Die Grande Dame der Frühpädagogik, Ilse Wehrmann, hat ein Buch zur Lage des Kita-Systems geschrieben. Warum? Und was sind die Kernbotschaften? Was tut not? Weiter lesen…
Die Grande Dame der Frühpädagogik, Ilse Wehrmann, hat ein Buch zur Lage des Kita-Systems geschrieben. Warum? Und was sind die Kernbotschaften? Was tut not? Weiter lesen…
Veränderungsprozesse verlaufen weder linear noch zufällig. Sie ‚brechen‘ sich an fünf Grenzen. An denen entscheidet sich, ob und wie es weitergeht, sagt Rainer Molzahn1 und fasst das fünf-Grenzen-Modell zusammen – für alle, die sich als Souveräne ihres Lebens verstehen. Weiter lesen…
Der du meine Wege mit mir gehst,
Jede Laune meiner Wimper spürst,
Meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst —.
Weißt du wohl, wie sehr du mich oft rührst?
Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern.
Meine Liebe wird mich überdauern
Und in fremden Kleidern dir begegnen
Und dich segnen.
Leben, lache gut!
Mach deine Sache gut!
Kein Heft ohne Gedicht.
Diesmal aus: Alle Tage ein Gedicht. Aufbau Verlag, Berlin 2012, S. 51
Ausgesucht hat es Marie Sander.
Foto: Alexander Grey/unsplash
Die Grenze ist ein merkwürdiges Wort. Es wird sowohl in der eigentlichen als auch in der übertragenen Bedeutung rege genutzt. Eigentlich bezeichnet Grenze eine sehr konkrete Sache, die dennoch oft unsichtbar ist und ohne Menschen, die an ihre Existenz glauben, verschwinden würde. Schauen wir uns einmal an, woher das Wort Grenze stammt und wie es…

Welchen Begriff aus der Pädagogik haben wir im übertragenen Sinn collagiert? Die Buchstaben in den hellen Kästchen ergeben den Lösungsbegriff. Unter Ausschluss des Rechtsweges verlosen wir 10 x das Buch „Ärger mit Sie wissen schon“.
PS: In Heft 2/2023 suchten wir den Begriff: Der Widerstand. Die Redaktion gratuliert allen Gewinnerinnen und Gewinnern.
Bild: Marie Parakenings
Schickt eure Lösung per Post an:
wamiki
Was mit Kindern GmbH
Kreuzstr. 4 ∫ 13187 Berlin
oder per E-Mail an:
info@wamiki.de
Stichwort: Bilderrätsel.
Einsendeschluss ist der 15. August 2023.
Pädagogik lebt von Ritualen, heißt es. Erzieher, Lehrer und *innen machen alles Mögliche, weil es nun mal derzeit üblich oder sogar vorgeschrieben ist. Egal, ob es Sinn hat oder nicht. Sinnvoll ist es aber auf jeden Fall, ab und zu auszumisten. Deswegen stellt diese Rubrik pädagogische Gewohnheiten aufs Tapet und fragt ganz ergebnisoffen: Ist das pädagogische Kunst, oder kann das weg?
Hier gibt es das Allerletzte als PDF: Termine_Allerletztes#3_2023
Wäre es nicht schön, wenn Kinder nicht so wuselig, hibbelig, zerstritten oder chaotisch wären, wie sie sind? Sondern eher so wie Endfünfziger, wenn sie so wären, wie sie gerne wären: zutiefst gelassen, nach Harmonie strebend, ihr Ruhebedürfnis kennend, achtsam?
Diesen Gedanken illustriert die Klangschale. Sie begrüßt Kinder bei uns zum Morgenkreis. Und das geht so: Die Kinder setzen sich, ich schlage das Ding an, ganz sanft … und der wunderschöne Klang breitet sich im Raum aus: Pliiing…
„Hör doch mal zu! Spürt ihr nicht das sanfte Schwingen, bis der Ton verklingt? Und dann die Stille – ist das nicht herrlich?“ Aus meiner Erwachsenensicht schon irgendwie.
Kindern mag das so interessant vorkommen wie der Genuss einer besonders sensationellen Olivenpaste aus jener toskanischen Manufaktur, in der ihr uralter Besitzer immer noch… Oder wie der Besuch in jener romanischen Kapelle direkt neben der Manufaktur, in der schon Kaiser Bodo der Zwölfzigste weilte.
Nicht falsch verstehen: Klangschalen sind super, wenn man selbst draufschlagen und sie an die Stirn halten darf, um die Schwingungen zu spüren. Aber als Intro zum Versammeln sind sie auch nicht besser als der alte Elektro-Schulgong. Dem musste man wenigstens nicht andächtig lauschen. Die Klangschale hingegen gilt als erhaben, als eine Art säkularer Glockenton, den nur Ausgewählte auslösen dürfen. Dabei soll sie eigentlich nur sagen: Jetzt geht’s los.
Aber wie soll man sonst zum Kreis rufen? Na, heute mal mit der Stimme, ganz melodiös: „Wer hat Lust auf Mooorgeeenkreis?“ Morgen mit einer Pappkarton-Trommel: „Rummbummbumm!“ Und übermorgen mit Flüsterpropaganda: „Weitersagen, wir fangen jetzt an!“
Foto: Kristina Kokhanova / photocase.de
Nominiert für den Deutschen Jugend- Literaturpreis 2023
Sachbuch

Aufklärungsbücher sind festes Inventar des Sachbuchs für Kinder und Jugendliche. Nadine Beck und Rosa Schilling legen eine ganz neue Form vor. Unverkrampft und umfassend widmen sie sich dem Thema Sexualität, ganz ohne sich jungen Lesenden anzubiedern. Auch über wenig behandelte Themenfelder wird sachlich informiert. Von Solo-Sex und Menstruation, bis hin zu Sextoys und Pornos gibt es keine Tabus. Immer aber wird die Option aufgezeigt, sich jederzeit auch gegen dargestellte Praktiken zu entscheiden.
Die Autorinnen erschaffen einen sprachsensiblen Erfahrungsraum, der Transidentitäten selbstverständlich einschließt und (Non-)Konformitätsdruck konsequent vermeidet.
Die vielschichtige visuelle Gestaltung mit Illustrationen von Sandra Bayer sorgt in knallig-bunten Farben und plakativ-cartoonhaftem Stil für Individualität auf jeder einzelnen Seite. Variantenreich setzen sich ganzseitige Illustrationen mit Comicelementen und kleinen Vignetten zu Erzählräumen zusammen. Gezeigt wird eine Körpervielfalt, bei der unterschiedliche Hautfarben oder Körperformen ebenso selbstverständlich mitgedacht werden wie Verschiedenheiten des Alters oder Behinderungen.
In großartiger Verquickung von Bild und Text stellt Sex in echt heraus, wie spannend Sexualität sein kann. Ab 11 Jahren.
wamiki-Tipp:
Nadine Beck, Rosa Schilling, Sandra Bayer: Sex in echt — Offene Antworten auf deine Fragen zu Liebe, Lust und Pubertät, migo Verlag, ISBN 978-3-96846-093-2, 17,00 € (D), 17,50 € (A)
Mehr Nominierungen und ausgezeichnete Bilder-, Kinder- und Jugendbücher unter:
https://www.jugendliteratur.org
Nominiert für den Deutschen Jugend- Literaturpreis 2023
Kinderbuch

Dieses Erzähl-Bilderbuch gestaltet den Spaß am Rollenspiel voller Fabulierlust aus. Fuchs spielt Arzt und Ferkel ist Patient. Statt mit einer Grillzange möchte Ferkel lieber mit Schokoküssen und Limonade therapiert werden. Um beides zu bekommen, wird die Pünktchenkrankheit erfunden. Diese bringt dem Ferkel zwar keine Schokoküsse, wohl aber Marzipantorte ein. Zugleich spricht sich die Therapiekunst des selbst ernannten Fuchs-Arztes bei den Tieren des Waldes herum und Behandlungswillige kommen in Scharen. An ein gemütliches Tortenessen ist erst wieder zu denken, als die schmerzhafte Büffelspritze ins Spiel gebracht wird und das Wiesenwartezimmer sich schlagartig leert.
Witzig und frech wird hier ein kunstvoll komponierter kleiner Lügenschwank erzählt. Die anthropomorphisierten Tiere laden zur Identifikation und zum Wiedererkennen eigener Spielerfahrungen ein. Autor Bjørn F. Rørvik gelingt ein erfrischend antipädagogischer Blick auf kindliche Spielpraktiken. Gekonnt verwischt er die Grenze zwischen erzähltem Spiel und spielerischer Fiktion. Der dialogreiche Text in der Übersetzung Meike Blatzheims ist ganz nah an kindlichem Sprachhandeln in Rollenspielen. Die colorierten Zeichnungen von Claudia Weikert ergänzen Witz, Schwung und Spritzigkeit des Textes kongenial. Ab 5 Jahren.
wamiki-Tipp:
Bjørn F. Rørvik, Claudia Weikert, Meike Blatzheim: Fuchs & Ferkel — Torte auf Rezept, Klett Kinderbuch, ISBN 978-3-95470-266-4, 16,00 € (D), 16,50 € (A)
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Nominiert für den Deutschen Jugend- Literaturpreis 2023
Bilderbuch

… entfaltet die poetisch-metaphorische Idee des inneren Wesens. „Ich bin ein weißer Schneelöwe“, verkündet ein kindlicher Ich-Erzähler zu Beginn des Buches und lädt die Lesenden ein, nach- und mitzuvollziehen, was es bedeutet, außen ein Kind und innen ein Tier zu sein. Das Schneelöwen-Ich des Erzählers bewegt sich geschmeidig durch Räume, hört die leisesten Töne und kann – wenn Unrecht geschieht – gefährlich knurren. So wie dem jungen Erzähler der Schneelöwe zum Spiegelbild und zur Projektionsfläche des Selbst wird, spricht er auch allen anderen Menschen innere Tiere zu. Werden sie entdeckt und in ihrer Vielschichtigkeit wahrgenommen, erhalten Selbst- und Fremdsicht neue Dimensionen und achtsame Tiefen.
Die direkte Ansprache der Lesenden verleiht dem leicht fließenden Text Nähe und Vertrautheit. Wo er Fragen stellt und Geheimnisse andeutet, schlagen die ganz in Blau-Weiß gehaltenen, mit Kugelschreiber gezeichneten Bilder Antwortmöglichkeiten vor und schaffen Räume für Magie und Phantastik. In einem Wechselspiel verschiedener Blicke nähern sich Heinz Janisch und Michael Roher den komplexen Fragen der Identität an.
Schneelöwe ist ein geheimnisvoll-selbstbezügliches Bilderbuch, das auf kunstvolle und vielschichtige Weise zu Entdeckungen im Buch, in sich selbst und in anderen einlädt. Ab 5 Jahren.
wamiki-Tipp:
Heinz Janisch, Michael Roher: Schneelöwe, Tyrolia Verlag, ISBN 978-3-7022-4076-9, 16,00 € (D), 16,00 € (A)
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Nominiert für den Deutschen Jugend- Literaturpreis 2023
Bilderbuch

… ist ein nahezu textloses Bilderbuch mit hohem Aufforderungscharakter, bei dem Lesende selbst Töne produzieren sollen. Kräftig-bunte Bilder im Comic-Stil zeigen Dinge und Figuren in Situationen, die mit Geräuschen einhergehen. „Mach die Geräusche einfach nach“, fordert Benjamin Gottwald eingangs auf und fragt: „Kannst du hören, was du siehst?“ Mag dies bei den ersten Bildern noch einfach gelingen, entwickelt das Bilderbuch auf 160 Bildseiten immer skurrilere und komplexere Szenen. Manche Doppelseiten stellen Geräusche einander gegenüber, die sich ähneln, aber in ganz unterschiedlichen Situationen entstehen. Das Trappeln von Pferdehufen klingt fast genauso wie das Auftreffen eines Tischtennisballs auf dem Schläger; der Kuss zweier Liebender klingt wie das Ansaugen einer gekochten Spaghetti. Andere Doppelseiten entfalten kleine Erzählzusammenhänge und spielen auf kreative Weise mit dem Potenzial von Geräuschen und Situationen.
Beim Blättern in diesem lebendigen Buch formen sich die Geräusche in den Mündern der Betrachtenden von ganz allein. Es sind laute und leise, sichere und suchende Töne, die evoziert werden von den klug komponierten Bildern und Bildfolgen. Dass sich dabei auch die Welterfahrung erweitern kann, verdankt sich der bestechenden Originalität des Konzepts. Ab 3 Jahren.
wamiki-Tipp:
Benjamin Gottwald: Spinne spielt Klavier — Geräusche zum Mitmachen, Carlsen Verlag, 18,00 € (D), 18,50 € (A); ISBN 978-3-551-52222-1
Mehr Nominierungen und ausgezeichnete Bilder-, Kinder- und Jugendbücher unter:
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vulgo Würstchenzange Teuer muss nicht sein, aber kreativ! Michael Fink inspiziert Ausgesondertes, um nach Dingen zu suchen, die kaum etwas kosten. Weiter lesen…