Der erste Schritt

Bilderbuch

Vor farbenprächtiger Internatskulisse entfaltet „Der erste Schritt“ eine Parabel über eine Revolte gegen Begrenzungen und soziale Ungleichheit. Die in Frage zu stellende Ordnung bewacht eine Vorsteherin, die mit dem hintersinnigen Wort „Schäfin“ bezeichnet ist. In Gestalt eines Hundes und mit Trillerpfeife gibt sie einer Kinderschar vor, was zu tun ist. Markantes Symbol der Willkür ist eine das Gelände begrenzende weiße Linie, die nicht zu überschreiten ist. Obwohl alle Kinder Topfhaarschnitt tragen, unterscheiden sie sich maßgeblich. Die Privilegierten in blauen Roben dürfen lernen, spielen und ruhen, während die mit schmutziggrauen Kitteln zu Bediensteten Erklärten dienen, putzen und räumen müssen. Nach und nach verliert die kindliche Erzählerfigur den in der Übersetzung von Jana Hemer gut getroffenen lakonischen „So-ist-es-eben“-Ton ihres Berichts. Die Brutalität der Verhältnisse wird erkannt und Veränderung eingeleitet. Auf einen Rollentausch folgen weitere Macht auflösende Taten der Kinder. Sie bringen die „Schäfin“ an den Rand der Erschöpfung und die Kinder – endlich – über die Linie.

Die Mitentdeckung des Fragwürdigen und die Mitfreude an entdeckten Handlungsmöglichkeiten kann für Leserinnen dieser politischen Bilderbuchparabel zu einer wichtigen demokratiebildenden Erfahrung werden. Ab 5.

Bär ist nicht allein

Bilderbuch

Bär spielt Klavier für die Tiere des Waldes. Als er müde wird, fordern sie begierig: „Mehr!“ Bär gerät in innere Konflikte und fährt schließlich mit Bärengebrüll aus der Haut. Einzig das Zebra bleibt sanft und geduldig bei ihm. Aber ist es das, was Bär braucht? Will er nicht einfach allein sein? Die Lösung des Dilemmas findet sich in direktem und übertragenem Sinne „im Buch“.

Mit knappen Worten fängt Marc Veerkamp sowohl die Zerrissenheit des Bären als auch das Drängen der Waldtiere ein. Der gewinnende Ton des Zebras spiegelt dessen Besonnenheit, die Entspannung bringt. Rolf Erdorf hat diesen Sprachduktus gelungen ins Deutsche übersetzt. Die Waldwelt, die Jeska Verstegen mit ihren Bildern entstehen lässt, lädt zum entdeckenden Verweilen ein. Die Formen der Tierarten und Figuren werden vielfach und detailreich variiert. Punktuell wird die in Schwarz, Grau und Weiß gehaltene Bildsprache durch akzentuierenden Einsatz der Farbe Rot ergänzt. Blüten und Blätter, Schmetterlingsflügel, die Sonne oder einzelne Tiere werden rot hervorgehoben – und immer das Buch des Zebras. Die Typografie als miterzählendes Element setzt nicht nur das Bärengebrüll zeichengewaltig in Szene. Ab 5.

Drachen unter uns

Bilderbuch

Dies ist die Erzählung einer hintergründig-phantastischen Leugnung. Die spielfreudige Geschichte ist angelegt auf Interaktionen wie Drehen, Schütteln sowie Entdecken der Widersprüchlichkeit zwischen Text und Bild. Sie feiert die überbordende Kraft der Phantasie und nutzt das Bilderbuch in seiner ganzen Materialität für das Auserzählen eines fröhlichen Versteck-und Entdeckungsspiels.

In den mit dynamischen Farbstiftstrichen gezeichneten, großformatigen, bunten Bildern gibt es viel aufzuspüren und zu ergründen: Ein von erfindungsreichen Kindern angerichtetes Spielchaos beherrscht alle Räume eines Mehrfamilienhauses. Nebst leuchtend orangefarbigen Drachen, von denen entgegen der Titel-Ansage auf jeder Seite mindestens einer zu finden ist, sind hierin zahlreiche Elemente und Details kindlicher Erfahrungswelt aufgehoben. Die vielen Fragen des von Elena Rittinghausen übersetzten Textes fordern die Widerlegung der Abwesenheitsbehauptung immer aufs Neue frisch und augenzwinkernd heraus. Ein metafiktionales Buch-im-Buch-Spiel, bei dem es schließlich sogar eine Menge unterschiedlicher Drachen regnet. Ab 4.

Vom Brei-Quetscher zum Eye-Catcher

Teuer muss nicht sein, aber kreativ! Michael Fink inspiziert ­Ausgesondertes, um nach Dingen zu suchen, die kaum etwas kosten. Weiter lesen…

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Was mit Spritzen

Hier gibt es die Spritzen auch als PDF: panorama_#2_2024

 

Spritzen

sind eine gute Erfindung.

Warum?
Weil man damit Flüssigkeiten in Körper spritzen kann. Dadurch wirken Medikamente schneller, und Wunden können leichter versorgt werden. Ohne Nadeln werden Spritzen von Handwerkern, zum Füttern von Haustieren, in der Industrie und in der Wissenschaft gebraucht.

Woraus bestehen Spritzen eigentlich?

Heutzutage bestehen Spritzen aus Plastikteilen und Metallnadeln. Ganz früher hat man sie aus Feder­kielen und Tierblasen hergestellt.

Was gibt es für Spritzen?

Es gibt Vitaminspritzen, Finanzspritzen, Tortenspritzen, Gartenspritzen, Feuerwehrspritzen, Glasspritzen, Wegwerfspritzen, Mörtelspritzen, Betäubungsspritzen, Farbspritzen, Giftspritzen und Spritzbeutel.

Seit wann gibt es eigentlich Spritzen?

Zu Anfang des 17. Jahrhunderts begann die medi­zinische Entwicklung der Spritze.

Wozu sich Spitzen noch eignen:
Man kann sich nassspritzen, Arzt spielen, Farbe ­einfüllen und damit Spuren hinterlassen.

 

 

Fotos: Dagmar Arzenbacher

Lego-Verzicht und Farbfasten?

Erwachsene lieben so etwas: Ich mach jetzt Detox, verkünden sie und versuchen,
vier Wochen ohne Smartphone auszukommen – was daran scheitert, dass sie das Gerät brauchen, um ihre Digital-Detox-Erfahrungen zu posten. Oder sie verzichten zu Jahresbeginn auf Tierisches, weil Veganuary so hip klingt.

Was könnten Kinder vier Wochen, vier Tage oder auch nur vier Stunden ­weglassen, um zu erfahren, ob sie es brauchen? Überlege mit den Kindern, was sie jeden Tag genauso wie immer machen, und beschließe mit ihnen:
Das fällt jetzt mal aus. Weiter lesen

Wen juckt das schon?

Hier werden Rechtsfragen aus der Pädagogik verhandelt. Diesmal geht es um den Kampf gegen Kopfläuse. Weiter lesen…

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Energieräuber

Warum sind wir, wie wir sind? Und warum stoßen wir damit nicht nur auf Gegenliebe? Erinnerungen an missliche Situationen, Erkenntnisse über Verhaltensweisen, Erfahrungen mit Lösungsmöglichkeiten und Umsetzungstipps – Aline Kramer-Pleßke, Super­visorin und Coach, möchte dazu beitragen, dass wir unsere Potenziale entdecken, unsere Ressourcen stärken, emotionale Entlastung finden und souveräner handeln können. Weiter lesen…

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Gift für die pädagogische Arbeit?

Den Artikel gibt es als PDF: Gute Frage_#2_2024

In der Kita pädagogisch zu arbeiten heißt für mich, gleichwürdig mit kleinen Menschen zusammenzuleben. Wer die Idee hat, ihnen immer etwas beibringen zu müssen, sie immer zu irgendwelchen Zielen führen zu müssen, ihre Lebenszeit in der Kita zu verplanen und das, was die Kinder wollen, geringzuschätzen, der hat verloren.

In der Kita lebe ich mit den Kindern eine Zeitlang in einem bestimmten Rahmen zusammen. Da kann mir alles passieren, was mir auch mit erwachsenen Menschen passieren kann. An Erwachsene gehe ich aber nicht mit der Vorstellung heran, ich müsse sie in eine bestimmte Richtung ziehen, und wer nicht mitzieht, kriegt einen Förderplan verpasst oder braucht eine Therapie. Eine fette Portion Gift für dieses Zusammenleben wäre es zu glauben, ich als Fachkraft wüsste es von vornherein besser als die Kinder, was sie konkret in verschiedenen Lebenssituationen brauchen.

Eigentlich erziehen die Kinder auch mich. Sie haben eine Wirkung auf mich, und ich habe eine Wirkung auf sie. In diesem Miteinander versuchte ich, mit den Kindern zusammenzuleben. Wenn dann das eine oder andere Kind zu mir sagte: „Du bist meine Freundin“, dann war das wie ein „Ritterschlag“ für mich und eine Art Gegengift.

Unser Zusammenleben verlief nicht ohne Probleme und ohne Lernprozesse auf beiden Seiten, was Glück bescheren und auch schmerzhaft sein kann. Aber es ist das A und O, wenn man beruflich mit Kindern zu tun hat. Das muss man wissen. Jedes Kind sollte sich in der Kita mindestens eine erwachsene Person auswählen können, der es sein Vertrauen schenken kann.

Ich bin dankbar dafür, dass ich junge Menschen ein Stück ihres Weges begleiten durfte.

Foto: Kristina Kokhanova / photocase.de

Frühsex zum Lichterfest

DIE IRRE WELT DER KITA-FAKENEWS „Mettbrötchen, Schweineschnitzel und nicht-halal Gummibärchen sind normal in Deutschland – alles andere ist nicht normal und wird auch mit der AfD niemals die Norm werden.“ Mit diesem kämpferischen Originalzitat von Beatrix von Storch möchte ich Dich, lieber Leser – nix Innen, nicht -endeR, wo kämen wir denn da hin! –,…

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