Vom Erwachsenwerden

Anna Maria Boshnakova beschäftigt sich in ihrer Arbeit*1 mit der Aufarbeitung von Traumata, der Überwindung ihrer Auswirkungen und ihrer Suche nach dem wahren Selbst. Einem traumhaften Erinnern, das zum Albtraum wird, noch tieferem Graben nach Antworten und dem eigenem Weg zur Heilung. Anna beschreibt den beschwerlichen Weg der Wiederherstellung, verfolgt von Flashbacks und einer Kindheit, die nie stattgefunden hat. Ein Auszug.

1* Entstanden als Abschlussarbeit an der Ostkreuzschule für Fotografie, Berlin 2023

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Gedicht: Simon Borowiak

Bleib sauber!

 

Vor dem Schlafen

nach dem Essen

Zähneputzen nicht vergessen!

 

Vor dem Keilen

nach dem Prügeln

unbedingt die Hose bügeln.

 

Vor dem Morden

nach dem Sengen

Sakko an die Frischluft hängen.

 

Nach dem Weltkrieg sollst Du ruhn

oder tausend Schritte tun.

 

 

Foto: Gera8th / photocase.de

Was merkwürdige Kult-Wörter über Kultur erzählen

„Kultur bezeichnet im weitesten Sinne alle Erscheinungsformen menschlichen Daseins, die auf bestimmten Wertvorstellungen und erlernten Verhaltensweisen beruhen…“, umreißt Wikipedia den Begriff Kultur. „Alle Erscheinungsformen“ – das klingt verdammt schwammig. Deshalb versucht der Wortklauber, Kultur anhand 13 merkwürdiger Wörter mit Kultur-Bezug zu erklären. Weiter lesen…

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Bilderrätsel

Das Bilderrätsel gibt es natürlich auch als PDF: Bilderraetsel_#4_2023

 

 

Welchen Begriff aus der Pädagogik haben wir im übertragenen Sinn collagiert? Die Buchstaben in den hellen Kästchen ergeben den Lösungsbegriff. Unter Ausschluss des Rechtsweges verlosen wir 10 x das Buch „Das Wunder des Lernens“ von Reggio Children.

PS: In Heft 3/2023 suchten wir den Begriff: Die Erfahrung.
Die Redaktion gratuliert allen Gewinnerinnen und Gewinnern.

Bild: Marie Parakenings

 

 

Pädagogik aufräumen:

Pädagogik lebt von Ritualen, heißt es. Erzieher, Lehrer und *innen machen alles Mögliche, weil es nun mal derzeit üblich oder sogar vorgeschrieben ist. Egal, ob es Sinn hat oder nicht. Sinnvoll ist es aber auf jeden Fall, ab und zu auszumisten. Deswegen stellt diese Rubrik pädagogische Gewohnheiten aufs Tapet und fragt ganz ergebnisoffen: Ist das päda­gogische Kunst, oder kann das weg?

Die Toniebox

Gefragt, ob sie was mit digitalen Medien machen, berichten Erzieherinnen häufig: „Ja, wir haben die Toniebox!“ Und verbreiten Werbepoesie: „Die ist von Kindern intuitiv bedienbar und ermöglicht schon den Jüngsten, selbstgewählte digitale Medien partizipativ zu nutzen.“

Neugierig geworden, schauen wir uns die Box genauer an: Es ist eine Art würfelförmiger Kassettenrekorder 2.0. Statt himmelblaue Benjamin-Blümchen-Kassetten einzulegen, muss man auf die Kiste nur eine der Original Tonie-Figuren stecken, zum Beispiel Original Encanto von Disney, und das Original-Encanto-Hörspiel ertönt. Um von Track zu Track zu „spulen“, reicht ein Hieb an eine Seite der Box. Das können die Kinder hervorragend.

Trainiert man damit den Umgang mit digitalen Medien? Genauso gut könnte man einen ebenfalls digital funktionierenden Fernseher in die Kita stellen und das Umschalten von Toggo auf RTL 2 als partizipativen Akt verkaufen.

Warum aber thront das teure Ding trotzdem in vielen Kitas? Weil Kinder es heute gewohnt sind, dass sie beim Bauen oder auch Bilderbuch-Lesen eine Geräuschkulisse vom plappernden Käptn Sharky umwabert. Weil es ErzieherInnen praktisch finden, dass man unruhige Kinder mit einem solchen Gerät wunderbar ruhigstellen kann: Nimm dir doch die Toniebox! Und weil Bildungs-Experten fordern, die Kita müsse sich digitalem Lernen öffnen, ohne zu erklären, wie und mit welchem Ziel man das tun soll. Da greift halt mancher zur Toniebox, die unser Gewissen und die Kinder gleichzeitig beruhigt.

Tipp: Weg mit dem Ding und analog vorlesen.

 

Foto: Toniebox Starterset

Europas vergessene Kinder

Sachbuch

Nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria befragte die Fotografin und Nothelferin Alea Horst Kinder und Jugendliche im Ersatzlager Kara Tepe nach ihren Erlebnissen, nach ihren Ängsten, Träumen, und Hoffnungen. Der titelgebende Wunsch der zehnjährigen Tajala aus Afghanistan spricht von der Sehnsucht nach der Befriedigung fundamentaler Bedürfnisse. Auf Lesbos gibt es keine Geborgenheit, keinen Schutz, keine Struktur. Mit großformatigen Fotoporträts schließen eindringliche Sätze sich zusammen zu tief berührenden Einblicken in 22 junge Leben. Aus Afghanistan, aus Syrien oder aus dem Kongo stammend, eint die Sechs- bis 14-Jährigen der Verlust der Heimat, der Schrecken der Flucht und das qualvolle Warten im Transitraum Lager, der ihre Hoffnungen und ihren Mut auf härteste Proben stellt. Die Fotos zeigen die Kinder und Jugendlichen in oder vor Zelten, allein oder zu zweit, auf Kissen sitzend, auf Decken liegend oder beim Spiel. Alea Horsts Haltung ist dabei nie voyeuristisch, vielmehr immer auf Augenhöhe. Es sind die Stimmen der brutal an den Rand gedrängten Kinder, die hier Gehör bekommen. Das vermittelt ein differenziertes Bild der individuellen Schicksale hinter den Nachrichtenbildern. Gezeichnete Vignetten des Illustrators Mehrdad Zaeri heben zart das Erlebte, Gewünschte, Vermisste hervor – ein Haus ist immer dabei. Ab 8.

Bis Eins zählen

Bilderbuch

Dass „Wie man bis eins zählt“ innerhalb des Genres Zählbuch etwas Besonderes ist, deutet sich bereits im Untertitel an. Die Warnung: „Und fang erst gar nicht mit größeren Zahlen an!“ ist Programm. In verschmitzter Unterforderungsgeste verlangt der Erzähler auf allen Doppelseiten das Zählen bis eins. Zu sehen ist zunächst ein roter Apfel auf weißem Grund. Es folgt ein grauer Elefant. Noch ist die Zählsituation klar. Aber dann wird es seitenfüllend bunter, gegenständlich komplexer und immer wieder auch skurril. Zu sehen sind etwa zwei große blaue Wale, aber gezählt werden darf nur das Würstchen auf der Fontäne des einen – woher das Würstchen kommt, wird nicht erklärt. Vielmehr geht es nun um das Spiel, um den Bruch mit Erwartungen. Es ist der Reiz des Verbotenen, von dem eine erzählerisch raffinierte Animation zum Zählen ausgeht. Humorvoll wiederholt der Text in immer neuen Wendungen, dass keinesfalls weiter als bis eins gezählt werden darf. Zugleich ist die Paradoxie dieses Verbots offensichtlich, denn auf jeder einzelnen der farbenfrohen Doppelseiten ergreift der vorauseilende Blick spontan Zählbares in zunehmend größeren Mengen. Für die Verschmitztheit des Erzähltons in direkter Leser*innenansprache findet die Übersetzung von Uwe-Michael Gutzschhahn Wörter und Sätze, die die spielerische Gesamtanlage aufs Beste unterstreichen. Ab 4.

Reicht ’s dir?

Den Beitrag gibt es hier als PDF: Panorama_#4_2023

Gewaltfreie Pädagogik in der Kita

Die Kita als sicherer Ort für Kinder? Jedes Kind hat nicht nur das tiefe Bedürfnis, liebevoll und behütet aufzuwachsen, es hat auch ein Recht darauf. Doch wo beginnt seelische, körperliche oder sexualisierte Gewalt? Gibt es Warnhinweise, an denen Kita-Leitungen, Träger und Team Fehlverhalten pädagogischer Fachkräfte frühzeitig erkennen können? Was tun? Das Medienset von Jörg Maywald und Elisabeth Ballmann bietet Basiswissen, Fallbeispiele, Reflexionsfragen und Checklisten für die Team- und Eltern­arbeit.

Undercover in Kitas

Deutschlandweit fehlen über 380.000 Kitaplätze und mehr als 98.000 Erzieherinnen und Erzieher. Dieser Mangel hat Folgen: Immer wieder erhält „Team Wallraff“ Hilferufe von verunsicherten Eltern und verzweifelten Fachkräften. Diesen ist Reporterin Alesia in zweijähriger Recherche nachgegangen und wollte in drei Undercover-Einsätzen herausfinden: Was passiert mit unseren Kindern? Für Investigativ-Journalist Günter Wallraff steht fest: „Es fehlen zuallererst mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen, aber auch unangekündigte Kontrollen zur Aufrechterhaltung der Qualität unserer Kitas und der Mitarbeitenden. Sollten Missstände auftreten, müssen diese klar benannt werden. Wir brauchen noch mehr gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher, die Spaß an ihrem Beruf haben und den Umgang mit Kindern als Berufung sehen.“

Qualität und Kinderschutz für alle

Das Wohl des Kindes muss im Kita-Alltag an erster Stelle stehen.“ Nach den erschütternden Enthüllungen der Reportage „Team Wallraff – undercover in Kitas: Was passiert mit unseren Kindern?“ vom 28. September 2023 fordern die Kita-Fachkräfteverbände der Bundesländer in einer Stellungnahme erneut eine Qualitätsdebatte über entwicklungsförderliche Bedingungen in Kitas und konsequenten institutionellen Kinderschutz. „Die Reportage zeigt drastische Fälle von übergriffigem Verhalten und körperlichen sowie psychischen Misshandlungen“, heißt es in der bei Social Media von den verschiedenen Kita-Fachkräfteverbänden geteilten Stellungnahme. Ein Problem, das die Verbände sehen: Die im Beitrag zitierten Stellungnahmen der Träger bieten wenig Hoffnung, dass die Probleme konstruktiv bearbeitet und Verbesserungen herbeigeführt werden: „Wenn Träger Fehlverhalten zudecken oder die Aufrechterhaltung der betrieblichen Abläufe und wirtschaftliche Aspekte über das Wohlergehen von Kindern und Mitarbeitenden stellen, besteht die Gefahr, dass das Kindeswohl nicht mehr gewährleistet werden kann.“

Mir reicht’s

Ein kleines Mädchen spaziert in Knallfarben durch das Buch. Es ärgert sich über die Tante, die ihr ungefragt in die Wangen kneift: „Schaut euch diese dicken Bäckchen an…“ Immer wieder. Jahraus, jahrein. „Mir reichts!“, denkt das

Mädchen und sinnt auf Rache. Eine Geschichte über Grenzen, Selbstwirksamkeit und Mut. Raquel Bonita: Mir reichts! Carl Auer Verlag 2023.

Als Sumsi die ­Wabenpappe erfand

Teuer muss nicht sein, aber kreativ! Michael Fink inspiziert ­Ausgesondertes, um nach Dingen zu suchen, die kaum etwas kosten. Weiter lesen…

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Davon kriege ich nie zu viel – oder doch?

Hier werden Rechtsfragen aus der Pädagogik verhandelt. Diesmal geht es um den Sinn der Überlastungsanzeige. Weiter lesen…

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