Welchen Begriff aus der Pädagogik haben wir im übertragenen Sinn collagiert? Die Buchstaben in den hellen Kästchen ergeben den Lösungsbegriff. Unter Ausschluss des Rechtsweges verlosen wir 10 x das Buch „Das Wunder des Lernens. Die hundert Sprachen der Kinder“.
PS: In Heft 3/2021 suchten wir den Begriff: Die Schuldistanz. Die Redaktion gratuliert allen Gewinnerinnen und Gewinnern.
Bild: Marie Parakenings
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wamiki
Was mit Kindern GmbH
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Stichwort: Bilderrätsel.
Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2021.
Pädagogik lebt von Ritualen, heißt es. Erzieher, Lehrer und Innen machen alles Mögliche, weil es nun mal derzeit üblich oder sogar vorgeschrieben ist. Egal, ob es Sinn hat oder nicht. Sinnvoll ist es aber auf jeden Fall, ab und zu auszumisten. Deswegen stellt diese Rubrik pädagogische Gewohnheiten aufs Tapet und fragt ganz ergebnisoffen: Ist das pädagogische Kunst, oder kann das weg?
„Das hast du toll gemacht, Elisa“. Der Nächste bitte: „Richtig super gemacht, Elias!“ Nein, es ist bestimmt nicht sinnvoll, jedes Kind immer und ewig zu loben, auch wenn es gar nichts Besonderes gemacht hat. Etwa, wenn Elisa das dreißigste Prinzessinnen-Ausmalbild präsentiert, Elias hingegen das Blatt mit drei markanten Strichen gefüllt hat.
Aus dieser Selbstverständlichkeit leiten wohlmeinende Pädagog*innen eine generelle Forderung ab: Man solle Kinder gar nicht loben, denn damit bewerte man sie ja. Denn auch bei positiven Bewertungen stelle man sich ja damit als „Bewertender“ über sie. Stattdessen, erklären die wohlmeinenden Pädagog*innen, sende man bitteschön Ich-sehe-Botschaften, die das Wahrgenommene beschreiben: „Ich sehe, dass du ganz lange an deiner Sonne gemalt hast. Ich mag Sonnen.“;„Ich sehe dich, wie du den Baum hochgeklettert bist.“
Mal überlegen: Fühlt sich das Kind unterdrückt, wenn es uns um unser Feedback bittet und das Bild zeigt? Natürlich nicht, es will ja sogar unser Lob einheimsen. Fühlt es sich auf unangemessene Weise gebauchpinselt oder hält sich für die Superkünstlerin, weil wir es bisweilen auch für Kleinigkeiten loben? Nein, jedes Kind spürt, ob da ein Erwachsener total begeistert ist oder nur ein bisschen nett sein will. Und: Kann das Kind auf dem Baum etwas mit unserer pädagogisch wasserdichten Neutral-Aussage anfangen, wir sähen es? Was soll es antworten – außer „Ich sehe dich auch!“
Übertriebenes Lob für Nichtigkeiten ist unauthentisches Getue, klar. Aber gedrechselte Worthülsen als Antwort auf den alltäglichen Wunsch, wahrgenommen zu werden, sind ebenso unauthentisch. Statt über die passende Worthülse nachzudenken, sollten wir besser danach streben, in solchen Momenten echtes Interesse zu zeigen und damit Nähe zu entwickeln: „Hey, klasse! Wie bist du darauf gekommen, gibt es einen Trick? Ist die Aussicht gut?“
Foto: Knallgrün, photocase
Bilderbuch
Im Herzwald kommt ein kleines, schnickeldischnuckeliges Einhorn zur Welt. Aber obwohl alle ganz lilalieb zu ihm sind und es ständig mit gezuckertem Glücksklee füttern, benimmt sich das Tierchen ganz und gar nicht einhornmäßig. Es sagt einfach immer Nein, sodass seine Familie es bald nur noch NEINhorn nennt. Eines Tages bricht das NEINhorn aus seiner Zuckerwattewelt aus. Es trifft einen Waschbären, der nicht zuhört, einen Hund, dem alles schnuppe ist, und eine Prinzessin, die immer Widerworte gibt. Die vier sind ein ziemlich gutes Team. Denn sogar bockig sein, macht zusammen viel mehr Spaß! Ab 3.
wamiki-Tipp:
Marc Uwe Kling, Astrid Henn, Das NEINhorn, Carlsen, 48 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-551-51841-5, EUR 13,00
Ratgeber
Ein entlastendes Plädoyer fürs Loslassen und Vergeben.
„Warum bin ich so, wie ich bin? Und wäre ich anders, wenn meine Kindheit glücklicher verlaufen wäre?“ Viele Menschen machen negative Erlebnisse in ihrer Vergangenheit für gegenwärtige Probleme verantwortlich. Tatsächlich: Wir alle werden von unserer Kindheit geprägt – doch sie ist nicht allein ausschlaggebend für unser späteres Glück oder Unglück. Die Psychologin Ursula Nuber plädiert dafür, sich nicht als hilfloses Opfer zu sehen, und zeigt, wie die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit uns neue Kraft geben kann. Ein hoffnungsvolles Buch, mit dem es gelingt, sein Leben in die Hand zu nehmen.
wamiki-Tipp:
Ursula Nuber, Lass die Kindheit hinter Dir, Piper, München 2019, 320 Seiten, Broschur, ISBN 978-3-492-31541-8, 12 Euro
Bilderbuch
Wer denkt, alte Damen und Herren sitzen den lieben langen Tag nur auf der Bank und füttern Tauben, der irrt. In Wirklichkeit ist es nämlich ganz anders. Alte Damen und Herren machen dies und das, sind sehr aktiv und hauen ordentlich auf den Putz, sind klug und weise und haben viel zu erzählen. Man muss ihnen nur zuhören. Zwei humorvolle Bilderbücher, die mit einigen Vorurteilen aufräumen.
wamiki-Tipp:
Franziska Kalch: Alte Damen, Minedition, 32 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-86566-087-9, EUR 12,00
Franziska Kalch: Alte Herren, Minedition, 32 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-86566-333-7, EUR 12,00
Kinderbuch
Kinder, ab jetzt wird zurückgedroht! „Von zu viel Fernsehgucken kriegst du viereckige Augen“ – solch manipulatives Zeug erzählen auch heute noch viele Erwachsene den Kindern. Höchste Zeit, den Spieß einmal umzudrehen! Dieses kleine Buch gibt Kindern kreative Drohungen an die Hand und hält Erwachsenen, zum Beispiel Eltern und Erzieherinnen gleichzeitig humorvoll den Spiegel vor. Die albtraumhaften Konsequenzen – von schlechtem Handyempfang bis zum Zombiebesuch – setzt Lilli L’Arronge so kongenial ins Bild, dass es Erwachsenen den Schweiß auf die Stirn treibt, während die Kinder feiern.
Und nicht vergessen: Wenn du dieses Buch nicht kaufst, musst du noch 1000-mal den Grüffelo vorlesen! Ab 4.
wamiki-Tipp:
Rike Drust, Lilli L’Arronge, Wenn du Nein sagst, stirbt ein Kaninchen!, Klett Kinderbuch 2021, 40 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-95470-159-9, EUR 10,00

Bilderbuch
Ein Buch wie das Leben selbst. Es besteht aus 100 kleineren und größeren Lektionen, die man im Laufe seines Lebens lernt. Über all die großen Themen: Liebe und Tod, Freundschaft und Glück, Angst und Schmerz, Hoffnung und Träume.
Hundert ist ein Buch für Kinder und Erwachsene gleichermaßen, ein Buch zum Vorblättern und Zurückblättern, zum Fantasieren und miteinander ins Gespräch kommen. Es geht um alles, was man im Leben lernt: Der erste Purzelbaum, die erste Liebe, das erste Mal Kaffee trinken und die Erkenntnis, wie riesengroß die Welt ist. Später begreift man, dass man sich immer noch nicht erwachsen fühlt, auch wenn die mittleren Jahre längst erreicht sind. Und im hohen Alter lernt man nicht nur, wie kostbar die Zeit ist, sondern auch, Dinge zu verlernen. Und die Angst vor dem Tod zu verlieren. Das ist der natürliche Prozess des Lebens. Heike Faller serviert uns keine Lebensweisheiten, sie hat mit jungen und alten Menschen gesprochen und deren Erfahrungen in kurze Sätze gefasst, die sich zusammenhängend lesen wie ein schönes, anrührendes Gedicht über das Leben.
wamiki-Tipp:
Heike Faller, Valerio Vidali, Hundert – Was du im Leben lernen wirst, Kein & Aber, 208 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-0369-5781-4, EUR 20,00
Bilderbuch
Die Welt, wie wir sie kennen, wird untergehen. Sie ist schon dabei. Und was kommt dann? Dieses Buch entwirft in knappen Texten und auf spektakulären Bildtafeln ganz verschiedene Szenarien für unsere Zukunft. Werden wir nur in Raumschiffen überleben können? Kommt eine große Dürre oder doch eher eine Flut? Könnte es vielleicht auch schön werden, zum Beispiel ohne Kriege und Grenzen? Wie wäre das Leben ohne Autos oder mit freien Tieren? In zwölf kühnen Visionen beschreibt Andrea Paluch die möglichen Unter- und Weitergänge unserer jetzigen Welt, immer mit Blick auf den konkreten Alltag einer Familie. Die leuchtenden, großformatigen Bilder, die Annabelle von Sperber dazu geschaffen hat, sind bedrückend und berückend und lösen eine Flut von weiteren Fantasien aus.
Wunderschön, schaurig und inspirierend – ein Bilderbuch voller Stoff für Visionen, Diskussionen und Träume. Ab 8 Jahre und für alle, die diese Welt lieben!
wamiki-Tipp:
Andrea Paluch, Annabelle von Sperber, Die besten Weltuntergänge – Was wird aus uns? Zwölf aufregende Zukunftsbilder, Klett Kinderbuch 2021, 32 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-95470-255-8, EUR 16,00
Teuer muss nicht sein, aber kreativ! Michael Fink inspiziert Ausgesondertes, um nach Dingen zu suchen, die kaum etwas kosten. Weiter lesen…
Dia-Rahmen sind eine praktische Erfindung.
Warum? Weil sie kleine Fotos oder Bilder enthalten, die man mit dem Dia-Projektor ganz groß an die Wand werfen kann.
Was gibt es eigentlich für Dia-Rahmen?
Nicht sehr viele unterschiedliche. Alle sind aus Kunststoff, aber es gibt glaslose und Rahmen mit Glas, zwischen die die Bilder, Fotos oder sogar lichtdurchlässige Naturmaterialien eingeklemmt werden können.
Und seit wann gibt es Dia-Rahmen?
Schon in früherer Zeit zeichneten Maler auf Glasstreifen kleine Bilder, führten sie in der Laterna Magica vor und erzählten dazu Geschichten. Kinder und Erwachsene erfreuten sich an dieser Dia-Show.
1925 kam der erste Dia-Projektor auf den Markt, und manche Leute besitzen noch einen. In den Kästen mit den Dia-Rahmen stecken viele wertvolle Erinnerungen an Reisen, Geburtstage oder Feste.
Vielleicht gibt es ungebrauchte Vorräte von Dia-Rahmen, die jemand Euch schenkt. Damit könnt Ihr experimentieren: Bilder durch Kratzer verändern oder mit farbigen Folien spielen, ein Foto von einem Haifisch an die Wand werfen und mit ihm im Meer schwimmen, sich von gefärbten Wassertropfen, die sich bewegen, verzaubern lassen oder geometrische Formen kombinieren.
Was Du Dir mit Dia-Rahmen ausgedacht und fotografiert hast, schickst Du an:
Hier werden Rechtsfragen aus der Pädagogik verhandelt. Diesmal geht es um ein partizipatives intergeneratives Begegnungsprojekt, das aus dem Ruder läuft. Weiter lesen