oder Was darf die Nichtfachkraft
Hier werden Rechtsfragen aus der Pädagogik verhandelt.
Diesmal geht es darum, ob eine Leiterin erfahrenen Nicht-Fachkräften ErzieherInnenaufgaben übergeben darf oder ob sie sich damit strafbar macht. Weiter lesen
oder Was darf die Nichtfachkraft
Hier werden Rechtsfragen aus der Pädagogik verhandelt.
Diesmal geht es darum, ob eine Leiterin erfahrenen Nicht-Fachkräften ErzieherInnenaufgaben übergeben darf oder ob sie sich damit strafbar macht. Weiter lesen
Warum sind wir, wie wir sind? Und warum stoßen wir damit nicht nur auf Gegenliebe? Erinnerungen an missliche Situationen, Erkenntnisse über Verhaltensweisen, Erfahrungen mit Lösungsmöglichkeiten und Umsetzungstipps – Aline Kramer-Pleßke, Supervisorin und Coach, möchte dazu beitragen, dass wir unsere Potenziale entdecken, unsere Ressourcen stärken, emotionale Entlastung finden und souveräner handeln können. Weiter lesen…
Kabel sind eine praktische Erfindung.
Warum?
Weil Kabel besonders robuste, ummantelte, in der Erde oder auf dem Meeresboden liegende elektrische Leitungen sind. Sie müssen Hitze, Kälte und Druck aushalten können.
Woraus bestehen Kabel eigentlich?
Kabel bestehen aus Drähten, die Energie, elektrische Signale oder Daten übertragen und von einem Mantel aus Kunststoff umgeben sind, der sie schützt.
Was gibt es für Kabel?
Erdkabel, Luftkabel, Stromkabel, Lautsprecherkabel, Fernsehkabel, Ladekabel, Netzkabel, Anschlusskabel, Energiekabel, Kabelbäume, Kabelrollen und Kabelknoten.
Was kann man mit Kabeln machen?
Suchen, sammeln, sortieren, biegen, verbinden und Kabelsalat zeichnen.
Wo kommen Kabel vor?
Fast überall: auf Putz, unter Putz, in der Luft, unter der Erde und im Wasser, in vielen Geräten und Apparaten, denn ohne Kabel funktioniert gar nichts.
Was Du Dir mit Kabeln ausgedacht und fotografiert hast, schicke uns an: juhu@wamiki.de
Kinderkultur gehört beachtet, ausgestellt, betrachtet, bewundert und als Gesprächsanlass genutzt wie jede andere Kulturform. Sammle mit deinen Kindern Erscheinungen der Kinderkultur, halte sie fest und stelle sie aus. Weiter lesen
Auf diesen Seiten geht es um eine Situation, die man aus verschiedenen Perspektiven betrachten kann. Was ist Deine Perspektive? Und was sagt Dein Team? Weiter lesen…
Die letzten Wochen des Jahres sind oft eine Zerreißprobe. Zeit für dich und fürs Team bleibt wenig. Drei Methoden für den Neustart. Weiter lesen…
Deutschland hat unzählige UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten, und auch unser „Immaterielles Kulturerbe“ kann sich sehen lassen. Vom „Ehrbachen Narrensingen zu Grosselfingen“ über die „Deutsche Brotkultur“ zur geheimnisvollen „Oberpfälzer Zoiglkultur“ gibt es faszinierende kulturelle Praktiken, die teilweise über Jahrhunderte tradiert wurden.
Seit Jahrtausenden begleitet der Ton die Menschheitsgeschichte. Ihn zu formen und zu verarbeiten, das gehört zu den ältesten bekannten Kulturtechniken und ist auch heute gefragt – zum Beispiel in einer Kita in Benningen. Die Erzieherin Siegunde Dreyer berichtet, wie der Werkstoff Ton zum Geschichtenerzähler wird. Weiter lesen…
… ist eine interaktive Ausstellung von Reggio Children aus Reggio Emilia (Italien), die weltweit eines der modernsten und innovativsten Bildungskonzepte präsentiert. Sie schließt direkt an das Konzept der Gestaltungskompetenzen an und zeigt uns
niedrigschwellige, selbst erfahrbare Wege zukünftigen Lernens.
2024 wird sie mit wamiki durch Deutschland touren und ihr könnt dabei sein.
Wie Eltern herausfinden können, ob ein Kita-Team Kinderrechte respektiert Weiter lesen…
Bist du das?
„Es gibt einen Menschen, der spürt, wenn etwas nicht stimmt, der hinhört, auch wenn ich nichts sag und der hinsieht, wenn ich plötzlich ganz anders bin. Und dieser Mensch bist du!“ Sieh hin, hör zu, frag nach. Kinder und Jugendliche können sich nicht alleine schützen. Schieb deine Verantwortung nicht weg. nicht-wegschieben.de heißt das neue Hilfe-Portal gegen sexuellen Missbrauch.
Film und umfangreiche Hilfe-Materialien gibt es hier
Für eine bessere Welt
Es gibt viel zu tun! Unsere Erde ist einzigartig. Wir alle, Menschen, Pflanzen und Tiere, brauchen sie. Und weil sie so wertvoll ist, müssen wir sie gemeinsam schützen und gut behandeln. Aber wir gehen schlecht mit ihr um, und das muss sich ändern. Um die Zukunft auf unserem Planeten besser zu gestalten, haben sich im Jahr 2015 Menschen aus den 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen zusammengesetzt und 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung beschlossen. Damit wir diese Ziele erreichen, müssen wir alle mithelfen.
Das Buch zum Thema für Kinder
ab 5 Jahren, aufbereitet und illustriert von Judith Drews, erschien bei Jacoby & Stuart.
Babys in den Kulturen der Welt
Auf sehr lebendige Art schildert dieser Fotoband, wie Babys in anderen Teilen der Welt leben – wie sie gebadet, gepflegt und gekleidet oder wie sie in den Schlaf gewiegt werden. So mag es uns wundern, dass Aborigines ihren Nachwuchs in Rauch baden, dass Inuit-Mütter ihren Babys Mooswindeln anlegen oder dass Eltern in China die Schuhe ihres Kindes verstecken, damit es im Schlaf nicht fortgehen kann. Letztlich aber sind es doch die immer gleichen Sorgen, die Eltern auf der ganzen Welt umtreiben. Und das Wissen, dass es auch anders geht, als wir es kennen, inspiriert uns, Neues zu entdecken und auszuprobieren. — Ein Buch von Claire d’Harcourt und Béatrice Fontanel.
Geniale Umdeutungen und schöner Quatsch
Kleider aus Kohl, Feenschuhe aus Blättern, Melonen, aus denen Kerne regnen („Meloncholie“) … wamiki-Leser*innen werden sich erinnern. Die Künstlerin Sarah Illenberger erweckt Alltagsgegenstände zum Leben, interpretiert Naturmaterialien neu und gestaltet mit ihren spielerischen Kunst-Irritationen immer wieder auch Auftritte für große Häuser. Wer Einblick in das aktuelle Werk der Künstlerin bekommen mag, dem sei ihr Kalender empfohlen, der seit acht Jahren mit immer wieder neuen Arbeiten überrascht.
Raum-Kulturen in der Kita
Dieses Buch ist ein Lesebuch, in dessen Mittelpunkt die Erfahrung von Räumen steht – die Raumerfahrung von Kindern und die Erfahrungsräume, die zwischen Kindern, Materialien oder Dingen, Fachkräften und auch Tieren und Pflanzen entstehen. Wenn in Fachdiskussionen so häufig hervorgehoben wird, dass Räume anregende Lernumgebungen sein sollen und Dinge einen Aufforderungscharakter haben, so wird in diesem Buch danach gefragt – wie regen Räume an und wozu fordern sie auf?
Im Zentrum stehen drei Kitas, deren Qualität bereits auf unterschiedliche Weise ausgezeichnet wurde und die die Gestaltung ihrer Innen- und Außenräume zu einem bewussten Mittelpunkt ihrer pädagogischen Arbeit machen. Alle drei Einrichtungen zeichnen sich durch eine vielfältige und spezifische Materialität aus. Während zwei ein offenes Raumkonzept verfolgen, arbeitet eine mit Gruppen. Eine Einrichtung orientiert sich an der Reggio-Pädagogik und arbeitet mit bewusst ausgewählten und ästhetisch geordneten Materialien. Die zweite sammelt zum Beispiel Spielzeug, altes sowie neues in großer Zahl, und richtet zugleich unterschiedliche, mit einzelnen Fachkräften langfristig verbundene Werkstätten und Räume, sowohl drinnen als auch draußen, ein.
Die dritte hat zwar ein Gebäude, aber das Leben findet unabhängig der Jahreszeiten fast ausschließlich in einem großen Gartenhof statt, in dem zwischen Blumen und üppigen Blumenbeeten überall Naturmaterialien, aber auch Backsteine, Rohre oder Bretter liegen und Hütten aus Baulatten stehen.
Nachhaltigkeitskultur
Kennt ihr die die 17 Ziele der UN für eine bessere Welt?
Mehr Infos zu den 17 Zielen gibt es unter 17ziele.de und unter un.org/sustainabledevelopment
Anna Maria Boshnakova im Interview mit Lena Grüber
Hier gibt es das Interview als PDF: Bildstrecke_Interview_#5_2023
Lena: Liebe Anna, ich habe deine Ausstellung in der Ostkreuzschule für Fotografie gesehen und war sehr beeindruckt: von deinem Mut, dieses sehr schmerzhafte Thema aufzugreifen und von der Vielschichtigkeit, wie du das Thema aufarbeitest. Wie kam es dazu, dass du dieses Thema für deine Abschlussarbeit ausgewählt hast? Das war bestimmt nicht einfach?
Anna: Nein, das war es wirklich nicht. Das Thema brodelt schon seit 20 Jahren in mir. Ich habe versucht, es zu verdrängen. Jahrelang. Trotzdem bleibt das Thema unbewusst da.
Es bremst, tut weh. Sehr. Manchmal auch nicht. Dann wieder kommt es über mich, ist präsent, fühlt sich ganz dumpf an. Ich wollte die Arbeit eigentlich nicht nur für mich selbst machen, sondern auch für andere Menschen, die ich gerne empowern möchte.
Ich habe das Thema auch gewählt, um für mich aufzuarbeiten, abzuschließen und megaviele Fragen nicht mehr wegzudrücken. Und ich habe die Arbeit als eine Art Kampf mit mir selbst angesehen: Wenn du eine Abschlussarbeit machst, dann kannst du nicht weglaufen; du hast dein Thema, Termine und einen gewissen Druck weiterzumachen. Und ganz wichtig: Du bist nicht allein, die Klasse und die Dozentinnen stehen hinter dir, unterstützen dich.
Lena: Das klingt gut, dass du Menschen hast, die dich im Prozess begleitet und unterstützt haben.
Anna: Es tut gut. Total. Meine Klasse stand immer hinter mir, auch wenn ich mal untergetaucht bin. Für mich war die Arbeit an diesem Thema ein Auf und Ab. Als ich meine Fotos das erste Mal im vorletzten Sommer gezeigt habe, konnte ich noch gar nicht darüber sprechen. Ich habe die Arbeit vor einer 15-köpfigen Klasse, zwei Dozenten und zwei Schulleitern präsentiert. Nach dem dritten Wort brach ich in Tränen aus … Also es war wirklich krass und jetzt habe ich mich innerhalb von einem Jahr so sehr damit beschäftigt, dass es mir viel leichter fällt, darüber zu sprechen, immer noch nicht so gut, aber trotzdem viel bewusster. Sybille Fendt, meine Dozentin, hat mich besonders ermutigt: als Mensch mental, emotional und als Künstlerin fotografisch. Ohne sie hätte ich es nicht durchgestanden. Ich bin ihr und meiner Klasse so dankbar dafür, dass sie mir den Rücken gestärkt haben.
Lena: Dieses Wortefinden, dieses Auf und Ab auszuhalten stelle ich mir sehr schwer vor. Du hast deine Abschlussarbeit “Vom Erwachsenwerden” genannt. Warum?
Anna: Ich bin in Bulgarien aufgewachsen. Mit sechs Jahren zogen meine Mama und ich nach Deutschland – zu meinem Stiefvater. Bis dahin hatte ich eine Kindheit und dann nicht mehr. In der neuen Familie mit dem deutschen Stiefvater verlor ich das Unbeschwert sein, die kindliche Leichtigkeit. Meine Kindheit endete und mein Erwachsenwerden begann. Mit sechs Jahren.
Lena: Du hattest oder hast megaviele Fragen, wie findest du Antworten?
Anna: Ich habe versucht, Zeitzeugen aus meiner „Kindheit“ in Deutschland zu finden, habe Nachbarn befragt, die Mitarbeiterin beim Jugendamt getroffen. Die konnten sich 15 Jahre später an mich noch gut erinnern und haben mir von ihrer Sicht auf meine Familie erzählt.
Das öffnet mir Türen zu mir selbst und anderen.
Lena: Dein Stiefvater wurde damals neun Jahre später – als du 15 Jahre alt warst – wegen sexuellen Missbrauch verurteilt. Er erhielt zwei Jahre Bewährung. Ich war geschockt über das geringe Strafmaß für all das, was er dir angetan hatte. Wie hast du diesen Prozess erlebt?
Anna: Mein Stiefvater war ein halbes Jahr in Untersuchungshaft. Dann war er plötzlich wieder frei. Ich wusste damals nicht, wer was im Prozess ausgesagt hat. What the ****, was war passiert? 15 Jahre später – im Januar 2023 – habe ich über meine Anwältin die Akten eingesehen, die Akten gab es noch, doch es hat bis Juni gedauert, bis sie zu mir kamen: 320 Seiten. Die habe ich gelesen. Seite für Seite. Aussagen, Geständnisse… Meine Quintessenz daraus ist, dass mich meine Mama subtil zu einer Aussagenverweigerung gebracht hat. Meine Mama hatte Ängste, ich sollte also nicht aussagen, weil wir sonst keinen Unterhalt mehr bekämen. Und dadurch, dass er gestanden hatte, gab es eine mildere Strafe.
Lena: In deinen Arbeiten stellst du Familienfotos in die Orte deiner Kindheit. Auf einigen Fotos brennt es. Was hat es damit auf sich?
Anna: Für mich hat es sich richtig angefühlt. Fast wie ein Ritual. Es ist schon ein bisschen Rache. Diese Weihnachtskrippe zum Beispiel hatte mein Stiefvater damals selbstgebaut. Jedes Weihnachten wurde ich verprügelt, weil ich mit den kleinen Tieren und Figürchen spielen wollte, aber nicht durfte. Natürlich habe ich es trotzdem versucht. Ich kann mit meinem Stiefvater nichts mehr klären, denn er ist vor einigen Jahren gestorben. Zu einer Zeit, wo ich noch sehr eingeschüchtert war. Über die Jahre bin ich gewachsen, stärker geworden. Aber reden mit ihm kann ich nun nicht mehr. Es hat mir gutgetan, die Krippe anzuzünden und auch die Gesichter aus den Familienfotos wegzubrennen.
Lena: Zugleich hast du mit der Fotografie einen Weg gefunden, sehr viel auszudrücken. Möchtest du vielleicht noch den Pädagog*innen etwas sagen, die wamiki lesen?
Anna: Gern. Ich werde auf jeden Fall an der Arbeit weiterarbeiten und meine ehemaligen Lehrer und Lehrerinnen damit konfrontieren, weil ich glaube, als Lehrkraft kann man etwas ahnen, aber nie so richtig hinter die Fassaden blicken. Manchmal sagen aber auch Gesichtsausdrücke mehr als 1000 Worte. Deshalb sind emphatisch Nachfragen und Nachhaken so wichtig. Bei uns wurde viele Jahre nach außen alles versteckt, verheimlicht, eine gute Familie gespielt und ich irgendwann als Problemkind abgestempelt. Das zu hinterfragen, wie es wirklich in der Familie aussieht, das ist der bessere Weg. Nicht wegschauen!!! Bei mir hat es neun Jahre gedauert, ehe der Stiefvater aufgeflogen ist.
Eine unendlich lange Zeit für ein Kind. Wichtig ist, die Kinder zu stärken und ihnen zuzuhören! Ich war ein sehr verängstigtes Kind, aber ich denke schon: Hätte es nur einen einzigen Menschen gegeben, eine Vertrauensperson und einen sicheren Ort zu sprechen, ich hätte viel früher was gesagt.
Lena: Durch deine Arbeit hast du dir ein großes Stück deines Lebens wieder zurückerkämpft: Du hast Worte und Mittel gefunden, darüber sprechen zu können. Ich bewundere deinen Mut, diesen Weg zu gehen. Ich danke dir sehr, dass du die Arbeit gemacht hast und dass du sie mit uns teilst.
Anna: Ich bin sehr glücklich, dass es Augen gefunden hat. Vielen Dank für diese Möglichkeit.
Foto: Anna Maria Boshnakova