Auf nach Pädagogien II: Wanted

Uralte pädagogische Traditionen – von Generation zu Generation über Jahrzehnte oder -hunderte weitergegeben –, werden nicht nur in Pädagogien liebevoll gepflegt und immer wieder aufgefrischt: Vor allem mit glänzenden Begründungen, warum das, was einmal richtig war, trotz aller neuen Erkenntnisse nicht einfach so über den Haufen geworfen werden kann.

 

Das Kostehäppchen

nachweisbar zwischen düsterstem Mittelalter bis mindestens 2010 n. Chr.
Mit „Kostehäppchen“ bezeichnen Völkerkundler einen etwa kinderesslöffelgroßen Speiseklumpen, der nach uralter Tradition von jungen Pädagogiern innerhalb eines täglichenRituals mit der Bezeichnung „Essenssituation“ eingenommen werden muss. Nach Untersuchungen bestand dieser Klumpen in der Regel aus gekochten und vermixten Gemüse und wurde im Zusammenhang mit dem Ausruf „Ich mag das nicht!“ verabreicht. Das für unsere Begriffe wunderliche Ritual geht vermutlich auf die Vorstellung der Pädagogier zurück, man könne Kindern eine von ihnen abgelehnte Speise schmackhaft machen, indem man sie täglich zwingt, eine etwa teelöffelgroße Menge in den Mund zu nehmen und herunter zu schlucken. Über den Erfolg dieser Methode liegen keine Erkenntnisse vor. Andere Wissenschaftler vermuten hinter dem Ritual eher eine Geste der Entschuldigung bei den Kräften, denen die Pädagogier die tägliche Mahlzeit zu verdanken glaubten: Der Natur, die Blumenkohl und Bohne gedeihen ließ – oder der Sagengestalt des „Essensfahrers“, dessen Zorn aufgrund Nicht-Aufessens sich niemand zuziehen wollte …

Kostehäppchen aus Ausstellung Pädagogien

Die Schlafwache

praktiziert zwischen grauester Vorzeit und buntester Jetztzeit
Als „Schlafwache“ bezeichnen Forscher eine menschengroße Skulptur, die von Pädagogiern mithilfe starren Dasitzens aus sich selbst hergestellt wurde. Gerne nden wir Zeichen dieses Rituals im Zusammenhang mit ausgesprochen ordentlich ausgelegten „Schlafmatten“. Im Ritual der Schlafwache zeigt sich die Urangst der Pädagogier, Kleinkinder wären während der Mittagsschlafzeit besonders gefährdet und bedürften einer besonders guten Bewachung. Folgende Gefahren sollen durch das Ritual abgewehrt werden: Diebstahl des schlafenden Kindes durch Elfen. Oder: Aufwachen und Herumtoben eines schlafunwilligen Kindes.

Schlafwache aus Ausstellung Pädagogien

Das Muttertagsgeschenk

praktiziert seit Muttertag 4032 v. Chr bis mindestens nächsten Mai
Muttertagsgaben waren in der Kultur Pädagogiens weit verbreitet, und es gibt sie in einer großen Bandbreite von Formen: Während ältere Funde oft aufgrund von Form und Material als eine Art Bastuntersetzer für das Getränk der dürstenden Mutter identifiziert wurden, dominieren in späteren Epochen die so genannte Herzklebearbeit (Verwendungszweck unbekannt), das Fensterbild sowie die seit Anbeginn hergestellte Kunstform des „Angemalten Kleiderbügels“ Wozu diente das Ritual? Mit dem Akt der Herstellung sollte offenbar nicht nur der Dank des Kindes an die Mutter ausgedrückt werden, sondern auch der Erfolg der Bildungsarbeit der Einrichtung. Wichtig scheint, dass diese Geschenke stets von den Erzieherinnen selbst hergestellt wurden – weil diese einfach sauberer schneiden und tupfen – aber zumindest im Beisein des Kindes verpackt wurden.

Muttertagsgeschenk aus Ausstellung Pädagogien

Hände von hinten

etwa 2011 v. Chr.
„Hände von hinten“ wird in Pädagogien seit Urzeiten praktiziert. Hinter dem Ritual steckt die Überzeugung, dass man durch Packen und anschließendes energisches Führen der kindlichen Hand aus dem Hinterhalt wichtige Bewegungsabläufe vermitteln kann, zum Beispiel richtiges Löffelführen, An-der-Linie-Schneiden, oder Händchengeben.

 

Michael Fink

Michael Fink ist Autor und Fortbildner.

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