen Liebhabern guter Geschichten und überwältigender Bilder voller Überzeugung empfehlen.

 

Gabriela Wenke

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