Wie ich zum Ansatzstifter wurde

Als ich wieder einmal einen meiner Vorträge über Beobachtung und Dokumentation im halboffenen, montessoreggi-orientierten Funktionsraumkindergarten mit mittelgroßer Altersmischung hielt, klopfte es. Ehe ich „Herein!“ rufen konnte, hatte sich schon ein freundliches älteres Männlein neben meinen Dozententisch gestellt und sich vorgestellt: Er sei der Bildungsvizediktator von St. Hochniederkleinstein, dem oft so schmählich übersehenen europäischen Zwergstaat zwischen Großdänesien, Östermark und der Krokraine. Schon ein Weilchen habe er an der Tür gelauscht. Meine Ausführungen hätten ihm gut gefallen, und er habe darum entschieden, mich höflichst anzufragen, ihn in sein Vaterländchen zu begleiten, um an der Etablierung einer neuen Pädagogik mitzuwirken.

Gleichzeitig verstört und gebauchpinselt, überging ich die aufmunternden Zurufe der Teilnehmerinnen, die vielleicht nur auf einen verfrühten Schluss der Veranstaltung hofften.

Wie meine Stelle denn genau definiert sei, fragte ich, und der Vizebildungsdiktator lächelte gewinnend: „Sie allein legen unseren pädagogischen Ansatz fest. Sie sind unser Montessorius. Oder der große Ansetzer.“

Schon am nächsten Tag fand ich mich an einem St. Hochniederkleinsteiner Kindergartentisch wieder, umgeben von schüchtern speisenden Kindern und Erzieherinnen mit gezückten Notizblöcken. Was sage ich bloß, um mit irgendeinem Ansatz zu punkten?

„Jedes Kind hat das Recht, sich beim Frühstück sein Essen aussuchen zu dürfen“, fiel mir mit Blick auf die von Erwachsenenhand gefüllten Tellerchen ein. Die Damen erbleichten, notierten den Satz und unterstrichen ihn sorgfältig mit Linealen.

Zaghaft hob sich eine Hand, und eine Stimme fragte leise: „Welche Speisen stellen wir zur Auswahl?“ Ich erwiderte unsicher: „Vielleicht Biobutter, Johannisbeermarmelade, diese Teewurstsorte und Toggenburger Käse?“

„…ggenburger Käse, ist notiert“, repetierte die Dame und fragte: „Den Käse rezent, mittelreif oder würzig?“ Ich improvisierte: „Genau sechs Monate Reifung!“ Als die Damen sich über so viel Klarheit sichtlich freuten, ergänzte ich keck: „Und regelmäßig Schmelzkäse!“ „Täglich?“ Ich schüttelte den Kopf: „Kinder brauchen Wochenhöhepunkte! Schmelzkäse nur an Dienst- und Donnerstagen.“

Wie mir die Auswahl an Möbeln gefalle, wollte man später wissen. Diese Holzstühle gefielen mir gar nicht, erklärte ich streng – das erwartete man offenbar von mir. Stattdessen seien rote Hocker mit grünen Beinen vorzuhalten. „Gilt das für das ganze Land?“ fragte man vorsichtig, und ich nickte.

„Was ist Ihre Meinung zur Digitalität?“ ging es weiter. „Soll es Smartphones geben, Tablets oder beides?“ Leicht gelangweilt berichtete ich, dass mein Ansatz sich klar für die systematische Heranführung der Kinder an Tablets im 8,5 Zoll-Bereich ausspräche, wohingegen kleinere und größere Displays als absolute Kindeswohlverletzung eingestuft würden. Sofort begann man, aufgeregt im Hintergrund zu telefonieren.

„Ich sehe, Sie haben bereits gut in Ihre Rolle gefunden“, ertönte eine schon vertraute Stimme, und der Vizebildungsdiktator betrat schmunzelnd den Raum: „Weiter so!“

Ich sei, ließ ich die immer noch eifrig mitschreibenden Pädagoginnen wissen, sehr unzufrieden mit der uneinheitlichen Wandfarbgestaltung in den Kindergärten St. Hochniederkleinsteins. Ein Farb- und Gestaltungskonzept scheine es in diesem Lande ja nicht zu geben. Schwungvoll schlug ich vor, die Räume aller Kindergärten, die übrigens ab sofort Kinderparks zu nennen seien, umgehend folgendermaßen zu streichen: Schlafräume in Mauve, meiner heutigen Lieblingsfarbe. Den Bauraum in Zinnoberrot mit einem blauen Punkt in der rechten Ecke. Das Bodenturnkabinett jedoch in Nachtblau.

Man habe gar kein Bodenturnkabinett, nur eine Art Bewegungsraum, unterbrach eine Dame mich kleinlaut. Ich erhob mich: „Dann ist dieser landesweit einzurichten – sofort.“

Während die Kinder an meinem zweiten Tag in St. Hochniederkleinstein in den wenigen, von Anstreich- und Neumöblierungsmaßnahmen verschonten Räumen zu spielen versuchten, begab ich mich in mein neues Büro, um ein pädagogisches Grundlagenwerk mit Leitbildcharakter für das Land zu verfassen. „Kinder brauchen….“ stand bereits in meiner Word-Datei, aber dann stockte ich. Was, wenn der Vizebildungsdiktator gleich seine ersten Erlasse verkünden wollte?

Ich gab mir einen Ruck und tippte: „Kinder brauchen tägliches Harfentraining, das sie unabhängig vom Wetter in frischer Luft absolvieren. Kinder brauchen das Spiel mit einem hellhaarigen Bären, der nach dem Vorbild meines Teddys Petzi heißen soll und am Ende jedes Tages in ein ansprechendes Vollholzteddybett zu legen ist, während der sogenannten Teddybettungszeit. Kinder und deren Eltern sind anzuhalten…“

„Gefällt mir ausgesprochen gut“, freute sich der leise hinzugetretene Vizediktator und zeigte mir auf seinem Smartphone die Webcam-Übertragungen der ersten, noch unbeholfen wirkenden Teddyhuldigungen in den Kindergärten.

Bald war der größte Tag meiner Amtszeit als Ansatzstifter gekommen. Im schönsten Kindergarten von St. Hochniederkleinstein saß ich – zu Tränen gerührt und bekleidet mit Talar, Baskenmütze und Nickelbrille – inmitten der Kinder, die, durch meine Anwesenheit ebenfalls zu Tränen gerührt, das „Petzi-Lied“ sangen.

„Hat es euch gefallen, Erdenker des ewigen Ansatzes?“ fragte ein Mädchen. Eine ganz Kleine hielt mir ihr Brot unter die Nase, es roch käsig, und ich hörte das Kind sagen: „Danke für den zweifachen Schmelzkäsetag.“

Ein bisschen genervt von so viel Ehre schlug ich vor, eine Runde Fußball mit den Kindern zu spielen. „Eine gute Idee“, lobten die anwesenden Herrschaften, „aber leider sind seit der Verkündung Ihrer Materialliste keine Spielgeräte im Kugelformat zulässig. Sollen wir den Erlass ändern und den für die Umsetzung zuständigen Fachberater auspeitschen lassen? Oder sollen die Kinder mit einem der verpflichtend in jeder Kita zu züchtenden Kürbisse Fußball spielen?“

„Kinder brauchen keine als Fußball missbrauchten Kürbisse!“ schrie ich mit überschlagender Stimme. „Sie brauchen nichts dringender als pralle, überreife Melonen und ein aus Lakritzstangen gewebtes Fußballtor! Wer das nicht weiß, verdient nicht, nach meinen Ansatz zu arbeiten!“

Das gesamte Personal einschließlich des Vize-Bildungsdiktators zuckte zusammen, rannte erst verwirrt hin und her und dann schnurstracks zum nächsten Obstmarkt. Ich aber nutzte die Gunst der Stunde und entschwand aus St. Hochniederkleinstein.

. . . . . . . . . . . . . . . Auf Nimmerwiedersehen!

 

Foto: kallejipp/photocase.de

Neue Namen braucht das Land!

„Gute-Kita-Gesetz“ heißt das Teil. Egal, was drin steht: Mit dem Namen hat das ­Familienministerium Maßstäbe gesetzt. Freilich auch für sich selbst. Falls jemals ein weiteres Gesetz zur Verbesserung des Kindergartens herauskommt, wie sollte man es dann nennen?

Hier folgen Vorschläge zur Umbenennung des derzeitigen Gute-Kita-Gesetzes, gratis zur Verfügung gestellt von der Gute-Gesetzesnamen-Entwicklungs-Redaktion.

 

Vielleicht ist es besser, dem jungen Gesetz schnell noch einen ehrlicheren Namen zu verpassen, um ein künftiges „Wirklich-Gute-Kita-Gesetz“ auch so bezeichnen zu können.
Die GGE-Redaktion

Das Lied vom Per–so–nal

Ist ein Kind recht wohlgeraten,

dies für dessen Eltern spricht.

Neigt´s jedoch zu schlimmen Taten,

bittet und bedankt sich´s nicht

und dient jedermann zur Qual,

trägt die Schuld das Personal.

 

Ist denn unsrem Kindergarten

Sauberkeit seit kurzem schnuppe?

Lilys Kleid ziert Rinderbraten

und ihr Hemdchen Erbsensuppe.

In den Haaren klebt Ponal.

Schuld daran: das Personal.

 

Unterm Garderobenschranke

krabbelt Martin auf dem Bauch,

knurrt ironisch: „Mädels, danke,

jetzt fehlt Johnnys Hausschuh auch.“

Letzte Woche war´s der Schal…

Schuld hat nur das Personal.

 

Neues Spielzeug hat der Träger

grad erst vor acht Jahr´n spendiert.

Und schon sind die Softballschläger

wieder völlig ramponiert!

Wer verschleißt das Material?

Schuldig ist das Personal.

 

„Eins ist klar“, sagt Adelene,

die des Sohnes Zeugnis sieht.

„Unser Hans hat beste Gene,

weil er sehr nach uns geriet.

Notendurchschnitt 4? Skandal!“

Schuld ist das Lehrpersonal.

 

Unsre Pupsi®-Pädagogik,

die Frau Chefin ausgeheckt,

strotzt vor Anspruch, Ziel und Logik.

Jedes Kind gelingt perfekt.

Ist die Umsetzung fatal?

Dann trägt Schuld das Personal.

 

„Kinder brauchen digitale

Bildung“, predigt ein gelackter

Referent. Man klatscht im Saale

beim Vortrag auf der Didacta.

„Keene Zeit für Digital“,

meckert rum: das Personal.

 

Diplomierte Pädagogen,

haben wieder was erstellt:

„Engagiertheitseinschätzbogen“

heißt das Ding. Es staunt die Welt.

Wer beguckt das Blatt nicht mal?

Alles klar: das Personal.

 

„Frau Minister, Kitas streiken!“

textet bang der Referent.

Deren Antwort: Smiley-Icon,

weil sie ihre Tanten kennt:

Lange Streiks? Viel zu sozial

ist dafür das Personal.

 

Horst ist weg, und krank ist Gitte.

Und Ersatz wird nicht gefunden.

Leitung sagt: „Sie leisten bitte

unbezahlte Überstunden.“

Wer rennt gleich zum Personal-

Rat? Na, Leser, rate mal…

 

Eltern machen eine Welle:

„Kitaplatzrecht wird verletzt!“

Liegt wohl dran, dass manche Stelle

jetzt auf Dauer unbesetzt.

Und man registriert aschfahl:

Schuld ist: Gibt kein Personal!

 

Woher kriegt bloß Allemagne

mehr Erzieher? Helfen Sticker

oder eine Such-Kampagne

namens „Gehst du Kita, Digger?“

Der Erfolg ist minimal.

Schuld ist…

Dann kannst du was erleben!

Wenn du das tust, mein Freundchen, dann gibt es heute, morgen, diese Woche und überhaupt nie mehr… Stopp! Weiß hier etwa jemand nicht, dass man keine Konsequenzen androhen soll, die man nicht einhalten kann? Um dem abzuhelfen, testet das wamiki-Satire-­Referat an dieser Stelle Deutschlands beliebteste Drohungen auf ihren Gebrauchswert und erteilt Ratschläge für die konsequente…

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Äußerste Konsequenzen

„Das wird Folgen haben!“ Auf eine unbedachte Falschhandlung folgt nun etwas ganz und gar Unerwünschtes. Zum Beispiel das heilige Donnerwetter oder der letzte Zapfenstreich. „Folgen“ heißt auf Latein nämlich „consequere“. Und daraus entstand in letzter Konsequenz unser heutiger Rubrikengast, die „Konsequenz“. Weiter lesen

Acht Impulse zum Thema „Entschleunigung“

Alles wird heute immer schneller. Stimmt das wirklich? Im Bildungssystem Tätige diskutieren mal hektisch und dann wieder unvergleichlich lahm, ob das Tempo beim Lernen eher viel zu hoch oder viel zu niedrig ist.

Denn: Genau so schnell wie jetzt – das ist ja langweilig!

Im Folgenden kommen die Vertreterinnen und Vertreter der wichtigsten Positionen mal kurz zu Wort:

Tanja: „Wir leben in einer Zeit, in der sich niemand mehr richtig langweilen kann“, sagt Tanja und ergänzt gestelzt: „Ich will den Kindern diese Fähigkeit, deren Fehlen ja zweifelsohne überall zu Recht beklagt wird, wieder zugänglich machen.“

„Aha. Und wie verschaffst du Kindern dieses wertvolle Erlebnis, Tanja?“

„Ganz einfach. Ich mache die gleichen drei, vier Angebote, die ich sowieso seit Jahren draufhabe. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie zum Gähnen langweilig die sind! Zum Beispiel das Gummibärchenexperiment…“

Schnarch!

 

Lydia: „Unsere Lydia entwickelt sich ganz schön schnell“, berichten Jürgen und Christa, glückselig lächelnd. „In der Krippe hat sie alle Kompetenzen immer als erste erreicht. Und die Erzieherinnen im Kindergarten hatten für sie eine Extra-Packung Prospekthüllen stehen, um die täglichen Entwicklungsschritte ins Portfolio zu heften. Die Lehrerin in der 1. Klasse war hellauf begeistert, und das Überspringen zweier Klassen war dann nur noch Formsache. Sag doch auch mal was dazu, Lydielein, zeig mal, was du alles schon kannst!“

„Kein Bock, Alter, vergiss es!“

„Ist sie nicht schnell? Erst sieben – und die Pubertät schon fast absolviert!“

 

Renate: Die Evaluationskommission schüttelt sich vor Schreck. „Also, die Füttersituation hat uns leider gar nicht zugesagt. Und dann die Mittagssituation im Sedierungs-Raum! Vom Angebot im Hier-nicht-Tobe-Raum gar nicht zu reden“, fasst die Erste Evaluatorin das Grauen in Worte.

„Das heißt, äh…“, Leiterin Renate räuspert sich, „das mit dem Kleine-Montessori-Forscher-Zertifikat würd eher nüscht?“

„Sieht kritisch aus“, bestätigt die Evaluatorin. „Aber vielleicht wär das ja was für Sie: das Retropädagogik-Zertifikat von Radio Nordseewelle – mit den besten Hits der fünfziger, sechziger, siebziger Jahre!“

 

Hilde: „Mir ist es wichtig, dass Pädagogik nachhaltigen Erfolg hat“, doziert Hilde. „Diese ganzen Bildungsprogramme mit ihren tausend Bildungszielen – das geht den Kindern doch da rein und da raus.“

„Und Ihre Pädagogik schafft das besser, Tante Hilde?“

„Absolut“, strahlt die erfahrene Pädagogin. „Ich vermittle seit Jahrzehnten ausschließlich die Jahreszeitenpädagogik! Und glauben Sie mir – ich wüsste kein Kind aus meiner Kita, das nicht heute noch die vier Jahreszeiten kennt.“

 

Adolf: AfD-Adolf, Oberstudienrat a.D ., trifft eine Fee, die ihm einen Wunsch gewähren will. Adolf zögert nicht lange: „Ich will, dass alles so ist wie früher – mit klaren Regeln, keinen Fremden, pünktlich Mittag und netten Frauen, die sich um einen kümmern…“

„Gewährt“, säuselt die Fee silberhell und erhebt ihren Zauberstab: Glitzerregen!

Adolf sieht um sich und fragt erschrocken: „Wo bin ich?“

„Im Pflegeheim ‚Sorgenfrei ‘! Gitti schiebt dich gerade zum Mittagessen, ist doch schon 10.30 Uhr! Huch husch, keine Trödelei!“

 

Vanessa: „Achtsamkeit – das ist gerade voll mein Thema“, schwärmt Vanessa. „Kinder sollen bei mir lernen: Gerade die kleinen, unscheinbaren Momente sind so wichtig, weil man normalerweise hektisch auf die nächste Attraktion wartet, den nächsten Genuss, die nächste Ablenkung. Ich sage dir: In unserer schnelllebigen Zeit braucht es nichts mehr als die Wiederentdeckung des Wertes lustvollen Wartens.“

„Sehe ich auch so, Vanessa.“ Kollegin Klara nickt. „Aber sollten wir nicht trotzdem mal anfangen, die Blumenkohlsuppe aufzutun? Die Kinder sitzen ja schon fünf Minuten am Tisch…“

 

Thorsten: „Meinem Mann ist es wichtig, dass jeder Schüler in seinem ganz individuellen Tempo lernen kann“, berichtet Frau Dr. Heisterkamp ihrer Bekannten beim Plausch in der Fußgängerzone.

„Und was heißt das konkret?“ rückfragt die Bekannte.

„Das heißt, dass mein Thorsten alle Schüler, die nicht in seinem individuellen Tempo mitkommen, sitzenbleiben lässt“, informiert die Studienratsgemahlin.

 

Else: „Dieses Jahr zum Muttertag schenken wir Ihnen kein selbstgebasteltes Herz und auch keine Deko-Kleider­bügel“, eröffnet Else den Elternabend. „Dafür schenken wir Ihnen das Schönste, was es überhaupt gibt!“

Interessiert blicken die Eltern von ihren Displays auf.

„Und das ist Zeit! Kostbare Zeit, die Sie mit dem wertvollsten Menschen verbringen dürfen, den Sie haben!“

„Ach, Gottchen“, flötet Ildikos Mutter, „ich bin sooo gerührt! Äh, was heißt denn das genau?“

„Na, außerplanmäßig drei Schließtage. Ab morgen!“

Mit Fingerchen und flacher, flacher Hand

 

Nicht nur aus dem Morgenkreis kennt man Fingerspiele. Wohl fast jeder von uns weiß davon ziemlich viele. Auch manch alter Kinderreim bleibt uns unvergessen. Er nervte auswärts und daheim vorm Waschen, Schlafen, Essen. Stimmt der Inhalt immer noch? Autor Fink: „Mitnichten! Krempelt mal die Ärmel hoch und lasst uns neue dichten!“

 

 Die Geschichte vom Fachkräftemangel

 

Fünf Damen sind in die Fachschul’ gegangen,
sie wollten den Titel „Erzieherin“ erlangen.
(Die ganze Hand präsentieren)

Die erste erstarrte: „Powischen? Krass!“
Und fragte, vor Schreck plötzlich leichenblass:
„Gibt’s eigentlich Ausnahmeregeln
für Frauen mit künstlichen Nägeln?“
(Mit dem Daumen wackeln)

Die zweite schimpfte: „Dieses Bildungs-Blabla!
Das ist alles nicht mehr, wie’s früher mal war!
Verschont mich mit Dokumentieren!
Ich mach lieber was mit Tieren.“
(Mit dem Zeigefinger drohen)

Die dritte war zwar die längste,
doch leider auch die bängste.
Sie fing sofort an zu weinen:
„Die machen mich fertig, die Kleinen!“
(Alle zehn Finger vor die Augen halten)

Die vierte war gut im Verspäten
und sprach gern von „Universitäten“,
„empirisch“ und „nicht übertragbar“
und dass heut ihr letzter Tag war.
(Den Ringfinger bewegen und dann verschwinden lassen)

Die fünfte war fabelhaft,
hat niemals ein Kind angeblafft,
stets einsatzbereit und voller Kraft,
aber dann: Weg wegen Schwangerschaft.
(Alle Finger weg)

 

Himpelchen und Pimpelchen ganz oben

 

Himpelchen war ein Trägervertreter,
Pimpelchen der Untergebene.
(Einen Daumen vor dem anderen buckeln lassen)

Sie durften dort oben lange beraten,
mit all den Ministerialbürokraten.
(Daumen ganz wichtig herumwackeln lassen!)

Und nach fünfundfünfzig Wochen
sind sie in Klausur gekrochen.
(Daumen in den Fäusten versenken)

Sitzen da in guter Ruh.
Sei mal still und hör schön zu!
(Schnarchgeräusche imitieren, bis der Ruf ertönt:„Was, schon Präsentation der Zwischenergebnisse? Ist denn eine Powerpoint vorbereitet, Herr Dr. Pimpelchen?“)

Himpelchen und Pimpelchen
stiegen auf die Führungsebene.
(Mit zwei Händen das Gefällt mir-Zeichen bilden)

 

Die fünf Lehrer

 

Fünf Lehrer, die klagten im Lehrerzimmer:
„Die Kinder werden immer schlimmer!“
Der erste erkannte messerscharf:
„Zu viele Kinder mit Förderbedarf!“

„Ich bin doch…“, murrte ein zweiter
„kein Schulsozialarbeiter!“

Der dritte Lehrer beklagte,
wie sehr heut die Kita versagte.
Der vierte schwärmte, wie gerne er
anno dunnemals Lehrer gewesen wär:
„Da war man noch Autorität,
und galt was von früh bis spät.“

Der fünfte schlussfolgerte kühler:
„Besser nicht – da warn wir ja die Schüler!“
(Während des Spiels die Finger lethargisch bewegen)

 

Das Bildungshäuschen

 

In Tante Uschis neuem Bildungshaus
hängen coole Bildungsposter aus.
Doch im normalen Tagesablauf
kocht man eiskalten Kaffee auf.

 

Die fünf Muttis

 

Dort auf dem Elternabend,
da ist der Teufel los.
Da streiten sich fünf Mütter
um die Portfolios.
Der ersten fehlt’s an Fotos,
der zweiten an Niveau.
Die dritte findet, die Kinder
schau’n nicht wirklich froh.
Die vierte beklagt die Kosten
fürs Dokumentiermaterial.
Und Vanessa Schulz ihre Mutti
is der janze Quatsch piepejal.

 

Rabenschwarze Pädagogik

 

Wenn mein Kind nicht essen will,
schwinge ich die Keulen.
Zwar nur die moralischen –
trotzdem wird es heulen.

Wenn mein Kind nicht schlafen will,
lass ich’s halt mit zuen
Augen liegen und nenne das
„freiwillig ausruhen“.

Wenn mein Kind nicht machen will,
was ich ihm befehle,
sag ich, dass ihm Koop’ra-
tionsbereitschaft fehle.

Wenn mein Kind nicht warten kann,
in den Garderoben
bastle ich ein großes Schild:
„Hier woll’n wir nicht toben!“

Wenn mein Kind, ein Junge, spielt
mit der schönen Puppe,
zieh ich’s auf und lach es aus
vor der ganzen Gruppe.

Wenn mein Team mich wieder nervt,
werde ich zum Kranken.
Fehl ich, dann gibt’s richtig Stress.
Werd’n sie sich bedanken!

Wenn der Job mir nichts mehr gibt,
geh ich in den Garten.
Werd’ als Hofaufsicht auf den
Renteneintritt warten.

 

Kauf dir die glückende Kindheit!

Diese Angst kennt jeder Mensch, der auf Wiedergeburt setzt: In welchem Leben werde ich das nächste Mal landen? Finsterstes Slum-Milieu im Schwellenland, glanzvoller Hochadel oder zum x-ten Mal diese öde Mittelschichts-Nummer in Westeuropa?

Unser Leben gleicht einer Reise, sagte irgendein Schlaumeier, und deswegen stimmt das wohl. Also kommt es auf die eine entscheidende Frage an: Habe ich beim richtigen Reiseveranstalter gebucht?

Schauen wir mal rein in den Kindheits-Reisekatalog:

Aufstieg zum Dach der Gesellschaft!

Glanz der Oberschicht: Genießen Sie eine unbeschwerte Luxus-Kindheit mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten. Starten Sie Ihre Lebensreise in der Privatklinik von Prof. Eusebius nach der persönlichen Entbindung durch unseren Chefarzt, der Sie mit goldener Nabelschnurschere und einem Glas frischer Nobelmuttermilch willkommen heißt. Erleben Sie danach ungestörte Ruhe in unserem Kindergarten „Elite Kids“, wo Ihnen in einem ansprechenden, frei wählbaren Animationsprogramm viele Möglichkeiten der individuellen Fortentwicklung geboten werden. Nutzen Sie als Spielfläche einen der größten englischen Rasen Deutschlands, den unser Mähroboter für Sie besonders kurz hält. Lassen Sie sich rund um die Uhr von unserem Nanny-Team jeden Wunsch von den Augen ablesen – und von kurzen Auftritten unseres für Sie eingeflogenen Elternpaares „Wolfeckart und Sigrid“ überraschen. Genießen Sie es, von Kontakten mit der einheimischen Bevölkerung während der Kindergarten- und Schulzeit weitgehend verschont zu bleiben. Verbessern Sie Ihr Golf-Handicap und begeben Sie sich zum Abschluss der Kindheitsreise auf Tour zu den Eliteschulen Harvard, Eton und Salem. Viel Vergnügen!

Feedback der Kunden

  • Eine herrliche, angenehm wertige Kindheit! Unbedingt empfehlenswert, aber natürlich nicht für jedermann. Gut, dass der hohe Preis unpassende Kunden abschreckt.
  • Von wegen „frei wählbares Animationsprogramm“! Dieser plötzlich aufgetauchte Herr Vati drohte mir an, bei Nichtteilnahme am Geigenkurs die Reise umzubuchen – zur Tour „Problemkind im Internat“. Nie wieder!

Zu Gast im Nicht-Einwanderungsland

Daheim und doch in der Fremde – unter diesem Motto steht die faszinierende Deutschlandreise. Lassen Sie sich hineingebären in eine authentische Parallelgesellschaft, die, unberührt vom wirtschaftlichen Trubel und unangenehmer gesellschaftlicher Teilhabe Ihres Gastlandes, ihren eigenen Traditionen huldigt.

Erleben Sie den Charme historischer Schulbauten, die trotz Zerfalls eindrucksvolle Zeugen der Vergangenheit sind. Wandern Sie auf bequemen Bildungswegen, weitgehend frei von unangenehm-anstrengenden Aufstiegsmöglichkeiten. Erleben Sie Einheimische, die Sie als lieben Gast behandeln, gerade weil sie Sie als Mitbürger nur ungern akzeptieren würden. Wahren Sie als Nutzer unserer Gästekarte, der „befristeten Aufenthaltsgenehmigung“, die Chance auf kostenlose Überraschungs-Rückführung, die Ihr Reiseteam unter allen Mitreisenden verlost.

Feedback der Kunden

  • Angenehm chillige Atmosphäre. Man ist mittendrin und doch unter sich – toll! Habe vor Begeisterung die Reise gleich für die nächsten 45 Jahre gebucht: Auf ausgetretenen Pfaden im Niedriglohnsektor – da fühlt man sich schon speziell wertvoll.
  • Lustig fanden meine Frau und ich dieses Einbürgerungs-Quiz, dessen Fragen sogar den einheimischen Quizmaster überforderten. Schade, dass wir nicht den Hauptgewinn, diese megascharfen „Deutschen Pässe“, einstreichen konnten!

Auf SUV-Tour durch Bullerbü

Genießen Sie die schönsten Lebensjahre in einer sympathischen, authentischen Mittelschichtsfamilie mit qualitätsgeprüften Verhaltensweisen. Erfahren Sie die Annehmlichkeiten einer Rundum-Betreuung: Ihre für Sie persönlich reservierte, stets einsatzbereite „Mama“ verwöhnt Sie mit biologisch hochwertigen Speisen. Ein sympathisch-knuffiger „Papa“ übernimmt alle Transporte im gehobenen Mittelklassewagen, sorgt für die finanzielle Absicherung Ihrer Tour und übergibt Ihnen – ein besonderes Plus – eine liebevoll gestaltete Langzeit-Dokumentation aller Höhepunkte vom ersten Schaukelbesuch bis zur grandiosen Abi-Feier.

Für lehrreiche Vormittage haben wir keine Mühen gescheut, Ihnen je einen Platz in Ihren Bedürfnissen entsprechenden Bildungseinrichtungen zu reservieren. Und nachmittags können auf Wunsch Geige-, Querflöte-, Fußball- oder Mandarin-Kurse und Kontakte zu passenden Altersgenossen gebucht werden.

Feedback der Kunden

  • Größtes Plus: Das Reiseleiterpärchen „Mama & Papa“ war während der ersten zwölf Jahre ständig präsent und bemühte sich, mir jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Größtes Minus: Das Reiseleiterpärchen war auch in den nächsten sechs Jahren ständig präsent.
  • Technik miserabel: Der in unserer Unterkunft angebrachte Fernseher hatte nur zwei Programme – Eins festival und BR Alpha. Die angepriesene DVD-Bibliothek enthielt nur drei angestaubte Filme: Saltkrokan, Langstrumpf 1 und Bullerbü. Schade!

Genießertage am Boden der Gesellschaft

Umgeben von majestätischen Plattenbauten begrüßt Sie Ihre HARTZVIER-Familie im vom Wohlstand unberührten Seitental des Kapitalismus. Hier fühlen Sie sich von Geburt an gut aufgehoben – in Ihrer urwüchsigen Familie, bestehend aus einer sächsisch-imposanten Mutter, vielen Mitreisenden und dem sagenumwobenen „Eckensteher Paule“, einem Vater, wie ihn schon Heinrich Zille in seinem Zeichenblock festhielt: immer mit einer Pulle Bier in der Hand. Diese beiden Reiseleiter sorgen in der zweckmäßig eingerichteten, angenehm schattigen Wohnstube für Ihr Wohl, unterstützt durch unser vielbeschäftigtes Jugendamt. Über Ihre Freizeitgestaltung entscheiden Sie selbst – von intensiven Fernseh- und Spielkonsolengenuss nebst lauwarmem Eistee bis zum „Gang vor die Tür“ mit spannenden Begegnungen: Neonazis, Obdachlose, arme Kinder. Fast alles ist möglich!

Als besonders Highlight werden Sie regelmäßig von speziell ausgebildeten Lehrern zu Problemgesprächen mit und ohne Betreuerteam eingeladen, in denen Sie Ihre Zukunftsvorstellungen vortragen und testen können, wie sie ankommen.

Den krönenden Abschluss der Fahrt bildet die Schatzsuche nach einem Ausbildungsplatz, nach deren erfolglosem Abbruch sich das Team des Jobcenters rührend um sie kümmert. Ein prägendes Erlebnis!

Feedback der Kunden

  • Die als kinderleicht angepriesene Wandertour zu diesem Abitur-Gipfel war der Mega-Flop! Weil unserer Gruppe aus unklaren Gründen Aufstiegsmöglichkeiten verwehrt blieben, erreichten nur zwei Leute den Gipfel – mit jahrelangen Umwegen!
  • Lief wie erwartet. Hab die Reise für meine Kinder gleich noch mal gebucht – und für die dermaleinstigen Enkel auch. Denn welche Alternative gäbe es für Leute wie uns?

Foto: Tom Bäcker (Auf der Sonnenseite des Lebens)

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Feedback der Kunden

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  • Lustig fanden meine Frau und ich dieses Einbürgerungs-Quiz, dessen Fragen sogar den einheimischen Quizmaster überforderten. Schade, dass wir nicht den Hauptgewinn, diese megascharfen „Deutschen Pässe“, einstreichen konnten!

 

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  • Technik miserabel: Der in unserer Unterkunft angebrachte Fernseher hatte nur zwei Programme – Eins festival und BR Alpha. Die angepriesene DVD-Bibliothek enthielt nur drei angestaubte Filme: Saltkrokan, Langstrumpf 1 und Bullerbü. Schade!

Genießertage am Boden der Gesellschaft

Umgeben von majestätischen Plattenbauten begrüßt Sie Ihre HARTZVIER-Familie im vom Wohlstand unberührten Seitental des Kapitalismus. Hier fühlen Sie sich von Geburt an gut aufgehoben – in Ihrer urwüchsigen Familie, bestehend aus einer sächsisch-imposanten Mutter, vielen Mitreisenden und dem sagenumwobenen „Eckensteher Paule“, einem Vater, wie ihn schon Heinrich Zille in seinem Zeichenblock festhielt: immer mit einer Pulle Bier in der Hand. Diese beiden Reiseleiter sorgen in der zweckmäßig eingerichteten, angenehm schattigen Wohnstube für Ihr Wohl, unterstützt durch unser vielbeschäftigtes Jugendamt. Über Ihre Freizeitgestaltung entscheiden Sie selbst – von intensiven Fernseh- und Spielkonsolengenuss nebst lauwarmem Eistee bis zum „Gang vor die Tür“ mit spannenden Begegnungen: Neonazis, Obdachlose, arme Kinder. Fast alles ist möglich!

Als besonders Highlight werden Sie regelmäßig von speziell ausgebildeten Lehrern zu Problemgesprächen mit und ohne Betreuerteam eingeladen, in denen Sie Ihre Zukunftsvorstellungen vortragen und testen können, wie sie ankommen.

Den krönenden Abschluss der Fahrt bildet die Schatzsuche nach einem Ausbildungsplatz, nach deren erfolglosem Abbruch sich das Team des Jobcenters rührend um sie kümmert. Ein prägendes Erlebnis!

Feedback der Kunden

  • Die als kinderleicht angepriesene Wandertour zu diesem Abitur-Gipfel war der Mega-Flop! Weil unserer Gruppe aus unklaren Gründen Aufstiegsmöglichkeiten verwehrt blieben, erreichten nur zwei Leute den Gipfel – mit jahrelangen Umwegen!
  • Lief wie erwartet. Hab die Reise für meine Kinder gleich noch mal gebucht – und für die dermaleinstigen Enkel auch. Denn welche Alternative gäbe es für Leute wie uns?

 

Foto: Tom Bäcker (Auf der Sonnenseite des Lebens)

Welche Pädagogik lebst du?

Wie viel Mutti oder Vati steckt in deiner Art, auf Kinder einzugehen? Und auf Erwachsene? Michael Fink blättert im wamiki-Lexikon der heimlich gelebten pädagogischen Ansätze und definiert: Die Mutti- (und Vati-) Pädagogik Weiter lesen…

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Pädagogische Märchen

Ach, was wäre die Heimat ohne Erzählungen und Sagen, weitergereicht von Generation zu Generation. Hier folgen die schönsten Geschichten aus dem alten und ewig jungen Pädagogien. Weiter lesen…

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