Das Team als lebendiger Organismus

und sicherer Hafen für alle Wie wächst ein Team, das einander wirklich sieht? Stellt euch vor, euer Team wäre ein lebendiger Organismus: jedes Teil anders, jedes wichtig. Was passiert, wenn ihr euch nicht nur organisiert, sondern einander wirklich begegnet – mit Mitgefühl, Wertschätzung und Mut? Und was verändert das: für jede einzelne Person, für die Kinder, die…

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Beschweren? Aber ja!

Warum Beschwerden ein Geschenk sind – für Kinder, Eltern und Teams Ihr kennt das: Ein Kind beschwert sich – leise oder laut, vorsichtig oder wütend, mit Worten oder mit seinem ganzen Körper. Viele Erwachsene denken dann: „Jetzt wird’s schwierig …“ Aber eigentlich passiert in solchen Momenten etwas Großartiges: Ein Kind nutzt sein Recht. Weiter lesen…

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Die IGEL-METHODE

Wie Kinder ihr Wunschessen wählten – und nebenbei Demokratie lernen Wie können wir Meinungen einsammeln und Entscheidungen treffen, ohne einfach nur Ja/Nein zu zählen? Auf der Suche nach Antworten probierte das Team der Kita „Pampelmuse“ die ­Igel-­Methode aus – und merkte schnell, wie kraftvoll sie ist: In einer Gemeinschaft von rund 80 Menschen führt sie…

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Kinder regeln das!

Und zwar besser, als viele Erwachsene denken Wie die AWO-Kita „Tausendfüßler“ Regeln mit Kindern verhandelt – und Kinder ihre Stimme finden Weiter lesen…

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Regeln, die zählen – Fair statt festgefahren

Warum halten wir in Kitas hartnäckig an Regeln wie „Die Schuhe stehen links“ fest – während wirklich wichtige Regeln, etwa gegen Ausgrenzung, oft untergehen? Und warum ist unser Alltag oft von Konventionen statt von Fairness geprägt? Frauke Hildebrandt erklärt im Gespräche mit wamiki, was Kinder wirklich schützt und wo Teams neu denken müssen. Weiter lesen…

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Die Lieder meiner Mutter …

Die Lieder meiner Mutter gaben mir Trost, Zuversicht und Vertrauen. Sie sang auf Türkisch. Ihre Stimme füllte den Raum, getragen vom Klang der Saz. In ihren Liedern ging es um „insani kamil“ – um Menschwerdung. Doch diese Lieder verstummten in den Einrichtungen der Bildung. Weiter lesen…

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Geht das nicht auch mursredna?

Hier gibt es das Panorama auch als PDF: Panorama_#5_2025

 

wamiki-Hitliste

Was singen, summen, trällern, brummen,
jodeln … die wamikis a capella zum Heftthema?

Hört selbst:

Was findet ihr eigentlich ungerecht?

Wir haben 100 Fachkräfte gefragt:

• Dass Inklusion versprochen wird – aber nicht bezahlt.

• Dass Kinderchancen vom Kontostand abhängen.

• Dass Kinder mit Behinderung um Selbstverständlichkeiten kämpfen müssen.

• Dass geflüchtete Kinder „verwaltet“ werden statt anzukommen.

• Dass Armut als „Elternproblem“ gilt – nicht als Systemversagen.

• Dass wir Verantwortung tragen wie Profis – bezahlt werden wie Lückenfüller.

• Dass Ausbildung weniger zählt als „irgendwer hilft halt“.

• Dass Personalmangel als Normalzustand durchgewunken wird.

• Dass Kinder die Rechnung für die Unterbesetzung zahlen.

• Dass immer die gleichen sich kaputtmachen, weil sie einspringen.

• Dass Teilzeit heißt: weniger wert.

• Dass Leitung alles können soll – ohne Zeit, ohne Backup.

• Dass Politik über uns entscheidet – ohne uns zu hören.

• Dass Kinder Regeln lernen müssen – Erwachsene aber machen, was sie wollen.

• Dass Mehrsprachigkeit als Störung gilt, nicht als Stärke.

• Dass Essen diskutiert wird – ohne die Kinder zu fragen.

• Dass Eltern zwischen Druck und Anspruch zermahlen werden – und wir sollen’s richten.

• Dass Kinderrechte im Konzept stehen – und im Alltag scheitern.

• Dass wir Qualität dokumentieren, während sie gleichzeitig weggekürzt wird.

• Dass wir Demokratie lehren sollen – ohne Mitbestimmung im eigenen System.

• Dass Beziehung das Wichtigste ist – aber nie Zeit dafür bleibt.

• Dass „auffällig“ oft nur „überfordert“ bedeutet.

• Dass wir improvisieren müssen – und das „Professionalität“ genannt wird.

• Dass Durchhalten gefeiert wird, obwohl es krank macht.

• Dass gute Arbeit unsichtbar ist – bis etwas schiefgeht.

 

STUDIE

 

 

Wer bekommt in Deutschland das große Stück vom Kuchen – und was fühlt sich für uns eigentlich gerecht an? Die Gerechtigkeitsstudie der Bertelsmann Stiftung zeigt: Unser Gerechtigkeitsempfinden ist deutlich gespalten.

Quelle: Bertelsmann Stiftung (2022): Gerechtigkeitsempfinden in Deutschland, Online-Studie.

 

 

 

 

 

 

PLATTFORM

Warum täglich neue Runden im ­„Schon-wieder“-Karussell drehen?

Kommt lieber schon mal mit in die Zukunft:

Die Infothek für Realutopien stellt kostenfrei utopische Medien, Methoden und Konzepte bereit – und will Lust machen auf eine schönere, regenerative Zukunft Hinter der Plattform steht Reinventing Society – ein Think-and-Do-Tank für eine sozial-ökologische Transformation.

Grenzen sehen, Grenzen ziehen

Verletzendes Verhalten in Kitas ist längst kein seltenes „Ausrutscher-Thema“ mehr, sondern rückt immer stärker in den Alltag und in die Debatte. In den ver.di-Schriften zur Sozialen Arbeit schauen Elke Alsago (ver.di) und Nicolas Meyer (Hochschule Fulda) mit einer Studie genauer hin: Was passiert da eigentlich und warum?

Grundlage ist eine Online-Befragung von über 900 pädagogischen Fachkräften, die von ihren Erfahrungen mit Gewalt im Kita-Alltag berichten. Das Ergebnis: Gewalt ist kein Randphänomen, sondern hängt oft mit Strukturen zusammen, die knirschen, vom Fachkräftemangel über fehlende Schutzkonzepte bis hin zu einer Kultur, die Übergriffe (zu) leicht hinnimmt. Und die Studie bleibt nicht beim Alarm stehen, sondern zeigt: Wo müssen Praxis, Träger, Politik und Ausbildung ansetzen, damit Kinderschutz nicht nur gut klingt, sondern wirkt.

 

HÖREN

Ungerechtigkeit hat viele Gesichter im Alltag.
Was tun, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt? Mediative Tipps von Rene Träder

Zwischen Wickeln, Wut und Wegsehen

In einer Befragung berichten Kitamitarbeitende, dass sie relativ häufig Situationen beobachten, in denen sie eingreifen möchten, um Kinder vor seelischer Gewalt (Beschämen, Ausgrenzen), Vernachlässigung (Trost verweigern, zu selten wickeln), körperlicher Gewalt (Zerren, Schubsen, grobes Festhalten) oder auch sexualisierten Grenzverletzungen (gegen den Willen auf den Schoß nehmen, küssen) zu schützen. Konkrete Beispiele wurden nicht abgefragt, aber Lagemann nennt typische Alltagsszenen wie die Essenssituation, in der Kinder etwa immer noch fixiert werden oder „ruhig funktionieren“ sollen.

Für Beobachtende ist das stark belastend: Viele fühlen Mitgefühl, Ärger, Ohnmacht, Scham oder Resignation, teils sogar mit körperlichen Stressreaktionen.

Dass nur ein Fünftel verlässlich eingreift, erklärt sie vor allem mit Unsicherheit in der Einschätzung und mit Gruppendruck im Team (Angst vor Konflikten, Ausgrenzung, nicht ernst genommen zu werden) und betont: Der wichtigste Risikofaktor ist nicht „nur“ Stress, sondern die Qualität der Teamarbeit.

Besserer Kinderschutz braucht deshalb strukturelle Entlastung, aber auch in jeder Kita Raum für Reflexion, ansprechbare Leitung, Feedback- und Fehler­kultur sowie gelebte Schutzkonzepte, und Eltern sollen ermutigt werden, selbstbewusst nachzufragen, ohne pauschal zu misstrauen.

 

LESEN

 

Zwei Frauen aus unterschiedlichen
Generationen stellen ihre Bücher vor.
Thema Ungerechtigkeit. Über eine Welt,
die nicht fair spielt.

Zwei Seiten – Der Podcast über Bücher:

 

 

 

Foto: Caleb Woods, unsplash

Ein Haus, ein Boot, ein Auto?

Mit dem Jahresthema „Ein Haus, Ein Boot, Ein Auto“ lädt der Deutsche Jugendfotopreis Kinder und junge Menschen bis 25 Jahre dazu ein, über ihre Bilder und Fotografien von Besitz, Gerechtigkeit und Zukunftsträumen zu erzählen.

In den Kategorien „Freie Themenwahl“ und „Experimente“ haben alle Teilnehmer*innen die Möglichkeit, unabhängig vom Jahresthema ihre Arbeiten zu zeigen. Einsendeschluss ist der 2. Februar 2026.

MITMACHEN!

Hier gibt es den Artikel als PDF: Bildstrecke_DJF_#5_2025

 

„Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ – dieser Slogan aus einem Werbespot der 1990er Jahre steht sinnbildlich für ein Versprechen: Wer hart arbeitet, kann alles erreichen. Doch die Realität sieht heute anders aus. Laut Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) besitzt das reichste 1 % der Bevölkerung rund 18 % des Gesamtvermögens – etwa so viel wie die ärmsten 75 % zusammen (bpb.de).

Fast ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist laut Statistischem Bundesamt von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht (destatis.de).

Hinzu kommt: Ein erheblicher Teil des Vermögens in Deutschland wird nicht erarbeitet, sondern vererbt – allein 2023 wurden über 121 Milliarden Euro durch Erbschaften und Schenkungen übertragen (destatis.de).

Mit dem Jahresthema „Ein Haus, Ein Boot, Ein Auto“ lädt der Deutsche Jugendfotopreis Kinder und junge Menschen bis 25 Jahre dazu ein, über ihre Bilder und Fotografien von Besitz, Wohlstand und Zukunftsträumen zu erzählen. Was bewegt sie, wenn sie an die Zukunft denken? Welche Wünsche, welche Fragen, welche Bilder entstehen? Welche Rolle spielen materielle Werte – und welche Alternativen gibt es? Wie hängen Wohlstand, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit zusammen?

Gesucht werden fotografische Arbeiten, die Geschichten erzählen: von Sehnsüchten und Realitäten, von Ungleichheit und Hoffnung, von Konsum und Kreativität. Dabei geht es nicht darum, Träume von Haus, Auto oder Boot zu bewerten – im Gegenteil:

Sowohl die Sehnsucht nach diesen Dingen als auch kritische oder alternative Perspektiven darauf sind wertvolle Ausdrucksformen persönlicher Lebensentwürfe und Erfahrungen. Ob Portraits, Serien, Selfies, Collagen oder Fotobücher – alle Techniken sind willkommen.

© Fotogruppe Valentin und Anton Riech (7 Jahre) Deutscher Jugendfotopreis 2012

 

© Samy Raum(5 Jahre) Deutscher Jugendfotopreis 2006

 

© Leon Mawick (10 Jahre). Deutscher Jugendfotopreis 2006

Wichtig: Auch Bilder außerhalb des Jahresthemas sind ausdrücklich erwünscht! In den Kategorien „Freie Themenwahl“ und „Experimente“ haben alle Teilnehmer*innen die Möglichkeit, unabhängig vom Jahresthema ihre Arbeiten zu zeigen. Der Wettbewerb versteht sich als Plattform für junge Fotografie – alle Bilder junger Menschen sind herzlich willkommen, die Teilnahme ist kostenlos.

„Wir freuen uns auf alle Einsendungen – ganz gleich, ob sie sich kritisch mit gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen oder einfach von ganz persönlichen Träumen erzählen. Fotografie ist ein Medium, das Wünsche sichtbar macht, Realitäten hinterfragt und neue Perspektiven eröffnet. Uns interessiert, wie junge Menschen heute leben, fühlen und denken – und was sie bewegt.

Deshalb sind bei uns alle Bilder willkommen, die etwas erzählen wollen: vom Alltag, von Hobbys, von Freundschaften, von großen Fragen oder kleinen Momenten.“ – Katharina Klapdor Ben Salem, Leiterin des Wettbewerbs

Einsendeschluss ist der 2. Februar 2026.

 

© Maren Faulhaber (9 Jahre). Deutscher Jugendfotopreis 2008
© Fotogruppe Nele Kreitz und Ella Pemöller (Ø 9 Jahre). Deutscher Jugendfotopreis 2020
© Fotogruppe „Lightpainters“, Montessorischule am Sonnenberg, KGS Dörenhagen, (Ø 9 Jahre), Auszug aus der Serie: Zeittunnel. Deutscher Jugendfotopreis 2016
© Fotogruppe Was wir uns wünschen!, Schülerladen Budenzauber (Ø 9 Jahre). Deutscher Jugendfotopreis 2022
© Matilda Sauer (6 Jahre), Serie: „Am Ende von unserem Urlaub“. Deutscher Jugendfotopreis 2024

 

JETZT EINREICHEN: www.jugendfotopreis.de

 

 

 

 

 

 

 

Gedicht: Ingeborg Bachmann

Alle Tage

 

Der Krieg wird nicht mehr erklärt,

sondern fortgesetzt. Das Unerhörte

ist alltäglich geworden. Der Held

bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache

ist in die Feuerzonen gerückt.

Die Uniform des Tages ist die Geduld,

die Auszeichnung der armselige Stern

der Hoffnung über den Herzen.

 

Er wird verliehen,

wenn nichts mehr geschieht,

wenn das Trommelfeuer verstummt,

wenn der Feind unsichtbar geworden ist

und der Schatten ewiger Rüstung

den Himmel bedeckt.

 

Er wird verliehen

für die Flucht von den Fahnen,

für die Tapferkeit vor dem Freund,

für den Verrat unwürdiger Geheimnisse

und die Nichtachtung

jeglichen Befehls.

 

Foto: photocase