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Hellblade: Senua’s Sacrifice

Videospiel

Im 7. Jahrhundert: Die junge Senua vom Volk der Pikten hört Stimmen, wo keine sind, und sieht Dinge, die kein anderer sieht. Ihr Vater ist abergläubisch und isoliert sie von der Dorfgemeinschaft. So wächst Senua im Glauben auf, sie trage den „Fluch der Dunkelheit“ in sich, was ihre Psychosen verschlimmert. Später lernt sie einen jungen Krieger kennen und lieben, der sie so akzeptiert, wie sie ist. Als er von Wikingern getötet wird, driftet Senuas Verstand in die selbstkonstruierte „Dunkelheit“ ab, aus der sie nur entkommen kann, wenn sie die Seele ihres Geliebten aus der Unterwelt rettet.

Die Entwickler des Spiels arbeiteten mit Psychologen und Patienten zusammen, um Senuas Wahnvorstellungen möglichst realistisch darzustellen. Das Resultat ist ein außergewöhnliches Spiel.

Night in the Woods

Videospiel

Die 20jährige Mae hat das College geschmissen und zieht zurück in ihre Heimatstadt Possum Springs. Dort lebt sie bei ihren Eltern. Seit der Schließung der örtlichen Kohleminen stiegen die Arbeitslosenzahlen drastisch, und auch Maes Vater hangelt sich von einem Job zum nächsten, um das Haus nicht verkaufen zu müssen. Währenddessen hängt die arbeitslose Mae mit ihren Freunden ab, spielt in einer Band und geht Nachbarn mit ihrer frechen Art auf die Nerven.

Das Gameplay beschränkt sich auf den Weg durch die liebevoll gezeichnete 2D-Welt und die Interaktionen mit den Bewohnern von Possum Springs. Klingt nicht gerade abwechslungsreich, doch die Dialoge sind so gut und glaubwürdig geschrieben, dass „Night in the Woods“ zu den Geheimtipps des Jahres zählt.

What Remains of Edith Finch

Videospiel

Kann eine Familie wirklich verflucht sein? Ist die 17jährige Edith deshalb die einzige noch lebende Finch? Um das herauszufinden, kehrt sie nach langer Abwesenheit in das verlassene Haus ihrer Familie in Washington zurück. Dort folgt sie den Spuren ihrer verstorbenen Verwandten – Brüder, Onkel, Tanten und Großeltern –, deren Todestage der Spieler aus der Ich-Perspektive nacherlebt. Ihre Erkenntnisse schreibt Edith in ihr Tagebuch, denn sie ist schwanger und möchte, dass ihr Kind später erfährt, was aus der Familie wurde.

„What Remains of Edith Finch“ ist mit zwei bis drei Stunden Spielzeit nicht lang, aber jede Minute dieses erzählerischen Meisterwerks ist kostbar. Da es weder hektische Szenen noch Kämpfe gibt, eignet sich das Spiel auch für Menschen, die nur selten Videospiele ausprobieren.

Lara Schulze

ist Linguistin und als Spiele-Testerin bei der USK tätig.

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