



Liebe Leserin, lieber Leser, na, bleiben wir heute mal drin?
Vor einem knappen Jahr hatten wir dem Thema „Rausgehen“ ein Heft gewidmet. Jetzt folgt eines über das Drinnenbleiben. Das klingt erst mal gemütlich. Vielleicht sogar ein bisschen nach Rückzug. Und ehrlich gesagt: Manchmal hat das seinen Reiz. Die Welt draußen wirkt oft laut, widersprüchlich und erschöpfend. Kriege. Krisen. Dauerempörung. Zu viele Schlagzeilen und zu wenig Zeit, sie zu sortieren.
Drinnen scheint vieles überschaubarer. Hier können wir gestalten. Möbel verrücken. Dinge ordnen. Regeln aushandeln. Räume schaffen, in denen Kinder spielen, streiten, bauen, lachen, sich verstecken oder einfach mal in Ruhe gelassen werden.
Blick Dich mal um! Gefällt Dir, wie es um Dich herum aussieht? Wenn Du gerade in Deinen Arbeitsräumen sitzt: Sind sie liebevoll und individuell gestaltet? Oder gehören sie zu diesen „praktischen“ Räumen, deren Gestaltung vor allem darin besteht, keine Gestaltung zu haben? Unterstützen Dich die Räume bei Deiner Arbeit? Regen sie an? Oder stören sie eher, weil sie ablenken, einengen oder provozieren?
Und wessen Räume sind das eigentlich? Räume, die jemand für andere eingerichtet hat – zum Beispiel Erwachsene für Kinder? Oder Räume, die gemeinsam gestaltet, verändert und gepflegt werden?
Aber „drinnen“ meint mehr als Wände und Türen.
Es geht auch um unsere inneren Räume. Um das, was wir mit uns herumtragen.
Um das, was uns prägt, antreibt oder manchmal im Weg steht. Wie sieht es eigentlich dort aus? Eher zugestellt? Praktisch eingerichtet? Gemütlich? Überladen? Gibt es Platz zum Denken? Zum Zweifeln? Zum Verändern?
Und wie wirken unsere inneren Räume auf die äußeren?
Auf die Atmosphäre. Auf Gespräche. Auf Konflikte. Auf die Frage, wie wir mit Kindern leben wollen. Vielleicht beginnt manches Aufräumen genau dort.
Auch dieses Heft will ein Raum sein. Einer voller Gedanken, Bilder, Fragen und kleiner Irritationen. Ein Raum, der nicht geschniegelt daherkommt, sondern offen bleibt für Widersprüche und neue Perspektiven. Ein Raum mit Ecken, Zwischenräumen und hoffentlich genug Luft für eigene Gedanken.
Kommst Du rein?
Deine wamiki-Redaktion