Weltwissen in Kindergärten, Schulen und Familien

23 Filme aus 23 Jahren von Donata Elschenbroich und Otto Schweitzer erscheinen im September 2018 neu bei wamiki. Mit ihren Filmen dokumentieren die Kindheitsforscherin und der Filmemacher zugleich Bildungsgeschichte weltweit. Sie greifen Entwicklungen voraus und erweitern den Horizont des Möglichen.

Acht Fragen an Donata Elschenbroich (DE) und Otto Schweitzer (OS) von wamiki.

 

Frau Elschenbroich: Sie haben Musik und Literatur des Mittelalters in München und London studiert. Wie sind Sie Expertin für die Jahre der Kindheit geworden?

DE: Die mittelhochdeutsche Sprache kann man zunächst nur halb verstehen, aber diese Literatur hat mich berührt, schon in der Schulzeit. Und dankbar war ich dann der Wissenschaft, der Mediävistik, die mir half, die fremde Gedankenwelt des Mittelalters zu erschließen. In den 60er Jahren war ich eine von nur 6 Prozent Mädchen meines Jahrgangs, die studierten. Dass das ein Privileg ist, habe ich gespürt, und nach fünf Jahren war es genug. Mit den Kindern im Märkischen Viertel, wo ich nach dem Studium zwei Jahre lang einen Kindergarten gegründet habe, in einem Bauwagen improvisiert, ging es mir nicht so anders. Auch die Lebenswelt der proletarischen Familien war mir sehr fremd. Aber die Kinder in diesem Betonviertel auf Berliner Sandboden, wie lebendig die waren, das hat mich begeistert, ihr Witz, ihre Poesie. Und vor Augen war da immer zugleich diese Sonderschule. Ein Gebäude mit großer Kapazität mitten hinein gebaut in das Wohnviertel. Die ist für euch gedacht, sagte das Gebäude. Das empört mich in der Erinnerung, heute nicht weniger als damals. Und weil ich aber keine gute praktische Pädagogin bin – ich habe nie gelernt, mit Kindern in größeren Gruppen sinnvoll umzugehen, Tag für Tag, Monat für Monat –, bin ich wieder zurückgekehrt zu den Büchern. Und konnte mit einem Promotionsstipendium viel lesen und schreiben über die Geschichte der Kindheit und der Kindheitsbilder. Wie Gesellschaften mit Kindern umgehen, das kann ein Schlüssel sein zum Verständnis von Epochen, und von menschlichen Beziehungen in ihrer ganzen kulturellen Breite.

Herr Schweitzer: Sie haben Soziologie in Wien und Frankfurt studiert, in Bremen zur italienischen Volkssprache promoviert. Wie sind Sie zur forschenden Filmarbeit gekommen?

OS : Raus aus der Schreibstube. Nach all den Schulen und Studien entstand ein Bedürfnis nach der physischen Welt. Als Zuschauer war ich, wie alle, begeistert von der unmittelbaren Wirkkraft der gestalteten Bilder. Als Autor hatte ich das Gefühl, dass das Schreiben wenig dem hinzufügte, was ich schon gedacht hatte. Das Schreiben bietet wenig Widerstand. Aber wenn man sich in die physische Welt begibt mit Kamera und Tonband, ist die aufgenommene Realität immer mehr als man selber denken und mitteilen könnte.

 

Seit 30 Jahren entdecken Sie in Ihren Filmen das Thema Kindheiten immer wieder neu. Was fasziniert Sie an dem Lebensthema Kindheit?

DE: Wie Lebensfreude und Wissbegier einander steigern, das ist in der Kindheit mit Händen zu greifen. Und ist überall, in Frankfurt-Eckenheim nicht grundsätzlich anders zu beobachten als in Tansania oder in Bolivien bei den Kindern der „vergessenen Milliarde“. Und immer wieder berührt mich, und verwundert mich der pädagogische Impuls, der uns Menschen anscheinend eigen ist. Man will etwas abgeben vom eigenen Wissen und Können. Abgeben an Wesen, die nicht einmal zum eigenen Clan gehören. Was hat man selbst davon? Ist doch erstaunlich. Humanistisch.

Und was fasziniert Sie an dem Medium Film, Herr Schweitzer?

OS: Der Film gibt keine Gedanken und Theorien wieder. Sondern er löst das Sichtbare in Handlungen auf. Als Zuschauer muss man den Handlungen folgen, und das macht den Schritt sehr klein von den nachvollzogenen Handlungen zu den eigenen Handlungen in der täglichen Arbeit. Ein anderer Aspekt: Handlungen sind Realität, sie sind machbar. Die Handlungen, die die Erzieher im Film wahrnehmen, sind immer schon auf der Folie ihrer eigenen Erfahrungen interpretierte Handlungen. Sie sind eine erweitere Realität, durch die Zuschauer selbst erweitert, und bedürfen kaum des Kommentars der Filmemacher.

Die Kinder sind die besten Mitarbeiter eines Regisseurs. Sie wissen genau, dass sie jetzt gefilmt werden und können es gleichzeitig wie vergessen, und sie vertiefen sich in ihre Vorhaben in der vollen Freiheit des Unbeobachtetseins.

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist weltweit ein Thema geworden. In ihrem neuen Film: „Erde auf dem Feld – Erde auf dem Dach“ zeigen Donata Elschenbroich und Otto Schweitzer, wie (indische) Pädagoginnen und Pädagogen den Kindern im Dorf und in den Slums der Großstädte Wege bahnen zur ecological literacy, zum Wissen über den Boden, über die Erde, unsere Lebensgrundlage.

Mit Ihren Filmen dokumentieren Sie zugleich Bildungsgeschichte weltweit. Sie greifen Entwicklungen voraus und möchten den Horizont des Möglichen erweitern. Wie finden Sie Ihre Geschichten?

DE: Es reizt mich, große Themen der Zeitgeschichte immer wieder zu übersetzen in die Sicht von Kindern. Wie sehen die das, was sagen die vielleicht dazu? Und die Phänomene neu zu betrachten, versuchsweise, aus der Sicht von Kindern. Mathematik etwa – ich als Kind habe schlechte Erfahrungen gemacht mit dem Thema. Also mit siebzig nochmal zurück auf Anfang. Mit der Hilfe von Kindern und von genialen Pädagoginnen wie Nancy Hoenisch oder Ute Andresen sind mir beim Drehen einige Lichter aufgegangen. Als Kollegin in einem Kindergarten wäre ich, wie gesagt, nicht gut zu gebrauchen. Aber ich habe ein Gespür für, ich nenne es „Gute Orte“ – hier passiert gerade gute Pädagogik – ob das in Ober-Balbach ist oder in Tel Aviv oder in Kalkutta. Da will ich genauer hinschauen, das soll aufgezeichnet werden, das sollen andere in Deutschland auch sehen. Und Otto Schweitzer blickt dann noch näher hin mit der Kamera und verdichtet die Qualität des Beobachteten durch seinen Schnitt.

Ihre Filme richten sich an Pädagoginnen und Pädagogen in Ausbildung, Studium und Praxis, an Familien und an ein allgemein bildungspolitisch interessiertes Publikum. Den Blick an guter Praxis bilden, warum ist das Medium Film dafür besonders geeignet?

DE: Erzieher und Erzieherinnen sind gute Beobachter. Der Beruf legt das nahe, darin üben sie sich täglich. Gelesen wird seltener, jedenfalls nicht die Papiere, die in Forschungsinstituten verfasst werden. Viele schöne Erlebnisse hatte ich im Publikum mit unseren Filmen. Erzieher hören Nuancen im O-Ton. Sie erfassen schnell den wesentlichen Gehalt der Interaktionen zwischen Kindern und Erwachsenen. Sie leben sich spontan ein in Szenen auch aus anderen Gegenden der Welt. Sie können sich freuen an Stärken von Kindern. Können sich konkurrenzlos beeindrucken lassen vom Können anderer Kolleginnen.

Erde-Film: Einblicke in die forschende Auseinandersetzung von Kindern mit der Ökologie der Dörfer und Megacities

 

Zeigen Sie auch misslungene Praxis?

Lustlose Pädagogen und pädagogischen Leerlauf – das treffen wir natürlich auch an. Das dokumentieren wir aber nicht. Wir wollen nicht das Vertrauen in unsere Kamera missbrauchen. Wir kritisieren das Negative lieber auf indirektem Weg: indem wir zeigen, was positiv möglich ist. Möglich wäre. Deshalb achten wir darauf, dass die Bedingungen der gezeigten Praxis keine Sonntagsbedingungen sind. Oft ganz im Gegenteil.

OS: Das Fernsehen fokussiert auf die Katastrophe, auf die Probleme. Vielleicht lassen die Katastrophen der anderen die eigenen leichter ertragen, aber man kann daraus nichts lernen.

Warum gehen Sie so oft in ferne Länder?

DE: Wenn wir uns ein neues Thema vorgenommen haben, etwa Schrift, hatten wir gewisse Vor-Urteile. Etwa „Schrift ist in der jüdischen Kultur besonders bedeutsam“. Also mal schauen, wie Vierjährige im Kindergarten in Israel an Schrift und Zeichen herangeführt werden. Oder „der ungarische Komponist Zoltan Kodály hatte nach dem Zweiten Weltkrieg großen Einfluss auf die musikalische Früherziehung“. Also sich in ungarischen Kindergärten umsehen, wird da heute tatsächlich noch viel gesungen und musiziert? In der Erzieherausbildung sollten solche Exkursionen selbstverständlich sein. Unsere Filme springen ein wenig in die Lücke.

OS: Wenn man eine neue Szene betritt, zum Beispiel eine neue Stadt, sieht man in den ersten Stunden so viel wie nachher nie wieder. Deshalb erleichtert ein fernes Land die Anschauung. Aber wir haben beim Drehen das Fremde immer bald vergessen. Das Exotische war wie durch Zauberhand verschwunden, und wir konnten den Erwachsenen und Kindern folgen als wären sie Teil unserer Welt. Diese wie spielerische Überwindung von Distanzen könnte sich auch auf die Interkulturalität bei uns übertragen.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

DVD-Reihe WELTWISSEN in Kinder­garten, Familie und Schule

23 Filme aus 23 Jahren
von Donata Elschenbroich und Otto Schweitzer

 

Die Reihe WELTWISSEN: Kinder in den Jahren vor der Schule werden in Deutschland nicht „unterfordert“, wohl aber oft unterschätzt in ihren Interessen und in ihren Fähigkeiten zu aktivem Wissensaufbau.

Die Filme lenken die Aufmerksamkeit auf lange vernachlässigte Themenbereiche wie zum Beispiel die frühen Erfahrungen mit der Schrift (preliteracy), die elementare Naturforschung, auf überraschende Begabungen im Kindesalter und auf die Ermutigung von Eltern als den Bildungsbegleitern ihrer Kinder. Sie versammeln beispielhafte Beobachtungen guter frühpädagogischer Praxis in Deutschland und in anderen Ländern, kommentiert vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Recherchen und von Interviews mit Experten und Praktikern. Die Filme möchten die Wahrnehmung für das Mögliche erweitern und das Mögliche als das Realisierbare vorstellen.

Sie richten sich an Pädagoginnen und Pädagogen in Ausbildung, Lehre und Praxis, an Eltern und ihre Kinder und an ein allgemein bildungspolitisch interessiertes Publikum.

Im Preis der DVDs sind die V&Ö-Rechte enthalten.

Drehorte: Kindergärten, Schulen, Projekte, Familien, Experten u. a. in Japan, China, USA, Israel, England, Frankreich, Schweden, Italien, Spanien, Türkei, Ungarn, Kirgisien, Kasachstan, Myanmar, Uganda, Tanzania, Indien, Deutschland.

Interviews: u. a. mit Yehudi Menuhin (Musiker und Dirigent, London), Georges Charpak (Nobelpreis Physik, Paris), Pierre Léna (Physiker, Académie francaise, Paris), Katalin Forai (Musikwissenschaftlerin, Budapest), Andrew Meltzoff (Säuglingsforscher, Seattle), Mechthild Papousek (Säuglingsforscherin, München), Nancy Hoenisch (Elementarpädagogin, Virginia), Lady Margie Whalley (Entwicklungspsychologin, Corby), Wolf Singer (Hirnforscher, Frankfurt), Keiko Higuchi (Familiensoziologin, Tokyo), Artur Fischer (Erfinder, Tumlingen) Renate Schmidt (Familienministerin a. D., Berlin), Helmut Rau (Kultusminister Baden-Württemberga. D., Stuttgart), Wolfgang Roth (Hirnforscher, Bremen), Avima Lombard (Entwicklungspsychologin, Jerusalem), Marlis Karlsson-Lohmander (Entwicklungspsychologin, Göteborg), Ute Andresen (Autorin, München), Frank Wilson (Hirnforscher, San Francisco), Helmut Schreier (Pädagoge, Hamburg), Christoph Perleth (Begabungsforscher, Rostock), Peter Fauser (Jury Deutscher Schulpreis), Ardhendu Sekhar Chatterjee (Ökophilosoph, West Bengalen), Michael Tomasello (Anthropologe, Max Planck Institut, Leipzig).

Produktionszeitraum: 1995 bis 2017, Neuauflage 2018

 

WELTWISSEN 1: Die Natur und die Dinge

 

Die Befragung der Welt
Kinder als Naturforscher – 60 Minuten (2004)
„Das Kind erwartet die Naturwissenschaft. Wir müssen sie in ihm auslösen.“ (Martin Wagenschein)
Leben lernen heißt immer auch, elementare Physik zu betreiben.

Das Rad erfinden
Kinder auf dem Weg in die Wissensgesellschaft – 50 Minuten (1999)
„Kinder sind nicht belehrbar. Sie können nur selbst lernen.“
Zukunftsweisende Formen des Lernens in Deutschland und Europa an der Schwelle zum 21. Jahrhundert.

In den Dingen
Kinder und Eltern öffnen die Wunderkammern des Alltags – 50 Minuten (2009)
„Ich werde nie vergessen, was ich von den Dingen gelernt habe.“ (Pier Paolo Pasolini).
In den Alltagsgegenständen steckt das Wissen der Welt.

Die Dinge – daheim
Ein Bildungshaus im Taubertal – 45 Minuten (2008)
In einer „Weltwissen-Vitrine“ stellt ein Kindergarten und eine Grundschule, zum Bildungshaus verbunden, Dinge und Werkzeuge bereit, damit Kinder sie ausleihen, bespielen und erforschen können – daheim. Im Elternhaus, einem entscheidenden Bildungsort.

Mathematik ist überall
55 Minuten (2014)
Sie kommt uns entgegen, die Mathematik, in den Mustern der Natur, in der planvollen Regelung des Alltags, beim Nachdenken über Ordnungen. „Mathematisieren“ mit Kindern: Räume ausloten, Kräfte messen. Mathematik ist mehr als nur ein Schulfach.

 

WELTWISSEN 2: Singen, Schreiben und mehr

Im Frühlicht
Die ersten drei Jahre als Bildungszeit – 52 Minuten (2005)
Krippen – dringend nötig, aber längst nicht mehr gesehen als Notlösung. Sondern als eine einmalige Bildungszeit von „Null bis Drei“

Die Farbe des Echos
Kulturen musikalischer Erziehung – 60 Minuten (2000)
Wie eine fundamentale menschliche Sprache gelernt wird: Dimensionen musikalischer Bildung in Deutschland und England, USA und Japan, Österreich und Ungarn.
„Die Musik gehört allen.“ (Zoltan Kodály)

Das Lied beim Händewaschen
Ein musikalischer Kindergarten in Budapest – 25 Minuten (2000)
Supplement-Film zu „Die Farbe des Echos“. In einem ärmeren Stadtteil von Budapest zeigt ein Kindergarten ein erstaunliches Repertoire von Tänzen mit komplexen Choreographien, mehrstimmigen Liedern und vielsprachigen Gedichten. Der Film beobachtet die positiven sozialen Folgen der anspruchsvollen Praxis.

Ins Schreiben hinein
Kinder auf der Suche nach dem Sinn der Zeichen – 60 Minuten (2001)
Ein weltvertrauender Umgang mit dem Schreiben soll nicht das Privileg von Wenigen sein. Wie Kinder in der Welt der Zeichen zu einem unerwarteten Ausdruck finden, und wie Erwachsene in Familie und Kindergarten sie bei ihren Probegängen unterstützen, beobachtet der Film auch in Japan, Israel und England.

Das Kind ist begabt
Mit den Begabten Begabung neu sehen lernen. – 60 Minuten (2007)
Ungewöhnliche Kinder, die es sich selbst und ihren Nächsten nicht bequem machen. Aber sie werden anerkannt in den erstaunlichen Formen ihres fordernden Selbstausdrucks – in der Familie, im Kindergarten, in der Grundschule.

 

WELTWISSEN 3: Kulturen früher Bildung

Das Jahrhundert des Kindes im Jahrhundert des bewegten Bildes
Filmische Dokumente aus den Archiven des 20. Jahrhunderts in Deutschland. – 55 Minuten (1999)
Das Bild des Kindes von Jahrzehnt zu Jahrzehnt – in der Reformpädagogik – im Faschismus – in der DDR und in der frühen Bundesrepublik – `68 und danach…

Anleitung zur Neugier
Aufwachsen und Lernen in Japan – 3×27 Minuten (1995)
Professionelle Mütter: zuhause und in der Krippe
Handwerk des Lebens: Grundhaltungen im japanischen Kindergarten
Die Gruppe, das bessere Selbst: japanische Grundschulen
Drei Stationen japanischer Kindheit – drei Stufen der Eroberung von Weltwissen, in je besonderer Weise geschützt, angeleitet, selbsttätig.

Je mehr man von der Welt weiß, umso interessanter wird sie
Frühe Bildung in Südtirol – 45 Minuten (2012)
Ein weiter Horizont früher Bildung im 21. Jahrhundert: in der Holzwerkstatt, am Fluss, im Atelier, am Bügeltisch und im Labor. Und Kinder in ihrem Element, dem tätigen Erkennen.

Erzieherportraits
Erzieherinnen-Profile in USA, Schweden, Italien – 60 Minuten (2002)
„Auf sehr unterschiedliche Weise kann man eine gute Erzieherin sein.“
Der Erzieherberuf, die Erzieherpersönlichkeit: eine starke Wechselwirkung. Viele Gemeinsamkeiten, viele Unterschiede in den bereisten Ländern.

Lebenserwartung
Die Alten und die Kinder in Japan – 53 Minuten (2009)
Was können Kinder und alte Menschen für einander tun?
Japanische Begegnungen im Pflegeheim, in der Familie, in Mehrgenerationenprojekten. „Lebenserwartung“ steigernd, für die Kinder und für die alten Menschen.

 

WELTWISSEN 4: Resonanzraum Familie

Early Excellence im Wohnzimmer
Drei Filme a 10 Minuten (2009)
Forschen, Lesen, Fragen – nur wenn das im Kindergarten angebahnte Lernen auch in die Familien ausstrahlt, kann das Kind das Lernen als einen Teil seines Lebens erfahren. Drei Filme beobachten, wie Eltern aus aller Welt die Anregungen vom Kindergarten umsetzen.

Nahaufnahme Qualität
Kitas in Frankfurt/M. – 45 Minuten (1999)
Wie Kinder ein Tagesprogramm in persönliche Lernerlebnisse verwandeln. Beobachtet mit Erzieherinnen in sechs Frankfurter Kindertagesstätten.

Portfolio
Bildungstagebücher im Kindergarten – 57 Minuten (2007)
Im Leben der meisten Kindergartenkinder inzwischen ein selbstverständlicher Begleiter ist das Bildungsbuch, das Ich-als-Kind-Buch, mit dem das Kind seine Selbstwahrnehmung erweitert. Für Pädagoginnen und Pädagogen gewiss Mehrarbeit, aber durch die Einbeziehung der Eltern eine erweiterte Wahrnehmung des ganzen Kindes.

Glückskekse
Interkulturelle Familienbildung in Münchner Kitas – Zwei Filme a 15 Minuten (2008)
Es gibt Handlungsfelder, in denen sprachliche Barrieren und Bildungsunterschiede keine Rolle spielen. Beim Kochen mit Müttern im Kindergarten zum Beispiel. Im zweiten Film dagegen werden kulturelle Unterschiede zum Thema: beim Erkunden der Kontinenten-Kisten.

Vater sein ist schön (Baba olmak güzel sey)
Drei Kurzfilme zur Bildung neuer Väterlichkeit in der Türkei – 27 Minuten (2008)
Adaptation einer Fernsehserie der türkischen Familienbildungsorganisation ACEV, mit deutschen Untertiteln.
Die patriarchalische Ausrichtung des Familienlebens steht auch in einigen Herkunftsländern auf dem Prüfstand. Wir dokumentieren eine erfolgreiche türkische Fernsehserie und ihre Begleitkurse für Väter.

Ruhe auf der Flucht
Begegnungen mit geflüchteten Kindern – 45 Minuten (2015)
Flucht ist Alltag auf allen Kontinenten. Der Film fragt, wie man in einem der größten Flüchtlingslager in Afrika damit umgeht. Auch in Deutschland findet der Film überraschende Initiativen, die das Einleben der Familien in der Fremde erleichtern.

 

WELTWISSEN – Bonusfilme zur Auswahl:

Vom Helfen
Helfen, Teilen, Kooperieren – 55 Minuten (2016)
Wie kann die erstaunliche Empathie und Hilfsbereitschaft von Kindern erhalten bleiben? Wie kann sie kultiviert werden in einem erweiterten Bildungsverständnis von Kindergarten, Hort und Schule?

Erde auf dem Feld – Erde auf dem Dach
Umweltbildung in Westbengalen – 45 Minuten (2017)
„Nachhaltige Entwicklung“ ist weltweit ein Bildungsthema geworden. Wie indische Pädagoginnen und Pädagogen den Kindern im Dorf und in den Slums der Großstädte Wege bahnen zur ecological literacy, zum Wissen über den Boden, über die Erde, unsere Lebensgrundlage.

Hosentaschen-Bücher

Liebe Leserin, lieber Leser,
dieser Ausgabe liegen drei neue wamiki-Hosentaschenbücher bei.

             

Wie bei „Herr und Frau Baum“, „Fräulein Gras“ und „Onkel Kürbis“, die schon erschienen sind
und die Sie im Shop der wamiki-Website finden, können Sie sie in kleine Projektbücher verwandeln, wenn Sie sie zerschneiden und falten.

 

 

 

 

Bevor die Kinder und Sie das Projektbüchlein mit einem Gummi, Nadel und Faden oder Heftklammern binden, können weiße, transparente oder farbige Papiere in entsprechender Größe eingefügt werden, damit die Kinder Platz für ihre eigenen Ideen zu Vetter Kohl, Tante Kartoffel oder Mutter Zwiebel haben.

Zusätzliche Seiten können zum Beispiel nach Belieben auch an den Seiten mit Klebe­band befestigt werden und als Aufklappseiten auseinandergefaltet werden.

Apropos Kinder: Alle sechs Büchlein eignen sich als Geburtstagsgeschenke, als Erinnerungen an die Kita-Zeit, wenn die Kinder zur Schule kommen, oder als Mitbringsel, wenn man jemanden besucht.

Viel Freude mit den Hosentaschenbüchern wünschen Dagmar Arzenbacher, die Kinder aus der Ev. Kita St. Thomas in Berlin-Kreuzberg und die wamikis

Fotos: Uli Malende

Und so gehts:

1.

2. 3.

 

Und hier gibt es die Anleitung als PDF zum herunterladen!

Digital ist besser?

Digitale Medien halten Einzug in Kita und Grundschule. Die einen freut´s, andere gruseln sich. Weiter lesen…

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Natur, Material und Kunst

Verwandlungsspiele 1. Im Park Die Natur ist ein wunderbarer Ort für Kinder, um sich mit Materialien bekanntzumachen und dabei die Natur mit dem gesamten Körper und allen Sinnen wahrzunehmen.     Ich habe ein weiches Teil gefunden (Moos). Riccardo Schau, ein verletztes Blatt. Carolina   Steine wärmen sich in der Sonne (Sonnenlicht). Steine sind ein…

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Super Uschi: …invasive Arten…

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BNE – Update

Nachhaltige Entwicklung, was ist das denn? Ein nachhaltiges Modewort? Worin unterscheidet sich Umweltschutz von Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz: BNE? Und wie kann frühe Bildung für nachhaltige Entwicklung aussehen? Ein BNE-Update. Weiter lesen…

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Wie viele Erden brauchst du?

Wie viele Erden brauchen wir, würde die Weltbevölkerung so leben wie du und ich? Teste deinen ökologischen Fußabdruck. Was ist der ökologische Fussabdruck? Der ökologische Fußabdruck gibt an, wie hoch dein persönlicher Ressourcen- und Energieverbrauch ist. Dieser Verbrauch wird in Landfläche umgerechnet, schließlich wird für die Gewinnung, Verarbeitung und Entsorgung aller Ressourcen Land benötigt. Bei…

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Was wäre wenn …

sich die Natur einst von Menschen bewohnte Orte zurückerobert?

was, wenn …Tiere die einzigen Überlebenden auf unserem Planeten wären?

Henk van Rensbergen
geht dieser Vision in seinem neuen Buch: „No Man’s Land“ nach.

Er fotografiert seit vielen Jahren verlassene Orte wie Szenen aus einem postapokalyptischen Film. Palazzi, ehemalige Fabriken und leer stehende Krankenhäuser werden dabei zu einer faszinierenden Gegenwelt, in der sich Tiere und die Natur das zurücknehmen, was der Mensch besetzt hatte.
Durch die Rückeroberung der Natur und die Komposition der Bilder strahlen die stillgelegten Plätze eine meditative Ruhe aus, ohne Hektik und Lärm. Dabei bewegt sich das Sichtbare permanent zwischen Utopie und Wirklichkeit – verstörend und zum Nachdenken.
Begleitet werden die bizarren Fotografien von Gedanken des Verhaltensforschers Desmond Morris sowie einer eigens für dieses Buch verfassten Kurzgeschichte des flämischen Schriftstellers Peter Verhelst.

Henk van Rensbergen (Fotografie), Peter Verhelst: No Man’s Land. Zwischen Utopie und Wirklichkeit verlassener Orte.
Gebunden in Halbleinen, 192 Seiten
Knesebeck Verlag, München 2018
ISBN 978-3-95728-153-1

Weitere Infos unter:
www.henkvanrensbergen.com/

Die Natur: Ich war zuerst da!

Über dieses Wort freut man sich – natürlich! – als Wortklauber: In „Natur“ steckt alles, was es an Bedeutungen gibt. Schon der Ursprung des Wortes belegt das: „Natur“ heißt „Geburt“, denn sie ist quasi das Geborene, von selbst Entstandene.

Anders als ihre Gegenstücke „Kreatur“ – das Geschaffene oder Bearbeitete – und „Kultur“ braucht „Natur“ keine besondere Existenzberechtigung. Sie war zuerst da und genießt deshalb „Naturrecht“. Man spürt das selbst in unserer Sprache: Zu Sachverhalten, über die wir nicht diskutieren möchten, sagen wir „natürlich“ und „naturgemäß“. Natur heißt: Ist halt so.

Eine besondere Verbindung hat Natur zum Völkischen, auch vom Wort her: „Nation“ besitzt nicht zufällig den gleichen Wortstamm, sondern geht vom Volksstamm aus, in dem alle miteinander verwandt und daher ähnlich sind – Inzest ist die natürlichste Sache der Welt! „Gibt es doch nur bei Naturvölkern“, murrt jemand.

Obwohl wir keine Nationalisten mehr sind, haben wir die dumpfe Vorstellung einer besonderen „Natur“ jedes Volkes nicht völlig abgelegt, sondern sprechen von der „rheinischen Frohnatur“ und den „naturgemäß“ großschnäuzigen Berlinern. Lesen wir in einer Umfrage unter sächsischen Bürgern, dass immerhin 15 Prozent meinen, Deutsche seien anderen Völkern „von Natur aus“ überlegen, vermuten wir, dass solche Ansichten „in der Natur“ der Sachsen liegen.

Verweilen wir noch einen Moment am rechten Rand. „Gott hat die Menschen dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen“, schreibt ein gewisser Paulus – hieß der nicht eben noch Saulus? – in seinem Brief. Was meint er damit? Lesen wir weiter: „Desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben…“

Irgendwie klingt der Autor wie ein moderner Rechtspopulist, obwohl er schon fast 2000 Jahre lang tot ist – oder gerade deswegen? „Wir stehen für … die natürliche Verbindung von Mann und Frau“, sagt jedenfalls Herr Höcke von der AfD.

Traurig, dass selbst die Tier- und Pflanzenwelt ihre Rolle als natürlicher Vertreter des Natürlichen nicht ausfüllt. Bis zu 75 Prozent der Giraffen haben Bi-Erfahrungen, bei Elefanten gibt es Rüssel-Sex unter Bullen, 10 Prozent der Schafböcke sind schwul, und 20 Prozent sind bisexuell. All das lässt nur einen Schluss zu: Die Natur ist ziemlich widernatürlich!

Obwohl wir uns der Natur entfremdet haben, ist sie doch in uns – und damit meine ich nicht nur unseren Urwald aus Darmflora und Bakterienfauna. „Es liegt in der Natur des Menschen…“, tönen wir verheißungsvoll, um mit Satzteilen wie folgenden zu enden: „ein Haus zu bauen“, „Krieg zu führen“, „sich die Welt untertan zu machen“ oder „vernünftig zu denken und unvernünftig zu handeln“.

Kann es sein, dass unsere Natur durchdreht? Dafür spricht, dass es unter uns eine spezielle Untergruppe gibt, was deren Natur betrifft: Diverse Foreneinträge belegen, dass der „Natur des Mannes“ das „Bedürfnis (entspreche), sich mit anderen zu messen“, „der Bestimmer sein (zu) wollen“, aber einen „Beschützerinstinkt“ zu mobilisieren, wenn es um zarte Frauchen geht.

Gibt’s auch etwas, das „in der Natur der Frau“ liegt? Klar: „Cellulite“, „Eifersucht“, „die Schuld bei sich (zu) suchen“ und das, was Friedrich Holländer Marlene Dietrich singen ließ: „Das ist, was soll ich machen, meine Natur. Ich kann halt lieben nur und sonst gar nichts.“

Kurz: „Natur“ ist die treffendste Antwort auf „MeToo“: So sind wir halt – erst recht, wenn es um die „natürlichste Sache der Welt“ geht.

Natur ist primitiv, Kultur ist progressiv? Es gibt auch andere Sichtweisen. Dem Aufklärer und Pädagogik-Vordenker Jean-Jacques Rousseau wird der Ausruf „Zurück zur Natur!“ zugeschrieben. Von Natur aus gut sei der Mensch, fand Rousseau, aber eine ungerechte Gesellschaftsordnung habe ihn davon abgebracht, so dass der tief in ihm schlummernde „edle Wilde“ nur noch selten hervorluge. Ob dieser Gedanke den „Naturisten“ auf dem Campingplatz im Hirn herumspukt, die sich als „Naturfreunde“ fühlen, sich nach „Naturschönheiten“ verzehren und der „Freikörperkultur“ huldigen?

Natur gegen Kultur – der Wettstreit geht weiter. Heute taucht das Wort „Natur“ häufig im Zusammenhang mit seinem ärgsten Kontrahenten auf – in der ursprünglichen Bedeutung von Kultur = Ackerbau. Es ist problemlos möglich, sich auf ein mittelmäßiges REWE-Brot mit „Natur-Pur“-Siegel eine dicke Schicht „NaturPur“-­Zwiebelmettwurst von EDEKA zu schmieren, obwohl Brot, Wurst und alle anderen „Naturprodukte“ nicht ohne unseren kultivierenden Beistand entstehen. Die Alnatura-Produkte, die Naturino-Schuhe, das Laminat „Eiche Natur“, die naturidentischen Aromastoffe im Natur-Joghurt und der Naturdarm um die Currywurst sprechen dafür, dass Natur längst das neue Synonym für Kultur geworden ist. Aber das ist – natürlich – nur eine These.

Die Natur war zuerst da, und deswegen ist sie im Recht: Viele gute und böse Produkte profitieren, wenn sie sich mit dem Begriff „Natur“ rechtfertigen. Nur für eine gilt das jedoch nicht: die geschundene, ausgebeutete Natur. Man muss sie schützen, auch gegen die missbräuchliche, verdächtige, sinnverkehrende Verwendung des natürlich­sten Begriffs der Welt.

Aus: Katharina von der Gathen,
Anke Kuhl: Das Liebesleben der Tiere, 144 Seiten, gebunden,
Klett-Kinderbuch, Leipzig 2017,
18 Euro

Michael Kobbeloer fragt …

Welches Zeichen würden Sie dem Alphabet hinzufügen?

 

Wie häufig sagen Sie das Alphabet laut auf, wenn Sie Ihren Anfangsbuchstaben suchen?

 

Warum gibt es ein „ABC“, aber kein „!§%“, also kein Alphabet aus Sonderzeichen?

 

Warum hat das Alphabet noch keinen Literaturnobelpreis bekommen?

 

Welcher Buchstabe müsste erfunden werden, damit es keine Missverständnisse mehr gibt?

 

Wie erklären Sie einem Kind den Sinn des Alphabets?

 

Wer hat das Alphabet geschrieben?

 

Wo sind die Buchstaben, die zwischen den Zeilen stehen?

 

Welchen Buchstaben aus dem Alphabet würden Sie gern loschen?

 

Angenommen, das Alphabet musste neue sortiert werden – was wäre eine gute Lösung?

 

Ist ein Analphabet jemand, der das Alphabet rückwärts aufsagen kann?

 

Welcher Buchstabe im Alphabet ist völlig überflüssig?

 

Was hat das ABC mit Bildung zu tun?

 

Alle sagen immer „ABC“. Warum sagt niemand „XYZ“?

 

Wie groß ist Ihr Vorrat an Buchstaben?

 

DER JUNGE lernt rechnen.

In der Grundschule wurde zuerst mit roten und blauen Holzplättchen addiert.

Der Junge mochte aber keine Farben und hatte immer alles in grau in sein Heft gemalt. Verstanden hatte er es auf diese Art nicht wirklich. Später rechnete er dann mit dem Abakus. Das ging ganz gut. Bis zehn konnte er auch ziemlich sicher mit den Fingern rechnen.

Die Mutter hatte den Lehrern einmal das „Yes-we-can“-Material vorgeschlagen. „Das haben wir uns schon angeschaut“, sagten diese, „aber das fanden wir nicht so toll.“

Jetzt, an der weiterführenden Schule hat er eine Lehrerin aus einem anderen Bundesland. An ihrer alten Schule wurde ganz spezielles Rechenmaterial entwickelt. Das möchte sie jetzt auch mit dem Jungen machen. Der Abakus verschwindet im Schrank. Doch nach einem Schuljahr lässt sie sich an eine andere Schule versetzen.

Die nächste Mathelehrerin ist ein großer Fan von Montessori-Material. Sie schafft erst einmal Rechenperlen an. Doch mit denen spielt der Junge lieber als er rechnet.

Gut, dass bald schon wieder ein neuer Sonderpädagoge kommt. Bei ihm wird grundsätzlich mit dem Zahlenstrahl gerechnet. Fingerrechnen ist verpönt. Der Junge bekommt nur dann ein Lob, wenn er ohne Finger gerechnet hat. Leider versteht der Junge nicht, dass er bei „Minus“ auf dem Strahl in die andere Richtung rücken muss. Mit den Fingern hatte das immer gut geklappt. Doch als die Mutter es mit ihm zu Hause so machen will, schüttelt er den Kopf: „Keine Finger!“, sagt er streng.

Die Mutter gibt schließlich auf, setzt sich aufs Sofa und blättert in einer Fachzeitschrift. Dort fällt ihr Blick auf einen Artikel, in dem ein Experte zitiert wird. Er sagt: „Die meisten Kinder mit Down-Syndrom sind in Mathematik eben doch sehr sehr schwach“.

 

Forschen, Bauen, Staunen von A bis Z

Die Reihe gehört zu den schönsten deutschen Büchern. Diese Entscheidung war einstimmig, eindeutig, einzigartig: „Da saßen intellektuelle, erwachsene Menschen über kleinen, auf den ersten Blick eher nicht ins Auge stechenden Büchlein und hatten dieses Strahlen in den Augen, das bei vielen Menschen im Prozess des Erwachsenwerdens verloren geht. Sie zeigten sich kleine, im Alltag erlebbare Experimente und diejenigen, die keine Kinder, Neffen oder Nichten haben, wünschten sich welche.

Sie sprachen davon, wie schön es wäre, wenn Schulbücher diesen Geist atmeten und wie souverän sich diese kleinen, alphabetisch „durchgezählten” Bändchen neben Apps und Youtube einen Weg ins Herz der kleinen Forscherinnen und Forscher, Entdeckerinnen und Entdecker bahnen. Sie entschieden, den Preis der „Stiftung Buchkunst“ für Bücher zu vergeben, die keinerlei bibliophile Assoziation wecken und gerade damit junge Freunde fürs Buch gewinnen: Die Reihe „Forschen, Bauen, Staunen von A bis Z.”, so Karin Schmidt-Friedrichs im Vorwort zu „Die schönsten deutschen Bücher“.

Mal ehrlich: Wie viel von dem Schabernack, den Tricks und den Lernspielen aus den Freizeitvertreibbüchern von damals haben wir tatsächlich nachgemacht? Die 26 Forschen-Bauen-Staunen-Hefte mit Anleitungen zu Stichworten von A bis Z provozieren geradezu den Nachholbedarf bei Erwachsenen, auch wenn freilich die Kinder angesprochen sind. Eine enorme Palette an Themen reizen zum Mittun, Basteln und Gestalten. Das jeweilige Phänomen, das Bastel- oder Trickergebnis wird als Frage, Kommentar und großes Bild vorgestellt, gefolgt von Materialliste und Schritt-für-Schritt-Anleitung. Die Attraktivität liegt in dem Unmittelbaren der Fotografien, der Fotosequenzen, weil die Fotos das direkte Geschehen zeigen. Es sieht alles so leicht und heiter aus und täuscht über die Komplexität der redaktionellen und fotografischen Konzeption und Durchführung hinweg. Eine für diese Reihe entworfene Schrift, eine Art handgeletterter Druckbuchstaben, hat eben beides: die improvisierte Anmutung des Handgeschriebenen und die prima Lesbarkeit einer Satzschrift. Das Projekt ist auch dem Spracherwerb selbst gewidmet. Die Texte trainieren Lesen und Rechtschreibung, ein Link zur Wörterfresser-App erweitert den Wortschatz. Womit fangen wir an? „Quatsch“ klingt sehr verlockend.