Mag ich nicht!

 

Kinderbuch Mag ich gar nicht

In „Mag ich! Gar nicht! Ein Reim- und Magenbilderbuch“ geht es ums Essen. Den Text schrieb Werner Holzwarth, der Erfinder des Maulwurfs, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat. Die schrägen Bilder von Theresa Strozyk zeigen Kinder, die alles, was sie nicht mögen, dem Waldi geben, denn: „Der frisst alles, außer Fisch.“ Da Pute, Spinat, Pommes, Hühnerfrikassee, Döner, Milchreis, Cordon Bleu, Würstchen und Spaghetti – in dieser Reihenfolge – zu den ungeliebten Speisen gehören, ähnelt der anfangs schlanke Waldi schließlich einer Hunderolle und ist schon fast ein Fall für den Tierschutz. Nicht nur, dass das arme Tier ständig vom Tisch aus gefüttert wird, was sich nicht gehört – auf dem Schlussbild sitzt Waldi sogar am Tisch! Vor sich die heißgeliebte Pute mit Klößen. Unterm Tisch liegt Sophie mit ihrem geliebten Spinat.
Diesmal geht es also nicht um einen Suppenkaspar, sondern um Kinder, die gern essen. Nur nicht immer das, was die Erwachsenen wollen.

Gute Manieren

 

Bilderbuch: Benimm dich ...bloss nicht

Wenn Benimmregeln den Alltag beherrschen, tut es gut, sich darüber lustig zu machen und das Gegenteil zu tun. Mit diesem Umkehrprinzip spielen zwei Bilderbücher: Babette Cole, gewieft im witzigen Umgang mit ernsthaften Themen, stellt in „Das schlechte Gute-Manieren-Buch“ alle möglichen Alltags-Regeln auf den Kopf … „Benimm dich – bloß nicht“ warnt das zweite Bilderbuch, das der Verlag „Entspannungsratgeber“ nennt. Dieses Buch erschien im Klett Kinderbuch Verlag. Im Herbstkatalog beklagte die Verlegerin Monika Osberghaus, dass Korrektheitsvorschriften überhand nehmen, künstlerischer Freiheit den Garaus machen und dass deshalb langweilige Bücher entstehen. „Nicht mit uns!“ befand sie. Das sieht man dem Programm auch an.

Sprachverwirrung

 

Bilderbuch: Spriedel

Jedes Tier hat seine Sprache: Die Katze macht Miau, der Hund macht Wuff, die Krähe macht Krächz, die Taube Gurr und der Spatz Piep. Das ist so und lässt sich auf den flächigen, aufs Notwendigste reduzierten und farbstarken Illustrationen deutlich erkennen. Doch eines Tages hatte der Spatz keine Lust mehr. Er wusste nicht, was er sagen sollte, und dann schmetterte er plötzlich ganz fröhlich: „Spriedel friedel!“ Die Krähe, groß und schwarz, fand das gar nicht komisch: „Was hast du gesagt?“ Erschrocken flüsterte der Spatz nur noch, doch kurz darauf tönte er: „Tiffel biffel und’n bissel miffel!“ Da war der Knoten geplatzt. „Ickel zickel! Pickel drickel!“ trillerte der rote Kardinal. Auch die Taube traute sich: „Urrpsli schnurrpsli!“ Alle wollten albern sein. Aber das war nichts für schwarze Krähen …

Zwischen Leichtsinn und Angst

 

Sachbuch: BÄNG

Mut ist ein hoher Wert. Fürsorge und Selbstsorge auch. Nehmen wir das Spiel mit dem Feuer: Im „Struwwelpeter“ endete es mit einem Großbrand. Das Buch „BÄNG! 60 gefährliche Dinge, die mutig machen“ will nicht vor Gefahren warnen, sondern ermutigen, sich den Gefahren zu stellen. „Bäng“ nennen die Autorinnen eine solche Gefahr.

Dass man lernen muss, wie man ein Streichholz anzündet, wird jedem einleuchten. Aber wie man einen Fettbrand löscht, das weiß vielleicht nicht einmal jeder Erwachsener. Gefahren, die von Feuer, Wasser, Explosionen oder Werkzeugen ausgehen, können gemeinsam gemeistert werden. Zumindest lässt sich verhindern, dass Situationen außer Kontrolle geraten.

Doch auch der Umgang mit Angst – zum Beispiel vor Hunden oder vor Mobbing – kann geübt werden. Vom Springen aus größeren Höhen bis zur Nachtwanderung reichen die Alltagsabenteuer.

Jeder kann das Buch da anfangen, wo er will, und wird sich bald fragen, wie er ohne es auskommen konnte. Es sei auch Erwachsenen empfohlen, die sich mit seiner Hilfe ihrer Angst stellen können, dass den Kindern etwas passieren könnte. Das originelle, außergewöhnliche Sachbuch wird von einer pfiffigen Idee getragen. Deshalb mein Tipp für Erwachsene: Lassen Sie den großen Bäng zu und erleben Sie mit den Kindern, dass die Angst verschwindet.

Ruhe auf der Flucht – neuer Film bei wamiki

Wie wir helfen können. Donata Elschenbroich und Otto Schweitzer haben mit „Ruhe auf der Flucht“ einen hochaktuellen Film gemacht. Ab sofort in unserem Shop zu bekommen.

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Worum geht es?

Flucht ist ein universelles Thema der Menschheit und Flucht ist heute Alltag auf vielen Kontinenten. In der Erfahrung von Gewalt und Vertreibung gibt es immer wieder Momente, in denen die Unruhe aussetzt: dann, wenn andere Menschen helfen. Diese Hilfe muss mehr sein als das Dach über dem Kopf und Mahlzeiten für die nächsten Tage. Das beobachtet der Film in Flüchtlingscamps in Afrika (Uganda), in Asien (Myanmar) und in Europa (Schweiz und Deutschland). Der Film  zeigt Beispiele, wie Ehrenamtliche abgeben von dem, was sie haben und was sie können. Jeder zweite Deutsche kann sich das vorstellen als eine gute Erfahrung für beide. Das Ermöglichen des Tätigseins, der Teilhabe ist der Leitgedanke von vielen Initiativen bei uns.

Der Film beobachtet, wie ohne großen Aufwand solche Momente von Kindern und Erwachsenen als „Ruhe auf der Flucht“ erlebt werden, bei einer Naturbeobachtung, mit dem Skateboard, beim Malen, bei Yoga-Übungen, beim Erkunden einer Orgel. In einem Kindergarten in Baden-Württemberg werden Flüchtlingsfrauen als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen beschäftigt.

Das Kultusministerium Baden-Württemberg unterstützt diese und andere Initiativen, wie Mütter- und Familienzentren. Beraten wird am Runden Tisch, gegründet von der Staatssekretärin Marion v. Wartenberg.

 

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Ruhe auf der Flucht
Ein Film von Donata Elschenbroich und Otto Schweitzer
2015, 45 Minuten 24,90 Euro

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